Basilikum pflanzen: So säen, pflegen und ernten Sie Basilikum

Um Basilikum zu pflanzen und richtig zu pflegen, braucht es nur wenige Handgriffe und Tricks. Wir zeigen, Wie sie das würzige Kraut das ganze Jahr über ernten können und wie auch Pflänzchen aus dem Supermarkt problemlos gedeihen.

Basilikum pflanzen: Wie und wann Sie das Kraut am besten säen
Die würzigen Blätter schmecken wunderbar als Pesto, auf Pizza, Spaghetti oder im Tomatensalat. Foto © GiorgioMagini / iStock / Getty Images Plus
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Kaum ein mediterranes Gericht kommt ohne aromatischen Basilikum aus. Ein feines Pesto oder als Würze in der Pasta-Sauce: Wer den Geschmack des frischen Krauts zu schätzen weiss, kann es im Garten pflanzen oder im Topf auf dem Balkon ziehen. Frisch geerntet ist das Aroma einfach unvergleichlich. Auf einer hellen, warmen Fensterbank lässt sich das beliebte Gewürzkraut sogar das ganze Jahr über halten.

So überlebt auch gekaufter Basilikum

Wer Basilikum im kleinen Töpfchen aus dem Supermarkt mit nach Hause nimmt, wird wohl enttäuscht werden, denn die Pflanzen sind meist nicht robust und überleben nicht lange. Es sei denn, das Kraut in den kleinen Töpfen ist nicht zu dicht gesät. Das lässt die vielen einzelnen Pflanzen schnell eingehen – meist durch Schimmel.

Um lange Freude daran zu haben, gehen Sie wie folgt vor:

  • Pflanze angiessen, herausnehmen und in 2, 3 Pflänzchen zerteilen.
  • Nun einzeln in grössere Töpfe (5 - 15 L gross) in normale Pflanzerde setzen. Alternativ ins Gemüsebeet.
  • Nicht gleich direkt in die Sonne stellen. Die Töpfchen mit dem Würzkraut sind meist Treibhausware, die am Anfang die natürliche UV-Strahlung nicht vertragen.

Wann und wo Basilikum anpflanzen

Vorziehen oder direkt in Töpfen säen

Basilikum pflanzen im Topf auf der Fensterbank

Foto © OlgaMiltsova / iStock / Getty Images Plus

Basilikum mit seinem intensiven Duft stammt ursprünglich aus Asien und Afrika, daher liebt er es warm. In unseren Breitengraden können Sie ihn das ganze Jahr über säen. Dann aber nur zuhause auf der Fensterbank an einem hellen, sonnigen Standort.

Die Pflanzen wachsen besonders gut, wenn sie den Sommer über an einem halbschattigen bis sonnigen (ein paar Stunden Schatten ist ideal) und geschützten Ort auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Erwischt die Pflanze allerdings zu viel Sonne, entwickelt sie sehr häufig Bitterstoffe. Dies ist auch der Fall, wenn Sie ihre weissen Blüten stehenlassen.

Um die Würzpflanze zu säen, benötigen Sie einen oder mehrere Töpfe oder eine mehrere Zentimeter hohe Schale, die Sie mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen. Wenn Sie einen grösseren Topf (5 - 15 L) nehmen und das Basilikum auf der Fensterbank oder der Terrasse pflegen möchten, müssen Sie es nach dem Säen nicht mehr umpflanzen. Tipp: Wenn Sie die Samen gleich in den Töpfen säen möchten, in dem die Pflanzen später wachsen sollen, dann einfach als oberste Schicht etwas Anzuchterde einfüllen. Darunter verwenden Sie normale Pflanz- oder Gemüseerde.

Und so geht's:

  • Von Mitte März - Anfang April wird gesät.
  • Die Erde angiessen und andrücken.
  • Dann nicht zu viele Samen möglichst gut verteilen.
  • Faustregel zum Abstand: 2, 3 fingerbreit zwischen den Samen Platz lassen.
  • Andrücken, feuchthalten, fertig.
  • Töpfe oder Schale hell bei 20 - 25 Grad aufstellen.
  • Nie austrocknen lassen und eventuell anfangs mit einer Glasplatte abdecken.
  • Tipp: Ein kleines Zimmergewächshaus mit durchsichtigem Deckel ist für ein wachstumsförderndes Mikroklima optimal.
  • Sollen die Pflanzen später umgetopft werden: Wenn sich 2 Blattpaare gebildet haben, dann sachte pikieren.
  • Gelingt gut mit einer Küchengabel.

Basilikum im Garten säen

Basilikum pflanzen im Garten: grüner und roter Basilikum.

Foto © Leonsbox / iStock / Getty Images Plus

Wenn Sie die Pflanze direkt im Garten säen möchten, sollten Sie dies frühestens nach den Eisheiligen, etwa Mitte Mai tun. Achten Sie darauf, dass die Temperaturen nicht mehr unter 10 Grad fallen. Die Erde muss sich für ein erfolgreiches Keimen erwärmt haben.

Die Erde sollte locker und nährstoffreich sein. Anzuchterde ist hier nicht nötig, da sich die Pflanzen draussen schneller entwickeln. Sie können die Erde vor dem säen oder einpflanzen mit etwas Kompost verbessern. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und geschützt sein.

Basilikum und Tomaten ergeben eine gute Mischkultur

Foto © ChiccoDodiFC / iStock / Getty Images Plus

Damit das Kraut gut gedeiht, dürfen Sie es nur dort anpflanzen, wo die letzten zwei Jahre kein Basilikum gestanden hat. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass eventuell in der Erde überdauerte Pilzsporen sich ausbreiten können.

