Der Laubhaufen als Wohnung

Biodiversität im Naturgarten: Igeln ein Winterquartier schaffen

Igel überwintern gerne unter grossen Laubhaufen. Foto: Klaus Riesner, flickr.com

Auch Laub dient als Insekten-WG. Rutschmann empfiehlt, es deshalb nicht komplett abräumen, sondern kleine Haufen liegen zu lassen.
«In grössere Laubhaufen können sogar Igel einziehen. Dafür braucht es aber mindestens anderthalb Kubikmeter.

«Stauden, Hecken und Beeren tragende Büsche sollten im Herbst nicht gestutzt werden: Dann ist der Tisch für Vögel und andere Tiere auch noch bei Schnee gedeckt. Das gezielte Füttern indes sollte allenfalls in extremen Wintern und massvoll geschehen.

Mehr dazu finden Sie in der Broschüre «Stichwort Vögel füttern» des öko-forum Umweltberatung Luzern.

Verstecke fördern Biodiversität im Naturgarten

Auch ein Holzhaufen mit dichter Abdeckung aus feinen Ästen dient als Quartier für den in der Schweiz beheimateten Braunbrustigel. Eine weitere Möglichkeit ist ein erdbedeckter, bewachsener und mit Platten abgedeckter Steinring mit Öffnung. Ast- und Steinhaufen, am Boden aufliegende Hölzer und Feuchtstellen erleichtern Molchen das Überwintern: Fünf Arten leben in der Schweiz (Berg-, Faden-, Kamm-, Alpenkamm- und Teichmolch). Zauneidechsen fallen in Winterstarre. Dafür suchen sie Schlupfwinkel in der Erde auf. Mit einem Überwinterungsplatz in einer Stein- oder Holzlinse können Sie den Reptilien die Sache erleichtern. Diese und viele weitere Tipps gibt der Verein Wildtier Schweiz im Rahmen des  Projekts «Bauen&Tiere».

Drei Schmetterlinge: Goldmedaille für den Naturgarten

Um die Diversität zu fördern, vergibt Pro Natura eine Zertifizierung für Naturgärten: «Jeder, der glaubt einen Naturgarten zu haben, kann sich bei uns melden», sagt Rutschmann. Die Experten kommen dann vorbei und prüfen, ob die Kriterien erfüllt sind. Dafür müssen einheimische Pflanzen mindestens 70 Prozent der Fläche ausmachen und es dürfen keine Gifte verwendet werden. Wer bestanden hat, erhält eine Auszeichnung: Die Naturgartentafel mit einem oder zwei Schmetterlingen. Für besonderes Engagement gibt es die Goldmedaille - drei Schmetterlinge stehen für besonders grossen Artenreichtum.

Ein naturnaher Garten ist sehr pflegeleicht. In unseren Gartentipps erfahren Sie, mit welchen Handgriffen Sie ihn optimal für den Winter vorbereiten.

 

Linktipps: Mehr zum Thema Biodiversität

  • Über die Geschäftsstelle von Pro Natura Thurgau können Sie sich für eine Zertifizierung Ihres Naturgartens anmelden.
  • Auf der Website des Forum Biodiversität Schweiz finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Biodiversität.

 

Quellen: Pro Natura, öko-forum, Forum Biodiversität Schweiz, Wildtier Schweiz

Text: Christine Lendt