9 Lebensmittel, die du im Winter besser nicht kaufst

Gesund und ausgewogen zu essen bedeutet: viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Die Auswahl im Detailhandel ist auch im Winter gross. Zu gross, denn einige der vitaminreichen Zutaten werden im Winter von weit her importiert. Welche Lebensmittel du in der kalten Jahreszeit lieber meiden solltest und bessere Alternativen.

Ein Sieb mit Salat, Tomaten, Gurken und einer Zitrone in der Küche
Gurken, Tomaten & Co. gibt's das ganez Jahr über. Aber nicht natürlicherweise. © Svetlana-Cherruty / iStock / Getty Images Plus
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Im Winter wollen wir uns ganz besonders mit wichtigen Vitaminen versorgen. Damit wir trotz kalter Temperaturen eine grosse Auswahl an Vitaminquellen wie Obst und Gemüse haben, bieten Supermärkte auch zwischen November und April Produkte an, die hier im Winter gar nicht wachsen. Und vermutlich wäre die Empörung gross, wenn Tomaten, Gurken und Kräuter plötzlich aus den Regalen verschwinden würden.

Doch wer der Umwelt und der eigenen Gesundheit wirklich einen Gefallen tun möchte, greift auch im Winter zu saisonalen Produkten. Die werden nicht eingeflogen, sind weniger mit Pestiziden belastet und sorgen ganz nebenbei dafür, dass es nicht jeden Tag Pasta mit Tomatensauce gibt.

Auf folgende Lebensmittel solltest du in der kalten Jahreszeit lieber bewusst verzichten und dich stattdessen darauf freuen, wenn sie im Sommer hierzulande wieder Saison haben.

Tomaten

Wer schon einmal selbst Tomaten angebaut hat, weiss: Sie mögen es warm und wachsen am besten auf einem Südbalkon. Es dürfte also nicht überraschen, dass Tomaten im Winter nicht aus der Schweiz kommen. Stattdessen importieren wir sie aus Italien, Spanien oder sogar Marokko. Da das Gemüse innert kurzer Zeit verdirbt, muss es auf schnellstmöglichem Wege hierher transportiert werden und kommt daher nicht selten mit dem Flugzeug über die Landesgrenzen.

Alternative: Zum Glück gibt’s Tomaten in sämtlichen Ausführungen. Passiert im Glas, gehackt in der Dose, eingelegt im PET-Schälchen. Natürlich ersetzen konservierte Tomaten die frischen nicht, doch zum Kochen eignen sie sich mindestens genauso gut. Achte auch hier beim Kauf darauf, wo die Tomaten geerntet wurden.

Frische Kräuter

Basilikum, Schnittlauch, Peterli & Co. geben Speisen oft den letzten Schliff. Doch sie wachsen hierzulande nur in den Sommermonaten – genauer zwischen April und Oktober. Du wirst sie trotzdem auch im Winter im Kühlregal finden. Dann stammen sie aber meist aus Marokko, Spanien oder Israel und legen weite Transportwege zurück, bis sie auf deinem Teller landen.

Blick auf die vertikale Farm von YASAI
Bei YASAI werden Kräuter energie- und wassersparend mitten in Zürich angebaut. © zVg YASAI

Alternative: Die nachhaltigere Variante liegt auf der Hand – getrocknete Kräuter. Es gibt jedoch selbst im Winter die Möglichkeit, an frische Kräuter aus der Schweiz zu kommen: Das Start-up Yasai baut in Zürich das ganze Jahr über in einer alten Lagerhalle vertikal Kräuter wie Basilikum, Dill und Petersilie an. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Interview mit dem Gründer von Yasai. Die Kräuter gibt’s in einigen Coop-Filialen, bei Farmy und im Jelmoli in Zürich.

Beeren

Ja, sie sind super fein. Und versorgen uns obendrein noch mit wichtigen Nährstoffen. Aber Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren haben hierzulande nur in den warmen Sommermonaten zwischen Juni und September Saison. Ausserhalb dieser Zeit stammen Beeren aus warmen europäischen Ländern oder gar aus Übersee. Da Beeren sehr krankheitsanfällig sind und auch beim Transport schnell verderben, werden sie oft mit Pestiziden behandelt. Im Winter gilt deshalb: Finger weg von den roten Früchten.

Alternative: Beeren gibt es auch im Tiefkühlregal. Die Klimabilanz von Tiefkühlkost ist deutlich besser als ihr Ruf, was eine Studie des Freiburger Öko-Instituts aufzeigt. Vor allem dann, wenn die tiefgekühlten Beeren aus der Schweiz kommen, ist ihr Fussabdruck nicht allzu gross. Alternativ kannst du auch selber Erdbeeren einfrieren, wenn sie gerade Saison haben.

Eine Schale mit Porridge und frischen Beeren
Im Winter greifst du besser zu tiefgekühlten Beeren. © nerudol / iStock / Getty Images Plus

Grüne Salate

Blattsalate wie Eisbergsalat, Kopfsalat oder Batavia wachsen in der Schweiz nur in den Sommermonaten im Freien. Frische grüne Salate kommen daher im Winter oft aus dem Ausland zu uns.

