Gesundheits-Booster Kurkuma? Das kann Curcumin wirklich

Kurkuma ist in der asiatischen Medizin seit Jahrhunderten ein gängiges Heilmittel, denn das enthaltene Curcumin ist richtig gesund. Wir zeigen, was es mit dem Wirkstoff Curcumin auf sich hat und wie Sie das Gewürz nutzen können.

Kurkuma: Wirkung, Verwendung und Tipps zum Curcumin
Kurkuma ist nicht nur ein feines Gewürz, sondern hilft bei vielerlei Krankheiten und Beschwerden. Foto: © Aamulya/ iStock / Getty Images Plus
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Kurkuma, auch Curcuma, Gelbwurz oder Gelber Ingwer genannt, ist sprichwörtlich in aller Munde, denn der unterirdische Teil der Pflanze, seine Wurzel, auch Rhizom genannt, die in ihrem Aussehen etwas an Ingwer erinnert, glänzt mit gesunden Inhaltsstoffen, welche die Wurzel so interessant machen. So färbt Gelbwurzel nicht nur Lebensmittel wie etwa ein Curry und dient zum Würzen von Speisen, nein, Kurkuma kann noch weitaus mehr, was Studien sogar belegen. Denn Kurkuma ist ähnlich gesund wie der viel gelobte Ingwer und wirkt unter anderem entzündungshemmend. 

Wie gesund ist die Pflanze wirklich für unseren Körper, was für Inhaltsstoffe weist sie auf und wie können Sie sie verwenden?

Seit Jahrhunderten genutzte Heilwirkung

In der traditionellen indischen und chinesischen Medizin gilt die Wurzel der Pflanze bereits seit Tausenden von Jahren als vielfältig einsetzbares Mittel für die Behandlung von so manchen Beschwerden und Krankheiten.

Kurkuma werden allerlei Wirkungen zugesprochen. Und manche sind belegt oder werden von medizinischen Fachleuten anerkannt. Auch und gerade, weil sie in der Naturmedizin Bestätigung finden. Die Heilpflanze in die Ernährung zu integrieren, macht jedenfalls nicht nur in Sachen Geschmack Sinn, sondern auch für die Gesundheit.

Hauptverantwortlich für die heilende Kraft von Kurkuma ist der Inhaltsstoff Curcumin, der auch für die gelbe Farbe von Kurkuma sorgt. Die Wurzeln enthalten rund 2 bis 9 Prozent Curcumin. 

Positive Effekte auf die Gesundheit im medizinischen Fokus

In zahlreichen Studien oder im Labor- beziehungsweise in Tierversuchen wurde zur medizinischen Wirkung geforscht.

Die Heilpflanze hilft gegen Magen-Darm-Beschwerden, was durch die traditionellen Anwendungsgebiete und durch Fachleute wie der European Medicines Agency, kurz EMA (eine Agentur der Europäischen Union) bestätigt wird. So sei Curcuma longa, wie die Pflanze botanisch genannt wird, bei der sogenannten Dyspepsie durchaus wirksam.

Dieser medizinische Begriff steht für Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, genauer, für Magen-Darm-Beschwerden vornehmlich im Oberbauch. Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl, allgemeines Unwohlsein, Reizmagen und bis hin zu Blähungen - hier wird dem Curcumin ebenfalls Heilwirkung zugesprochen.

Zudem würde durch Curcumin der Gallenfluss für eine bessere Verdauung und die Tätigkeit der Leber gefördert, die Bildung von Gallensäure, verantwortlich für die Bildung von Gallensteinen, dagegen reduziert, genauso, wie die Cholesterinwerte.

Schulmedizinisch akzeptiert ist die entzündungshemmende Wirkung von Curcumin. Dies fängt bei Halsschmerzen an und endet noch nicht bei Arthritis. Auch die antioxidative Heilwirkung findet in der Medizin breite Akzeptanz. Nachweise gibt es hier bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis. In den USA gibt es laut der Schweizer Stiftung Krebshilfe bis dato 89 offizielle Studien, die vornehmlich die Wirkung von Curcumin auf Krebs und die Krebsvorsorge untersuchen. Diese legen nahe, dass Curcuma bei Krebs helfen kann, da zumindest konzentriertes Curcumin das Wachstum der Krebszellen unterbinde. Doch noch sind nicht alle Studien völlig abgeschlossen und die Wirkung bezüglich Krebs wird weiter untersucht. Auch und gerade bei möglicher negativer Wirkung in Verbindung mit der Behandlung durch eine Chemotherapie.

Der Tipp der Stiftung Krebshilfe Zürich: Kurkuma kann in der Krebsvorsorge nicht schaden, somit auch nicht der regelmässige Konsum.