Tipp für Mischkultur und gute Partner

  • Basilikum und Tomate können Sie gut zusammenanpflanzen.
  • Aufgrund des Wasserbedarfs sind Petersilie und Schnittlauch gute Pflanzpartner.
  • Rosmarin, Thymian oder Salbei indes schlechte.
  • Im Gemüsebeet ist z. B. Salat ein passender Nachbar.

Basilikum pflegen und wässern

Erfahren Sie mehr zum Thema Kräuter pflanzen und pflegen in unserem Dossier.

Achten Sie darauf, dass die durstigen Pflanzen nie komplett austrocknen. Sorgen Sie also dafür, dass die Erde immer schön feucht ist. In der Regel können Sie Basilikum täglich giessen. Am besten mit Wasser, das Zimmertemperatur hat.

Weniger giessen: Langlebige Kunststoffkübel sind Tontöpfen vorzuziehen. Vor allem, wenn sie klein sind. Die Verdunstung des Giesswassers ist in Kunststoff deutlich geringer.

Die Pflanze selber sollte immer trocken bleiben. Giessen Sie das Wasser möglichst nicht über die Blätter. Sonst droht Schimmelbefall.

Basilikum in Töpfen gedeiht besser, wenn Sie ihn einmal pro Woche etwas düngen. Im Garten genügt es, wenn Sie ihn alle 2, 3 Wochen etwas düngen.

Sonderfall Strauchbasilikum

Strauchbasilikum ist der robuste Verwandte des zarten Krautes.

  • Die Blätter dieser Sorte sind deutlich fester und die Pflanze verholzt mit der Zeit zu einem kleinen Strauch.
  • Er hat grünes oder grün-rotes Laub.
  • Grün belaubt blühen sie weiss, die rötlichen Varianten wie die Sorte 'African' Blue' blühen hübsch rosa.
  • Die Blätter können Sie wie die des Genoveser Basilikums oder einer anderen Sorte verwenden.
  • Vorteile: Die Pflanzbehältnisse dürfen auch mal austrocknen und auch wenn die Blüten bereits blühen, so schmecken seine Blätter nicht bitter und verlieren kein Aroma.
  • Im Gegensatz zu dem feineren Grün der einjährigen Varianten, lassen sich seine Blätter trocknen, ohne allzu grosse Einbussen in Sachen Geschmack.
  • Strauchbasilikum ist mehrjährig und kann an einem kühlen, hellen Ort überwintern. Hierzu schneiden Sie ihn im Herbst um die Hälfte bis max. 2/3 zurück.

Wie und wann Basilikum ernten

Bei der richtigen Pflege können Sie lange Basilikum ernten. Auf der Fensterbank in der Küche praktisch das ganze Jahr; im Anbau draussen bis die Temperaturen im Herbst dauerhaft auf unter 10 Grad sinken. Sobald die Pflanzen etwas grössere Blätter bilden, können Sie ernten. Um buschige, ertragreiche Pflanzen zu bekommen, schneiden Sie für die Ernte immer ganze Triebe nach Bedarf und direkt über einem Blattpaar ab. Das fördert das Wachstum und die Bildung neuer Triebe (Verzweigung = mehr Ernte!) Zupfen oder schneiden Sie nie einzelne Blätter. So kann die Pflanze neue Triebe bilden und gedeiht besonders üppig weiter.

Basilikum rechtzeitig Ernten: Nach der Blüte stirbt Basilikum ab

Foto © VvoeVale / iStock / Getty Images Plus

Ausserdem verhindern Sie durch das rechtzeitige und kontinuierliche Schneiden der Spitzen, dass das beliebte Küchenkraut keine Blüten bildet. Sobald die Pflanze Blüten ansetzt, verlieren die Blätter an Aroma und werden etwas bitter. Einjährige Basilikumarten sterben nach der Blüte ab. Sie müssen dann neues Basilikum säen, um wieder ernten zu können. Nachsäen können Sie bis Ende August.

Wer allerdings ausreichend Basilikum hat, kann ruhig auch mal an der einen oder anderen Pflanze die weissen Blüten stehenlassen. Denn: Sie sind richtig gut für Bienen. Und nach dem Verblühen ernten Sie einfach ihre eigenen Samen aus den vertrockneten Blütenständen für den nächstjährigen Anbau.

Bräunliche Blätter sollten Sie ebenfalls entfernen.

Sollten Sie mal zu viel Basilikum haben oder geht die Saison im Garten oder auf Balkonien dem Ende zu, gibt's hier die besten Tipps und Tricks zum Haltbarmachen von Kräutern.

Tipp: Auch die Basilikumblüten können Sie in der Küche verwenden. Sie schmecken im Salat sehr gut, haben aber einen eigenwilligen Geschmack. Also unbedingt zuerst probieren.

Was tun bei Blattläusen?

Das aromatische Kraut hat praktisch keine Fressfeinde und ist nicht sonderlich krankheitsanfällig. Ausser: Blattläuse. Ein bewährtes Mittel gegen Blattläuse ist eine Brennnesseljauche. Füllen Sie einen Kübel mit frischen Brennesseln und bedecken Sie das Grün mit Wasser. Das Ganze lassen Sie 4 - 10 Tage (abhängig von der Aussentemperatur) stehen. 1 x am Tag umrühren. Danach füllen Sie die Jauche (die leider auch so riecht, wie man vermuten mag) in eine Sprühflasche, 1:10 mit Wasser verdünnt. Nun können Sie die Basilikumpflanzen 1 x täglich einsprühen, bis die Blattläuse weg sind. Den Rest verwenden Sie als Dünger für Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini oder Kürbis.