Alternative: Es gibt zahlreiche knackige Wintersalate, die in der kalten Jahreszeit in der Schweiz angebaut werden. Dazu zählen Nüsslisalat, Cicorino Rosso, Chicoree, Chinakohl und Zuckerhut. Hier findest du eine Übersicht aller Wintersalate plus feine Rezepte.

Konventionelle Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte werden grundsätzlich importiert. Um beim Kauf dennoch auf Nachhaltigkeit zu achten, lohnt ein Blick aufs Etikett. Aber lass dich von der Aufschrift «unbehandelt» auf Clementinen, Orangen & Co. nicht in die Irre führen: Sie bedeutet lediglich, dass Spritzmittel, mit welchen die Früchte normalerweise erst nach der Ernte behandelt werden, bereits auf den Baum gesprüht wurden.

Alternative: Zitrusfrüchte in Bio-Qualität werden gar nicht mit schädlichen Pestiziden behandelt. Dann kannst du auch getrost die Schale einer Bio-Zitrone oder -Orange zum Backen und Kochen verwenden. Hier findest du weitere wichtige Tipps für den Kauf von Zitrusfrüchten.

Gurken

Ein Korb mit vielen Schlangengurken
Gurken wachsen in der Schweiz nur im Sommer. © bhofack2 / iStock / Getty Images Plus

Wir nehmen sie im Gemüseregal als selbstverständlich wahr: Die Gurke. Doch Gurken sind genau so wenig ein Wintergemüse wie Tomaten oder Kefen. Ihre Saison geht von Mai bis Oktober, in den Wintermonaten wächst das wasserreiche Gemüse hierzulande nicht. Stattdessen werden sie etwa aus den Niederlanden oder Spanien importiert, wo sie in Gewächshäusern energieaufwändig angebaut werden. Zudem werden sie in den Wintermonaten oft nur in Plastikfolie angeboten, damit sie den Transport unbeschadet überstehen.

Alternative: Ob für den Salat oder als purer Snack – Gurken schmecken einfach gut und sind nicht so leicht zu ersetzen. Tipp: Peppe deinen gemischten Salat stattdessen im Winter mit Rüebli, Randen oder gebratenem Rosenkohl auf.

Kiwis aus Übersee

Kiwis gehören neben Bananen und Mangos zu den «exotischen» Früchten, die das ganze Jahr über angeboten werden. Sie stammen meistens aus Neuseeland oder Südafrika. Weil die Früchte in der Regel aus Übersee kommen und im Sommer wie im Winter käuflich sind, wissen viele gar nicht, dass die Früchte in Südeuropa und sogar der Schweiz in den Wintermonaten – zwischen Oktober und März – Saison haben.

Deshalb sind die Alternative zu Kiwis aus Übersee: Regional angebaute Kiwis. Halte zum Beispiel beim nächsten Marktbesuch Ausschau danach oder schau bei Farmy ins Sortiment – hier gibt es Schweizer Kiwis.

Zucchetti, Peperoni & Co.

Ein Tisch mit drei Papiertüten mit Auberginen, Peperoni und Broccoli
Mediterranes Gemüse wie Peperoni und Auberginen werden im Winter importiert. © Prostock-Studio / iStock / Getty Images Plus

Zucchettis wachsen bestens in der Schweiz – aber eben nicht im Winter. Dennoch gibt es sie auch in der kalten Jahreszeit in nahezu jedem Gemüseregal. Genau wie Auberginen, Broccoli und Peperoni kommen Zucchettis im Winter meist aus Spanien, wo sie in Gewächshäusern energieintensiv angebaut und im konventionellen Anbau auch im grossen Ausmass mit Pestiziden behandelt werden.

Alternative: Die Zuchetti ist ein Kürbisgewächs und ihre Verwandten haben bekanntlich im Winter Saison. Butternut, Hokkaido & Co. werden jetzt als Lagergemüse aus regionalem Anbau angeboten und eignen sich für köstliche Kürbissuppen, Kürbiswähe, für Gemüsecurrys und Aufläufe. Hier lernst du mehr Kürbissorten kennen.

Trauben

Trauben haben in der Schweiz nur kurz Saison: im September und Oktober. Ausserhalb dieser kurzen Zeit findest du im Früchteregal Trauben aus Südafrika, Indien, Peru oder Brasilien. Sprich: Die meist stark pestizidbelasteten Früchte sind um die halbe Welt geflogen.

Zwei Plastikverpackungen mit Trauben übereinander gestapelt
Trauben aus Übersee sind meist stark behandelt. © HUNG CHIN LIU / iStock / Getty Images Plus

Alternative: Zugegeben, die Auswahl an frischen regionalen Früchten ist im Winter nicht besonders gross. Für dein Müesli kannst du auf tiefgefrorene Beeren zurückgreifen, frisch gibt es Lagersorten von Äpfeln und Birnen.

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