Zahnpasta gegen Pickel: Über Sinn und Unsinn des Hausmittels

Hausmittel gegen Pickel gibt es viele. Besonders oft wird zu Zahnpasta geraten. Doch hilft Zahnpasta gegen Pickel und Mitesser wirklich oder ist das nur ein Mythos? Der Faktencheck.

Zahnpasta gegen Pickel
Zahnpasta gegen Pickel: Was taugt der Tipp? Foto: © AndreyCherkasov /iStock / Getty Images Plus
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Pickel sind lästig. Sie kommen oft ausgerechnet dann, wenn du sie am wenigsten brauchen kannst. Wenn der Pickel erblüht und gerade kein geeignetes Kosmetikprodukt zur Hand ist, versuchen viele, die lästigen Bibeli über Nacht mit Zahnpasta loszuwerden.

Zahnpasta kann auch tatsächlich gegen Pickel helfen. Vor allem, wenn man sie um jeden Preis schnell wegkriegen will, kann sie ein gutes Mittel gegen Pickel und schwarze Mitesser darstellen. Die Zahnpasta solltet du dann am besten mehrere Studen auf dem Pickel lassen.

Allerdings hilft Zahncreme nur, wenn du im Allgemeinen nicht unter trockener Haut leidest. Sonst kann sich das vermeintliche Wundermittel schnell in sein Gegenteil verkehren und zu lästigen Hautproblemen führen.

Wir zeigen, was für und was gegen Zahnpasta als Hausmittel gegen Pickel spricht – und was du beachten solltest, wenn du Zahnpasta für deine Haut verwendest.

Welche Eigenschaften der Zahnpasta helfen gegen Pickel?

Unter anderem enthält die klassische weisse Zahnpasta Kreiden oder Silikate als Putzkörper. Diese haben den Effekt, dass sie die Haut austrocknen, wenn sie über einige Zeit auf dem Pickel oder den Mitessern verbleiben. 

Zahnpasta wirkt auch antibakteriell und entzündungshemmend, da meist Zink enthalten ist. Zudem sind Fluoride drin, die die Zähne nicht nur stärken, sondern eine bakterienabtötende Wirkung mitbringen.

Noch mehr desinfizierende Wirkung in deiner Zahnpasta bekommst du durch den gängigen Inhaltsstoff Triclosan. Triclosan ist ein wahrer Bakterienkiller und wird daher als Konservierungsstoff in vielen Kosmetika eingesetzt. Allerdings steht der Inhaltsstoff Triclosan schon lange in der Kritik.

Also alles Stoffe, die in der Tat deinen Pickeln und Mitessern im Gesicht den Kampf ansagen können. Aber: Hilft Zahnpasta dann wirklich gegen deine Pickel? 

Warum wir Zahnpasta besser nicht nutzen sollten, um Pickel zu entfernen

Zahnpasta hilft, aber mit Nebenwirkungen. Fangen wir mit den Fluoriden in der Paste an. Laut Marianne Meli, dermatologische Ärztin am Universitätsspital Zürich, kann Fluor das Gegenteil auslösen, also nicht den Pickel oder Mitesser entfernen, sondern, viel schlimmer, Akne auslösen. Mindestens Irritationen der Haut und leichte Entzündungen sind schnell die Folge.

In Wahrheit kann Zahnpasta die Poren sogar komplett dicht machen, sodass der überschüssige Talg deshalb gar nicht mehr abfliessen kann. Pickel und Mitesser haben so noch viel bessere Chancen, sich zu entwickeln.

Menthol, das ebenfalls in vielen Zahncremes steckt und für das Frischegefühl im Mund nach dem Putzen sorgt, kann selbst bei gesunder Haut zu unangenehmen Rötungen und Irritationen führen.

Und dann ist da noch Natriumlaurylsulfat, ein Tensid, das gerne in Zahnpasten, aber auch Shampoos oder Duschgels eingesetzt wird. Es gilt als allergieauslösend und hautreizend. Bei empfindlicher Haut, und das ist sie letztlich immer im Bereich der Pickel, kann das Mittel ebenfalls Hautirritationen auslösen.

Fazit: Die Paste ist für die Zähne entwickelt und im Mund einfach besser aufgehoben als auf der empfindlichen Haut. Sie wird also ihrem Ruf als bewährtem Hausmittel nicht gerecht.

Zahnpasta gegen Pickel: Wann kommt das in Frage?

Du hast keine besonders empfindliche Haut, nur ganz selten mal einen kleinen Pickel, der dich echt stört. Zudem ist partout kein anderes Mittel vorhanden? Dann kannst du ausnahmsweise von der austrocknenden Wirkung Gebrauch machen: Trage punktuell auf die betroffene Hautstelle eine kleine Menge Zahnpasta auf und lasse sie trocknen – am besten über Nacht. Am Morgen solltest du die Haut mit etwas lauwarmem Wasser waschen.

Allerdings solltest du nicht regelmässig zu Zahncreme greifen. Auch solltest du sie nicht grossflächig auf der Nase oder auf dem ganzen Gesicht auftragen, sondern wirklich nur die betroffenen Stellen behandeln. Andernfalls provozierst du stärkeren Entzündungen oder sogar Akne. Die Creme ist für deine Haut einfach zu aggressiv.

Sinnvollere Hausmittel, um Pickel zu entfernen

Wenn du Pickel loswerden willst, ist es sinnvoller auf andere natürliche Mittel wie Aloe Vera, Honig, Heilerde, Teebaumöl oder einen Akne-Gel aus Ringelblumen zu setzen.

Längerfristig erreichst du mit regelmässiger Pflege und Reinigung eine gesunde und schöne Haut. Eine Creme sorgt für die richtige Gesichtspflege und selbstgemachte Peelings oder Gesichtsmasken können helfen, verstopfte Poren zu reinigen – ganz ohne deine Haut auszutrocknen oder zu reizen.

 

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