Einzigartige Natur entdecken: UNESCO Welterbe in der Schweiz

In der Schweiz wurden bisher 11 Natur- und Kulturstätten von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet. Und das zu recht, denn mit ihren spektakulären Aussichten und beeindruckenden Geschichten sind sie alle einen Ausflug wert.

Welterbe der Schweiz: Bilder zu den 11 Natur- und Kulturstätten
Schweizer Tektonikarena Sardona. Foto: Jean-Marie Wittwer / iStock / Thinkstock 
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«Erst wenn man sich eines Schatzes bewusst ist, kann man sich auch dafür stark machen», sagt Jean-Bernard Münch, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission.

Die UNESCO unterscheidet beim Welterbe in Natur- und Kulturstätten. Beide Kategorien haben gemeinsam, dass die auf Antrag ausgezeichneten Objekte oder Landstriche etwas Einmaliges und Authentisches aufweisen, das sie von hoher Bedeutung für die ganze Welt macht. Deshalb sollen sie als spektakuläre Ausflugsziele erhalten bleiben und künftige Generationen in ihren Bann ziehen.

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Die Schweizer Alpen Jungfrau Aletsch gehören zum UNESCO Welterbe

Das Gebiet Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch wurde von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet, weils es das grösste zusammenhängende Gletschergebiet Eurasiens (Europa und Asien) ist. Zudem ist ihre Landschaft besonders vielfältig, von mediterranen Steppenlandschaften bis hin zum ewigen Eis der Gletschermassive. Foto: © swiss-image.ch / Martin Maegli

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Wo in der Schweiz die Natur zum UNESCO Welterbe gehört

Unter den UNESCO-Welterbestätten in der Schweiz finden sich vier ganz besondere Landstriche, die nicht nur nationales, sondern auch internationales Renommee erlangt haben. Dabei sind unter anderem die Schweizer Alpen, genauer, die Jungfrau-Aletsch-Region mit dem grössten zusammenhängenden Gletschergebiet im europäisch-asiatischen Raum. Dort gibt es nahezu alles zu sehen, was die Alpen und ihre Entstehung ausmacht. Von mediterranen Steppenlandschaften bis zum ewigen Eis in den Gletscherregionen.

Der Monte San Grigio inmitten der zwei Arme des Luganersees ist ein Berg, der sich ebenfalls auf der Welterbeliste wiederfindet. Und dies zu Recht, ist er doch ein einzigartiger Zeitzeuge, der unzählige Fossilien aus längst vergessenen Jahrhunderten in sich verbirgt. Die bis zu 245 Millionen Jahre alten Versteinerungen werden seit etwa 150 Jahren erforscht und zeigen ein charakteristisches Abbild der Entstehung unserer heutigen Welt.

Von Menschenhand gestaltete Natur hat mit den extrem steilen Weinbergterrassen von Travaux ebenfalls einen Platz auf der Welterbeliste. Hier haben im 11. Jahrhundert auf 40 Kilometern Länge Mönche ein enormes Weinbaugebiet geschaffen,  welches heute das grösste zusammenhängende der Schweiz darstellt.

Von hohem pädagogischen wie wissenschaftlichen Wert ist das Welterbe um den Piz Sardona. Alt trifft auf jung ist hier das Motto, welches sich die Natur hat einfallen lassen. Denn auf unglaubliche Weise haben sich hier mehr als 30 Kilometer Gesteinsmassen, die bis 300 Millionen Jahre alt sind, auf wesentlich jüngere herauf geschoben. Als Musterbeispiel für Plattentektonik und Verwerfungen auf kleinem Raum wurde es deshalb als UNESCO Welterbe ausgezeichnet.

Die Weltkulturerbe in der Schweiz

Neben den naturbezogenen Welterbestätten gibt es einige UNESCO-Welterbe in der Schweiz, die besondere kulturelle Stätten auszeichnen und schützen. Hierzu zählen die barocke Altstadt von Bern, das einmalige Benediktinnerinen-Kloster St. Johann im Val Müstäir oder faszinierende Pfahlbauten, die Jahrtausende alte Zeugnisse der ersten Schritte zur Agrarkultur sind. Alle von der UNESCO ausgezeichneten Kulturstätten sowie die genannten Natur-Welterbe der Schweiz finden Sie in der Bildgalerie weiter oben.

Welterbeliste: Überblick über schützenswerte Natur und Kultur

Auf der Welterbeliste der UNESCO sind im Sommer 2014 weltweit 1.007 Stätten genannt, welche die UNESCO als schützens- und erhaltenswert einstuft. 779 hiervon sind Welkulturerbe-Stätten, 197 Naturerbestätten. Hinzu kommen 31 Welterbestätten, – mit dabei sind die Schweizer Pfahlbauten – die beide Kriterien vereinen.

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann