Soja, Mandel und Co: Wie gut ist welcher Milchersatz?

Milchersatz wird immer beliebter und hat deshalb bereits seinen Weg in viele Supermärkte gefunden. Wie gut er Kuhmilch ersetzen kann, kommt auch auf den Milchersatz an, aber hauptsächlich auf den eigenen Geschmack.

Milchersatz: Welches sind die besten Alterantiven?
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Ein Drittel aller Schweizer ist laut Allergiezentrum Schweiz von Laktoseintoleranz betroffen. Doch nicht nur deshalb möchten viele auf Kuhmilch verzichten. Milchersatz ist auch aus ethischen Gründen immer mehr im Kommen. Und die pflanzliche Alternative gilt oft als gesünder. Doch nicht jeder Milchersatz kann tatsächlich mit Kuhmilch mithalten.

Besonders oft zu finden: Sojamilch als Milchersatz

Sojamilch finden Sie heute in fast allen grossen Supermärkten. Geschmacklich ist sie umstritten, die einen lieben den Milchersatz, andere finden ihn fürchterlich.

Sicher ist, dass der Milchersatz auf Basis von Soja viele Vorteile hat. Er enthält wichtige Nährstoffe und teilt wichtige Eigenschaften mit Kuhmilch. Das erleichtert die Verarbeitung. So lässt sich Sojamilch etwa aufschäumen.

Der Nachteil an diesem Milchersatzprodukt ist, dass mehr als die Hälfte des heute angebauten Sojas aus Südamerika stammt. Dort werden für den Anbau häufig Regenwälder gerodet. Zudem wird konventionelles Soja oft mittels Gentechnik erzeugt. Mit Bioprodukten, die nachweislich aus Europa stammen, kann dies umgangen werden. Doch die wirklich nachhaltigen Sojaprodukte sind selten zu finden. Kaum eine Bohne ist dabei, die genetisch nicht verändert wurde.

Weiterer umstrittener Punkt bei Sojamilch: Die in dem Milchersatz enthaltenen Pflanzenstoffe Isoflavone haben eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Hormon Östrogen.

Mit Milchersatz aus Getreide lässt sich gut backen

Die Milch aus Dinkel, Hafer oder auch Reis kommt immer häufiger in die Läden. In vielen Reformhäusern und Bioläden finden Sie bereits diverse Sorten von Milchersatz aus Getreide.

Grundsätzlich lassen sich diese Alternativen gut verarbeiten. Sowohl Aufschäumen als auch Backen ist mit dem Getreide-Milchersatz bestens möglich.

Einige Nachteile haben diese Milchsorten jedoch, so wie den starken Eigengeschmack. Dieser verfälscht schon mal Getränke oder Rezepte und pur getrunken mögen viele das Gefühl von Getreide im Mund nicht.

Zudem ist dieser Milchersatz in der Regel arm an Proteinen. Wer ihn nicht als Quelle dafür nutzt und mit dem Geschmack zurechtkommt, hat aber eine gute Alternative zu Kuhmilch an der Hand. Hier heisst es wohl einfach mal probieren.

Die nussige Alternative zu Milch versüsst den Kaffee

Mandelmilch steht schon häufiger in den Supermarkt-Regalen. Bei Nussmilch aus Haselnuss oder Cashewkernen müssen Sie noch häufig länger suchen. 

Gemeinsam haben diese Milchersatzprodukte den stark nussigen Eigengeschmack und eine leicht karamellige Note. Das macht sie ideal für den Kaffee. Auch, weil sich die nussige Milch gut aufschäumen lässt. Zum Backen lassen sich diese Alternativen ebenso gut verwenden.

Vorteilhaft ist ebenso, dass dieser Milchersatz viele ungesättigte Fettsäuren enthält und damit besonders gesund ist. Einziger Nachteil kann der sehr süssliche nussige Geschmack in bestimmten Getränken und Rezepten sein. Auch pur mag diesen Milchersatz nicht unbedingt jeder.

Warum Milchersatz nicht alles zu bieten hat

Kuhmilch hat viel Eiweiss, das wir für den Muskelaufbau brauchen und sie gilt als ausgezeichnete Quelle für Kalzium. Milchersatzprodukte können dies nicht immer liefern. Deshalb wird manchen Alternativen beispielsweise Kalzium zugesetzt.

Die Kuhmilch zu ersetzen ist trotzdem meist kein Problem, solange Sie sich ausgewogen ernähren. Auch andere Nahrungsmittel liefern die wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge.

Quellen: aha.ch, schweizerkaese.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann