Süssholz raspeln hilft bei Husten, Heiserkeit und Herpes

Wer Süssholz raspelt, will heute anderen gefallen. Dabei kommt die Bezeichnung eigentlich von einer vielseitigen Wurzel, die nicht nur Lakritze ihren Geschmack gibt. Als wirkungsvolles Gewürz hilft Süssholz auch positiv bei so mancher Erkrankung.

Süssholz: Wirkung, Verwendung und woher das Süssholz raspeln kommt
Wie Stöcke sehen die geschnittenen Wurzeln der Süssholzpflanze aus. Schon bei den Griechen wurde sie aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Wirkung geschätzt. Heute kennt man sie fast nur als Geschmacksgeber in Lakritze. Foto: Zoonar/Heike Rau, Zoonar, Thinkstock
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Das Extrakt für den typischen Lakritz-Geschmack gewinnt man aus der Wurzel der Süsshölzer, die dafür tatsächlich geraspelt wird.  Die Süssholzwurzel enthält eine hohe Süsskraft, die fünzigmal stärker als die von Rohrzucker ist. Aber nicht nur für Naschereien ist Süssholz geeignet. Seinen Geschmack und positive Wirkungen entfaltet es auch in anderen Lebensmitteln und selbst als Arznei.

Die Wirkung von Süssholz in der Medizin

Die heilende Wirkung des Süssholz hilft unter anderem bei Erkrankungen der oberen Atemwege. Die positiven, antibakteriellen Effekte erzeugt die Wurzel dank mehr als 40 gesunder Wirkstoffe. Genauer soll Süssholz so Erkältungen und Husten mildern, in Verbindung mit Salmiak auch Schleim lösen. Wohl mit ein Grund dafür, dass Süssholz in 2012 Arzneipflanze des Jahres in Deutschland war.

Ein Extrakt aus Süssholz soll zudem Geschwüre, Hautunreinheiten, Hepatitis sowie Herpes geradezu wegzaubern. Wer allerdings zu viel von der Wurzel zu sich nimmt, kann Bluthochdruck und Herzrhytmusstörungen bekommen. Übermässiger Konsum soll zudem Muskelschwund auslösen.

Wo Süssholz überall enthalten ist

Nicht nur Lakritzstangen, -Schnecken oder -Brezeln werden mit Süssholz-Extrakt hergestellt. Denn auch in vielen Teemischungen, gerade in Erkältungs- oder Magentees, ist die Wurzel zu finden. Daneben findet Süssholz Verwendung in Lutschpastillen, Tropfen oder Kräuterbonbons, die in der Apotheke erhältlich sind.

Ganz andere Produkte mit Süssholz finden sich insbesondere in Skandinavien. So verarbeiten die Schweden Lakritzestückchen in einem Zitroneneis, die Finnen mögen Süssholz eher als Geschmacksgeber für ein wodkaähnliches Getränk. Und die Engländer färben damit auch mal ihr dunkles Stoutbeer.

Süssholz: Schön im eigenen Garten

Der Hobbygärtner kann die mehrjährige Süss-Holzstaude übrigens auch im eigenen Garten anbauen. Süssholz macht sich besonders gut in Kombination mit anderen Wildblumen. Sie blüht von Juni bis September und hat weisse bis violette Blüten. Nur: Sie ist schwer im Handel zu finden.

 

Quellen: Aid.de, Swiss-BB.ch, Wikipedia, Hauenstein-Rafz.ch

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann