Furoshiki: Anleitung für die nachhaltige Geschenkverpackung

Verpackungen mit Furoshiki-Tüchern sind originell und verursachen keinen Abfall. Wir zeigen, wie Sie Geschenke mit Furoshiki ganz einfach nachhaltig und kunstvoll verpacken.

Furoshiki: So verpacken Sie Ihre Geschenke nachhaltig mit Tüchern
Die traditionelle japanische Art Mitbringsel zu verpacken. Foto: © kuppa_rock / iStock / Getty Images Plus
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Furoshiki-Tücher, mit denen man in Japan traditionell Gegenstände verpackt, werden nicht nur als Verpackung, sondern als Teil des Geschenks betrachtet. Eine gute Möglichkeit also, um auch beim Schenken nach dem Zero-Waste-Prinzip zu handeln.

Wir zeigen die Ursprünge von Furoshiki, was die Technik so nachhaltig macht, wo Sie Stoffe kaufen plus eine einfache Anleitung in 7 Schritten, mit der Sie Ihr Geschenk ganz einfach selber einpacken.

Zudem: Drei Video-Anleitungen für weitere Furoshiki-Varianten: eine Tasche, eine zweite Art der Geschenkverpackung und eine Verpackung für Flaschen.

Furoshiki – Woher die Technik kommt

Furoshiki sind quadratische Tücher, die in Japan früher traditionell anstelle von Geschenkpapier zum Verpacken von Geschenken verwendet wurden oder anstelle von Taschen zum Transportieren von Gegenständen. Auch die eigene Bento-Box, die japanische Lunch-Box, wurde oft mit Hilfe eines Tuchs getragen.

Übersetzt bedeutet das Wort «Bade-Tuch», da die Tücher ursprünglich in japanischen öffentlichen Badehäusern verwendet wurden, um die eigenen Kleider aufzubewahren. Diese Bezeichnung stammt aus der Edo-Zeit (1603–1868).

Die Tradition geht in Japan aber wahrscheinlich sogar bis auf die Nara-Zeit (710–794) zurück, als Händler ihre Waren in Tüchern transportieren.

Obwohl die Tradition mit dem Aufkommen von Plastiktaschen an Bedeutung verloren hatte, wird sie in letzter Zeit wieder vermehrt angewendet. Auch das japanische Umweltministerium hat mit Verweis auf den Umweltschutz in Japan eine Kampagne gestartet, um den Brauch bei den Japanern wieder populär zu machen.

Die Furoshiki-Technik ist wieder beliebt

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Furoshiki – die nachhaltige Kunst der Verpackung

Ursprünglich bestanden Furoshiki in Japan aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Seide. Heute sind die Tücher meist aus Baumwolle. Theoretisch kann jedes quaratische Tuch als Furoshiko gebraucht werden, sofern es nicht zu dick ist, um es zu falten und zu verknoten.

Besonders sinnvoll sind Furoshiki, wenn sie aus umweltschonenden Materialien wie Bio-Baumwolle oder Tencel gemacht sind. Natürlich können Sie auch quadratische Second Hand Stoffe nützen, zum Beispiel einen Teil eines Tischtuchs oder eines Schals.

Die bunt bedruckten Furoshiki-Tücher kommen nicht, wie herkömmliches Geschenkpapier so oft, einfach in den Abfall, sie sind Teil des Mitbringsels.

Denn nach dem Schenken, können die schönen Stoffe ganz vielfältig verwendet werden. Je nach Grösse können Furoshiki als Picknicktuch, als Tischtuch, als Tragtasche oder sogar als Accessoire, zum Beispiel als Halstuch, eingesetzt werden. Natürlich können Sie die Baumwolltücher auch erneut als Geschenkverpackung brauchen.

Für Furoshiki-Geschenke brauchen Sie übrigens nicht einmal Klebe- oder Geschenkband. Die clevere Falttechnik macht dies alles unnötig.

Furoshiki-Tücher kaufen

Japanische Furoshiki-Tücher können Sie immer öfter in Geschäften kaufen, die sich auf umweltfreundliche Produkte spezialisiert haben.

Auch in japanischen Fachgeschäften finden Sie die Stoffe.

In der Schweiz kaufen Sie die umweltfreundlichen Tücher bei den Online Shops Live Green oder bei Himiko.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Furoshiki Anleitung für eine Geschenkverpackung

Japanische Furoshiki haben original meist eine Grösse zwischen 70 x 70 cm und 100 x 100 cm.

Für verschiedene Gegenstände gibt es verschiedene Falttechniken. So faltet man für Tragtaschen einen oder sogar zwei Henkel und Geschenke bekommen einen dekroativen Zierknoten.

Als Faustregel gilt aber: Für einen Gegestand von ca. 20 cm Länge brauchen Sie, je nach Falttechnik, ein Tuch von 100 x 100 cm.

Anleitung in 7 Schritten – so geht's

1. Legen Sie das Furoshiki auf einen Tisch und richten Sie es so aus, dass eine Ecke in Ihre Richtung und die Rückseite des Stoffs nach oben zeigt.

2. Platzieren Sie das Geschenk in der Mitte des Stoffs und decken Sie es mit einer Ecke des Tuchs zu.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

3. Decken Sie das Geschenk nun auch mit der gegenüberliegenden Ecke zu. Diese Ecke bleibt liegen, sie soll über das Mitbringsel hinausragen.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

4.  Nun wird zuerst die eine, dann die andere der bisher unberücksichtigten Ecken bündig hochgezogen.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

5. Die beiden Ecken verknoten Sie über dem Geschenk.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

6. Je nachdem, wie viel Stoff Sie übrig haben, machen Sie einen einfachen oder einen doppelten Knoten.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

7. Fertig ist das kunstvolle Mitbringsel.

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Foto: © piotrmilewski / iStock / Getty Images Plus

3 Video-Anleitungen für Furoshiki

Mit der Technik aus Japan lassen sich noch ganz viele andere Sachen falten und einpacken. Lassen Sie sich von den folgenden Anleitungen inspirieren.

1 Wie Sie mit Furoshiki eine Tasche knoten

Furoshiki-Geschenk – 2. Variante

3 Wie Sie mit Furoshiki eine Flasche verpacken

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