Wie du Heilerde als Hausmittel richtig verwendest und wann Vorsicht geboten ist

Heilerde ist seit Jahrhunderten ein gern genutztes, natürliches Hausmittel, das innerlich wie äusserlich angewendet wahre Wunder bewirkt. Wie du Heilerde richtig anwendest und wann Vorsicht geboten ist.

Heilerde
Heilerde hilft insbesondere bei unreiner, fettiger Haut und bringt sie wieder ins Gleichgewicht. Foto © busra İspir / iStock / Getty Images Plus
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Heilerde ist ein natürliches Pulver, das seit dem Altertum Anwendung in der alternativen und Naturmedizin findet. Heilerde befreit nicht nur die Haut wunderbar von Unreinheiten und hilft bei Muskel- und Gelenkschmerzen, sie ist dank ihrer sanften Wirkung auch im Daily-Spa angesagt.

Heilerde - was ist das überhaupt?

Heilerde wird aus eiszeitlichen Lössböden gewonnen. Diese ganz spezielle Erde gibt es vornehmlich in gemässigten Klimazonen, in denen sie einst in grosser Stärke aufgeschichtet wurde, damit nicht wie sonstiges Erdreich mit verschiedenen Sedimenten schichtweise vermischt ist. Gereinigt, getrocknet und fein gemahlen wird dieses meist gelb bis grau gefärbte Sediment zu vielseitiger Heilerde. Je nach Herkunft enthält Heilerde einen bestimmten Mix an Mineralien und Spurenelementen. Es können unter anderem Mineralien wie Magnesium, Natrium, Aluminium, Kieselsäure, Eisen oder Mangan und Kalzium enthalten sein.

Heilerde Sorten und Anwendung
Foto © barmalini / iStock / Getty Images Plus

Heilerde ist sowohl für die äusserliche als auch die innerliche Anwendung geeignet. Welche Erde für welchen Einsatz geeignet ist, sollte die Produktbeschreibung verraten. Und das solltest du dann auch einhalten, denn jene Erden, die äusserlich angewendet werden sollen, sind für die innerliche Anwendung meist nicht geeignet. Der Grund: Die unterschiedliche Zusammensetzung mit obigen Mineralien, aber auch mit Spurenelementen.

Medizinisch belegt ist die Wirkung der Produkte nicht, doch die Anwendung ist seit Jahrhunderten, ja, bereits seit der Antike, in der Volksmedizin weit verbreitet.

Und was genau bewirkt nun Heilerde, was sind die Anwendungsgebiete und wie wird sie genutzt?

Das bewirkt die äusserliche Anwendung von Heilerde

Heilerde für die Reinigung der Haut

Heilerde gibt es pur zum selbst anrühren in verschiedenen Varianten, als fertige Spezial-Produkte oder als Heilerde-Kapseln (für die innerliche Anwendung). Für die äusserliche Anwendung wird in aller Regel eine Maske angerührt. Hierbei wird etwa für das Gesicht, das Dekolleté oder andere Körperpartien eine Mischung aus dem feinen Pulver und Wasser erzeugt, die anschliessend aufgetragen und abtrocknen darf. Die eigentliche Wirkung und Anwendung der Heilerde in Sachen Reinigung ist leicht erklärt:

Mit Wasser gemischt und beispielsweise auf das Gesicht aufgetragen, verbleibt die Heilerde als Maske so lange auf der Haut, bis sie vollständig angetrocknet ist. Dieser Trockenvorgang hat einen schwammartigen Effekt, der jegliche Unreinheit und überschüssigen Talg aus der Haut zieht. Gleichzeitig pflegen die enthaltenen Mineralien die jeweiligen Hautpartien.

Augen und Lippen bei einer Gesichtsmaske mit Heilerde aussparen.

Bei dieser Behandlung wird die Heilerde meist von der Haut gerubbelt, sobald sie angetrocknet ist. Dies ergibt einen zweiten, den Peelingeffekt. Je nach Hautpartie und deren Empfindlichkeit, also, ob Gesicht, Dekolleté, Beine oder Rücken, gibt es verschieden stark gekörnte Heilerde. Ist die jeweilige Hautpartie empfindlicher oder sind Entzündungen vorhanden, dann spült man die Maske besser mit lauwarmem Wasser ab.

  • So gibt sie als Maske aufgetragen der Gesichtshaut einen natürlich frischen Teint und
  • beseitigt selbst Pickel, wirkt desinfizierend und lindert Akne sowie Bartflechte.

