Ganz schön scharf: Wie die Wunderknolle Ingwer wirkt

Ingwer ist ein wahrer Allrounder unter den Heilpflanzen. So hilft die scharfe Knolle bei Erkältungen, Übelkeit und Entzündungen, aber auch bei vielem anderen.

Ingwer: Wirkung und Verwendung der heilsamen Wurzel
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Ursprünglich stammt Ingwer aus China. Es handelt sich dabei um die Wurzel einer schilfartigen Staude aus der Familie der Gewürzlilien, die eine Höhe von bis zu zwei Metern erreicht. Noch immer wird Ingwer vor allem in China angebaut, inzwischen aber auch zu grossen Teilen in Nigeria sowie in fast allen tropischen Ländern, etwa in Indien und auf Jamaika.

Die scharfe Knolle bringt vielseitige Wirkungen

Zumindest im unverarbeiteten Zustand können nicht alle der brennend-würzigen Wurzel etwas abgewinnen. Als Gewürz verarbeitet, lässt sich Ingwer aber fein dosieren, sodass seine Schärfe weniger dominiert. Der besondere Geschmack und Geruch sind auf ätherische Öle sowie aromatische Harze zurückzuführen, und genau diese enthalten auch das «Geheimnis» seiner Heilkraft.

Ingwer werden unter anderem antimikrobielle, entzündungshemmende, blähungstreibende, verdauungsfördernde und schmerzlindernde Eigenschaften zugeschrieben. Förderlich ist auch seine durchwärmende Wirkung. Damit lässt er sich laut Gesundheitsexperten einsetzen

- zur Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit
- bei Übelkeit und Erbrechen
- bei Magenproblemen und Verdauungsbeschwerden
- bei Appetitlosigkeit
- bei Erkältungen
- zur Entschlackung

Um die Wirkung von Ingwer zu nutzen, können Sie es als Tee zu sich nehmen, der im Detailhandel oder auch in der Apotheke angeboten wird. Die frische Wurzel kann aber auch in Wasser gegeben werden, wo sie vor dem Trinken einige Zeit lang eingelegt wird.

Besonders effektiv ist der Genuss von rohem Ingwer, aber Vorsicht, die Wunderknolle kann wirklich sehr scharf sein. Wie Sie einfach einen Tee aus der frischen Wurzel herstellen und damit etwa lästige Halsschmerzen oder Schnupfen bekämpfen können, wird hier erklärt: «Natürliche Hilfe: Hausmittel bei Husten und Halsschmerzen».

Als Detox-Wunder angepriesen, soll auch Ingwerwasser eine positive Wirkung auf den Körper haben. Mehr dazu und wie Sie Ingwerwasser selber machen, erfahren Sie hier.

Nicht ganz so wirkungsvoll, aber dafür besonders fein, ist Ingwer als Gewürz in diversen Gerichten.

Wie Sie Ingwer beim Kochen verwenden können

Das Gewürz steckt zum Beispiel in zahlreichen chinesischen, thailändischen, indischen und indonesischen Speisen, besonders in Currys und Reisgerichten. Doch auch in die europäische Küche passt es hervorragend. Ingwer lässt sich hier frisch gerieben, getrocknet, gemahlen oder kandiert einsetzen. Die Bandbreite für das Kochen mit Ingwer ist praktisch endlos. Die Knolle passt zu fast allem, egal ob Fisch, Fleisch oder auch vegetarische Gerichte.

Daneben ist Ingwer für Desserts, Gebäck oder als Süssigkeit geeignet. So entstehen mit der Wurzel raffiniertes Konfekt und Pralinen, Kuchen oder auch Guetzli. Im Glace findet sich Ingwer auch hin und wieder. Und lässt man Ingwer ziehen, verfeinert er neben Tee auch kühle oder heisse Getränke wie Limonade („Ginger-Ale“), Wein und Bier.

Tipp: Wie Sie Ingwer ganz einfach selber anbauen können, lesen Sie in dem Beitrag «Winterprojekt für Ingwerfans: Ingwer selbst pflanzen und geniessen».

Die Wurzel als Heilmittel: Ingwer aus der Apotheke

Als Arzneimittel ist Ingwerpulver (Zingiberis rhizomatis pulvis) in der Schweiz seit 1984 zugelassen und zum Beispiel in Form von Kapseln erhältlich. Man bekommt ihn zudem als Tee sowie als Arzneidroge.

Aber Vorsicht: Mit Ingwer besser nicht übertreiben

Trotz seiner positiven Eigenschaften, kann Ingwer unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Sein scharfer Geschmack kann bei empfindlichen Personen zu Reizungen der Zunge und der Mundschleimhaut führen.

Als mögliche Nebenwirkungen werden auch Verdauungsbeschwerden wie Magenbrennen oder Durchfall genannt. Während der Schwangerschaft sollte Ingwer zudem nur nach Rücksprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt eingenommen werden.

Quellen: pharmawiki, experto, Ernesto Pauli, Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Autor: Christine Lendt