Bio ist nicht gleich bio: Unsere Einkaufshilfe für Pullis & Co.

Die vielen Labels für Bio-Baumwolle können beim Einkauf manchmal verunsichern. Wie streng sind sie, was ist erlaubt, was nicht? Unsere Tipps für den nächsten Einkauf.

Einkaufsratgeber Bio-Baumwolle
Nicht jedes Gütesiegel hat für Bio-Baumwolle gleich strenge Standards. Foto © gilaxia/E+
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Ist die Bio-Baumwolle für dieses T-Shirt auch fair produziert und wie gut wurde bei der weiteren Verarbeitung der Bio-Baumwolle auf Umweltschutz und Ressourcenverbrauch geachtet?

Für den Konsumenten sind diese Fragen oft nicht so einfach zu beantworten. Gerade weil es inzwischen zahlreiche Labels für Bio-Baumwolle gibt – zum einen Firmeneigene, zum anderen Siegel für internationale Standards.

Facts & Tipps

Wer sich vor seinem nächsten Einkauf etwas ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, findet auf Labelinfo.ch eine gute Übersicht über Labels, insbesondere auch solche, welche die Textilbranche in der Schweiz betreffen. Die Plattform Labelinfo wurde von der Stiftung Pusch in Zusammenarbeit mit Helvetas, der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und dem WWF Schweiz ins Leben gerufen.

Ein einfaches Punktesystem zeigt, wie gut ein bestimmtes Label in Sachen Transparenz, Kontrolle und Zertifizierung ist. Zudem kann sich der Konsument selber ein Bild über die Standards des jeweiligen Labels machen.

GOTS Logo

Besonders hohe Standards für den Anbau und die Arbeitsbedingungen bei der Bio-Baumwolle setzen der Global Organic Textil Standard, kurz GOTS, und das Gütesiegel bioRe der gleichnamigen Schweizer Stiftung, die sich seit den 1990er-Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Bauernfamilien in Indien und Tansania engagiert.

 

bioRe Logo

Das Gütesiegel bioRe garantiert über die generellen Standards für Bio-Baumwolle hinaus auch eine CO2-neutrale Produktion und Verarbeitung. Zudem können Kunden mittels einer eingenähten Nummer die gesamte Produktionskette zurückverfolgen. In der Schweiz sind  beispielsweise Coop Naturaline Textilien aber auch Kleider von kleineren Labels wie ZRCL durch bioRe zertifiziert.

Bei Produktion und Verarbeitung setzen das GOTS-Gütesigel wie auch bioRe faire Arbeitsbedingungen und den Schutz der Arbeiter voraus

Bunt ist schön, aber nicht immer Bio

Wer gerne Bunt trägt, sollte beim Kauf seines nächsten Bio-Baumwoll-Pullovers ebenfalls genau auf das Etikett schauen. Denn bei der Weiterverarbeitung und dem Färben der Bio-Stoffe kommen teils dieselben giftigen Chemikalien zum Einsatz wie bei konventionellen Stoffen. Labels mit hohen Standards achten bei der Weiterverarbeitung und insbesondere beim Färben auf den Schutz der Arbeitnehmer und der Umwelt. Das GOTS- und bioRe-Gütesiegel sind in diesem Bereich zwei der verlässlichsten.

Nicht immer 100 Prozent

Wer das Etikett am T-Shirt oder der Stretch-Jeans ganz genau Studiert, wundert sich vielleicht hin und wieder, warum das Kleidungsstück nicht aus 100 Prozent Bio-Baumwolle besteht und da noch 5 oder 10 Prozent Elasthan, Polyester und andere Kunstfasern drinstecken. Sie sorgen für Eigenschaften, die Baumwolle nicht bieten kann – beispielsweise eine sehr hohe Elastizität.

 

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung der Coop-Nachhaltigkeitsinitiative «Taten statt Worte». Mit der Einführung der Eigenmarke Naturaline für Textilien gehört Coop zu den Pionieren, die in den 1990er-Jahren Kleider aus Bio-Baumwolle ins Sortiment aufnahmen. Naturaline gehört heute zu jenen Eigenmarken mit den höchsten Standards.

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