Laborversuche und humanpharmakologische Untersuchungen legen schliesslich nahe, dass Curcumin beim Reizdarm-Syndrom, helfen kann. Weiterhin untersucht ist der Effekt bei Diabetes. erhöhten Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selbst bei der Demenz- und Alzheimertherapie könnte Curcumin hilfreich sein. Hier zu fehlen allerdings weitreichendere Studien.

Dieses breite Wirkungsspektrum legt die Auswertung diverser Studien aus der ganzen Welt zur Wirkung von Curcumin nahe. Gemacht hat sie Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann der süddeutschen Universität Freiburg nahe. Die Ärztin ist Allgemeinmedizinerin und Schmerzmedizinerin mit einer Zusatzausbildung in Sachen Naturheilverfahren.

Bei den diversen Studien wurde den Patienten bis zu acht Gramm Kurkuma-Pulver (mit dem Inhaltsstoff Curcumin) oder der extrahierte Wirkstoff verabreicht. Tagesdosen des Pulvers darüber hinaus würden laut Chrubasiki-Hausmann schlecht toleriert. Was man aber nicht verschweigen darf: Für schulmedizinische Standards wurden in den Untersuchungen meist zu wenige Patienten in den Untersuchungen eingesetzt. Dadurch gelten sie für die meisten Mediziner als nicht aussagekräftig. Auch würden Tierversuche oder Laborstudien nicht einfach so Rückschlüsse auf den Menschen ermöglichen. Diese Tatsachen stossen bezüglich der getätigten Aussagen auch auf Kritik. Dagegen zu halten ist der Einsatz und die teilweise Belegbarkeit aus der Naturmedizin.

Bessere Wirkung: Aufnahme optimieren

Curcumin hat nur ein Problem, besser gesagt unser Körper mit diesem Wirkstoff: Da Curcumin nicht wasserlöslich ist, kann es der Darm nur schwer aufnehmen. Dextrine oder Zuckerstoffe und das im Pfeffer enthaltene Piperin könnten die Aufnahme verbessern. Auch Speisen, die Fette enthalten - wie ein klassisches Curry in der indischen Küche - sowie das Erhitzen machen die Aufnahme der gesunden Inhaltsstoffe der Gelbwurz beziehungsweise des Gewürzes einfacher. Daher ist es beispielsweise ratsam: Curcumin mit gesundem Honig (ebenfalls entzündungshemmend) und frischem schwarzem Pfeffer zu kombinieren. So wie in dem folgenden Rezept.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Tagesdosis von 3 g Curcuma-Pulver nicht zu überschreiten. In medizinischen Untersuchungen kamen teils hohe Dosen über diesem Wert zum Einsatz.

Kurkuma natürlich nutzen

1 Entzündungshemmende Wirkung mit Honig und Pfeffer

Honig, Kurkuma und etwas schwarzer Pfeffer – in der tibetanischen Heilkunde ist diese 'Golden Honey' genannte Mischung ein prima Entzündungshemmer, der gerade bei einer Erkältung merkliche Linderung verspricht. Der schwarze Pfeffer wird zugegeben, um die Wirkung von Curcumin zu verstärken. Dafür sorgt das enthaltene Piperin.

Hier finden Sie 5 weitere Rezepte für natürliche Antibiotika, die eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Hinweis für Ihre Gesundheit: Der Wirkstoff Curcumin kann bei ernsthaften Erkrankungen eine Medikamentengabe nicht ersetzen.

Kurkuma ist ein Fitmacher ohne Nebenwirkungen

Goldene Milche mit Kurkuma

BildunterschriftFoto: © Foxys_forest_manufacture / iStock / Thinkstock

Kaffee oder Energiedrinks waren gestern, denn das in Kurkuma enthaltene Curcurmin ist auch noch ein wahrer Fitmacher und wirkt ähnlich anregend wie Koffein. Schwer im Trend ist Kurkuma als Getränk in Form von «Goldener Milch», die man heute auch gerne Kurkuma Latte nennt.

3 Curcumin hilft beim Entgiften

Lesetipp: Kurkuma selber pflanzen und richtig pflegen.

Curcumin hilft, die Darmtätigkeit zu regulieren. Zudem regt Kurkuma die Gallen- und Lebertätigkeit an, was zur klassischen Entgiftung beiträgt. Ein Nebeneffekt der angeregten Gallentätigkeit: Fett kann besser verdaut werden.

4 Kurkuma sorgt für schöne Haut

Oxidativen Stress nennt man komplexe Vorgänge im Körper, bei denen die Zellen aus der Balance kommen. Jene der Haut beispielsweise, Stichwort freie Radikale. Dank seiner antioxidativen Wirkung schützt Kurkuma hier vor den Folgen der Hautalterung. Zudem wirkt Curcumin antibakteriell, reinigt die Haut und vernichtet Pickel.

Kurkuma-Maske
1 TL Kurkuma-Pulver mit 2 TL naturbelassenem Honig und etwas Zitronensaft gut verrühren. Bei besonders empfindlicher Haut können Sie den Zitronensaft durch kalten Kamillentee ersetzen. Die streichfähige Mischung dünn auf die Haut auftragen und nach etwa 30 Minuten mit lauwarmem Wasser abspülen.

Eine Maske mit dem Wirkstoff Curcumin soll bei Hauterkrankungen wie Psoriasis helfen.

5 Dank Kurkuma besser abnehmen

Kurkuma hält die Verdauung fit. Zudem hat es eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und die Cholesterinwerte. Somit hilft Kurkuma auch ganz sanft beim Abnehmen. Tipp: Öfter mal pur oder in einer Curry-Mischung dem Essen die richtige Würze verleihen.

6 Curcumin: Pulver oder frische Wurzel für Speisen

Ob Honig mit Kurkuma, Kurkuma Latte oder Kurkuma Tee, Pulver als Gewürz oder die frische Wurzel - Kurkuma und seine gesundheitsfördernde Wirkung in den Speiseplan einzubauen kann definitiv nicht schaden. Nebenbei schmeckt die Gelbwurz ja auch noch. In vielen asiatischen Ländern ist sie jedenfalls ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung.

Es ist zwar längst nicht belegt, dass Curcuma das nicht alleine bewirkt - was sicher auch nicht so ist -, aber Fakt ist: Übliche Zivilisationskrankheiten gibt es in den Ländern, in denen auf das Gewürz gesetzt wird, deutlich weniger als in der westlichen Welt.

Kurkuma: Vielseitiges Gewürz in der Küche

Kurkuma lässt sich in der Küche vielseitig einsetzen. In Honig und mit frischem Pfeffer, im Heissgetränk, das etwas Fett wie Kokosöl für die bessere Aufnahme enthalten sollte oder in feinen Speisen in Kombination mit anderen Gewürzen ist Kurkuma ein idealer Begleiter. Hier geht Probieren über Studieren! Verwenden Sie Kurkuma für eine feine Marinade, zum Würzen von Gemüsechips oder als kleines Extra in der Salatsauce

Pillen, Tabletten & sonstige Präparate als Ersatz?

Manche Tabletten enthalten zahlreiche Zusatzstoffe, die von Maisstärke bis Siliciumoxid reichen. Bei manchen Anbietern soll man bis zu 10 Pillen einer Packung am Tag schlucken und kommt so doch nur auf zwei Gramm reines Kurkumapulver. Besonders lautstark beworbene Kurkuma-Kapseln können sogar eine Dosierung über der Verzehrempfehlung enthalten. In jedem Fall sind diese Präparate teurer, als etwa ein gutes Bio-Kurkumapulver.

Statt eine Pille zu schlucken scheint es immer sinnvoller, eine der Rezepturen auf den Löffel, den Teller, ins Glas oder die Tasse zu bringen. Hausgemacht, lecker und garantiert zusatzstofffrei. Noch dazu mit einer nachhaltig-natürlichen Wirkung und ohne grosse Werbeversprechen.

Nebenwirkungen von Curcumin

Kurkuma kennt praktisch keine Nebenwirkungen. Lediglich Menschen mit Blutgerinnungsstörungen sollten auf den Genuss von Kurkuma verzichten. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie vor dem Konsum von Kurkuma einen Arzt konsultieren. Zudem rät Professor Chrubasik-Hausmann davon ab, dass Schwangere und Frauen in der Stillzeit Curcumin und Produkte, die es enthalten, konsumieren. Und schliesslich sagt die EMA, dass Kinder das Heilmittel ebenfalls nicht zu Therapiezwecken einnehmen sollten.

Bei Beschwerden, die sich trotz der Einnahme verschlimmern oder länger anhalten, kommen Sie nicht umhin, einen Arzt aufzusuchen. Zudem kann es, trotz der gesunden Wirkung des Gewürzes mit Curcumin, immer auch zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.

Kurkuma und die Nachhaltigkeit

Heute können Sie vielerorts die frische Wurzel kaufen und das Kurkuma-Pulver steht ebenfalls in praktisch jedem gut sortierten Gewürzregal zum Kauf. Nachhaltiger geht es, wenn Sie aus einem Stück Curcuma longa einfach Ihren eigenen Vorrat heranziehen. Denn dass ist echt einfach. Wie das geht? Das verraten unsere Praxistipps im Artikel So pflanzen und pflegen Sie Kurkuma und ernten die Knollen.

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