Heilerde kann aber noch mehr, denn bei Neurodermitis lindert sie den lästigen Juckreiz und bei Schuppenflechte löst sie die schubartig gewachsenen Hautwucherungen. Sie kühlt einen Sonnenbrand oder leichte Verbrennungen und lindert Ekzeme oder Hautausschläge, die etwa aufgrund einer allergischen Reaktion entstanden. Dann solltest du die Mischung zunächst auftragen und mit einem in kaltem Wasser getränkten Tuch abdecken.

Bei empfindlicher und trockener Haut kannst du die Maske auch mit Öl anrühren. Die jeweiligen Mischungsverhältnisse sind auf dem Produkt angegeben.

Weitere Anwendungen:

Für Gelenke, Schmerzen, Sportverletzungen

Ebenfalls traditionell angewendet wird Heilerde bei Gelenkbeschwerden und den verschiedensten Verletzungen. Hier unterscheidet man zwischen warmen und kalten Anwendungen. So soll das Arzneimittel etwa Linderung bei Arthrose, rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen verschaffen. Für die Behandlung dieser Beschwerden wird die Heilerde mit warmem Wasser angerührt, auf die entsprechenden Stellen aufgetragen und mit einem feuchten Tuch abgedeckt.

Quetschungen, Verstauchungen und allgemeine akute Sportverletzungen lindert sie ebenfalls. Dann wird das Hausmittel mit kaltem Wasser angerührt. Das zieht die Gefässe in der Haut zusammen, was Schwellungen und Blutergüsse mildert.

Heilerde bei Cellulite?

Ja, auch gegen Cellulite soll Heilerde helfen. Hierzu wird wiederum eine Paste angerührt und mit einem feuchten Tuch abgedeckt. Nach etwa 20 bis 30 Minuten soll man die Heilerde in kreisenden Bewegungen abrubbeln.

Heilerde und die Wirkung von innen

Heilerde kannst du auch innerlich anwenden. Hierzu etwa einen gestrichenen Teelöffel Heilerde für die innerliche Behandlung in einem Glas Wasser oder einer Tasse Tee auflösen und bei Bedarf trinken. Dies soll unter anderem eine positive Wirkung bei Sodbrennen (oder saures aufstossen), säurebedingte Magenbeschwerden - dank Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes - sowie Verdauungsstörungen haben.

Für die innere Anwendung gibt es das Arzneimittel aus der Naturapotheke auch als Heilerde-Kapseln.

Zudem soll Heilerde hilfreich zur Entgiftung sein. Giftstoffe (unterschiedliche Stoffwechselprodukte) werden gebunden und ausgeschieden. Auch bei Durchfall soll sie aufgrund des hohen Anteils an quellfähigen Inhaltsstoffen den Verlauf mildern.

Du neigst zu einem nervösen Magen und reagierst dann auch mit Durchfall? Die innere Anwendung kann auch als Prophylaxe helfen, um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden.

In Heilerde baden

Man kann auch in Heilerde baden. Ein paar Esslöffel in ein Vollbad gegeben lindert starke Muskelverspannungen, Arthrose und Rheuma sowie Unterleibsschmerzen.

Rasulbad: Aus dem Orient ins Day-Spa

Bereits im alten Orient wurde Heilerde ob seiner wohltuenden Wirkung geschätzt. Damals wie heute – vor allem in vielen Wellness-Oasen – wird die Heilerde-Wirkung in einem Rasulbad wie folgt genutzt: Je nach Körperpartie wird man mit unterschiedlich gekörnter Heilerde eingerieben und geniesst die wohltuende Wärme in einem Dampfbad, in dem meist ätherische Öle oder Kräuteraufgüsse verdampfen. Die Heilerde wird über die Dauer von meist 20 Minuten sanft auf der Haut einmassiert, was eine durchblutungsfördernde, reinigende und entschuppende Wirkung hat.

Mit einer abschliessenden Pflege der Hautoberfläche, etwa mittels einer regenerierenden Ölmassage, fühlt man sich beinahe wie neu geboren und scheint in einer völlig neuen Haut zu stecken. Weil die sanfte reinigende Wirkung der Heilerde bereits viele Fans hat, wird das Rasulbad in mehr und mehr Wellnesshotels oder Day-Spas angeboten.

Nebenwirkungen

Bei Fieber und einer geschwächten Nierenfunktion ist es nicht ratsam, Heilerde einzunehmen. Durch seine bindende Wirkung kann sie zudem die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Daher ist es in diesem Fall sehr ratsam, vor der Einnahme mit deinem Arzt zu sprechen.

Bei Krampfadern solltest du Heilerde nicht an den entsprechenden Stellen einsetzen und diese als Anwendungsgebiet meiden.

Schliesslich gilt, das Hausmittel immer auch ihre Grenzen haben. Wenn Beschwerden länger anhalten oder gar schlimmer werden, dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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