Cumarin: Was Sie über den Aromastoff wissen müssen

Cumarin ist ein natürlicher Aroma- und Duftstoff, der in einigen Pflanzen steckt. Gerade Zimt enthält viel Cumarin und ist daher in Kritik geraten – denn der Stoff bringt gesundheitliche Risiken mit sich. Wo Cumarin enthalten ist, wie es wirkt und ob es wirklich so gefährlich ist.

Cumarin: Vorkommen und Wirkung des Aromastoffes
In hohen Dosen gefährlich: Cumarin steckt in Pflanzen wie Kümmel, Zimt und Waldmeister. Foto © iStock / Getty Images Plus, Collage: Redaktion
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Cumarin sorgt als natürlicher Aromastoff für den angenehmen Duft von Waldmeister-Blüten, Zimt, anderen Gewürzen und sogar frischem Heu. Cumarin steckt neben Zimt auch in Kümmel und Tonka und damit auch in saisonalen Backwaren wie etwa Zimtsternen und Lebkuchen sowie in Gerichten aus der orientalischen Küche.

 

Jedoch ist Cumarin nicht ganz unbedenklich. Gerade, wenn wir um die Weihnachtszeit viele zimthaltige Lebensmittel naschen und dadurch hohe Mengen Cumarin aufnehmen, kann der Stoff gesundheitsschädlich sein. Doch das ist kein Grund zur Panik: Es gibt auch Zimt, der kaum Cumarin enthält.

Wo Cumarin in der Natur vorkommt

Cumarin nehmen wir über cumarinhaltige Lebensmittel auf. Der natürliche Stoff steckt in

  • Dill
  • Kümmel
  • Tonkabohnen
  • Waldmeister
  • Datteln

und im sogenannten Cassia-Zimtpulver. Letzteres hat einen besonders hohen Cumarin-Gehalt und unterscheidet sich dadurch vom hochwertigen Ceylon-Zimt, der etwa 100 mal weniger Cumarin enthält, als Cassia-Zimt.

Übrigens: Wenn Sie im Supermarkt Zimt kaufen, handelt es sich meistens um Cassia-Zimt. Diese Zimtsorte stammt aus China und ist die meistverkaufte der Welt. Setzen Sie stattdessen auf den teureren Ceylon-Zimt in Bio-Qualität, um hochwertigen und gesunden Zimt zu erhalten.

Die Wirkung von Cumarin

Cumarin ist stark in Verruf geraten, da eine hohe Dosis der Substanz bei Tierversuchen Krebs auslöste. Ob Cumarin diese Wirkung auch beim Mensch hat, wurde bisher nicht nachgewiesen.

Eine erhöhte Dosis Cumarin wirkt sich allerdings schädlich auf die Leber aus und führt in schlimmen Fällen sogar zu Gelbsucht. Deshalb ist es insbesondere für Menschen mit Vorerkrankung sowie für Babys und Kinder gefährlich, über lange Zeiträume viel Cumarin aufzunehmen.

Aufgrund der lebertoxischen Wirkung hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine tolerierbare Tagesdosis von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Wird diese tägliche Aufnahmemenge langfristig überschritten, kann eine lebertoxische Wirkung eintreten. Allerdings sind mögliche Leberschäden reversibel und gehen zurück, sobald Sie keine weitern Lebensmittel mit dem Inhaltsstoff mehr zu sich nehmen.

Was über die gesundheitlichen Risiken hoher Konzentrationen von Cumarin oft übersehen wird, ist die positive Wirkung des Aromastoffs. Er wirkt entzündungshemmend, beruhigend und krampflösend. In der Medizin werden sogenannte Cumarin-Derivate ausserdem als blutgerinnungshemmende Arzneimittel eingesetzt.

Grenzwerte von Cumarin in Lebensmitteln

In Ländern der Europäischen Union darf Cumarin nicht mehr als Reinsubstanz in Lebensmitteln zugegeben werden, wie ein Report der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung festhält – hierzulande gilt diese Verordnung bisher nicht. In Deutschland ist ausserdem ein Grenzwert festgelegt worden, wie viel Cumarin einzelne Lebensmittel wie etwa Zimtsterne enthalten dürfen. Ein solcher Grenzwert wurde für die Schweiz bisher nicht festgelegt, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mitteilte. Als Übergangslösung werden die für Deutschland festgelegten Grenzwerte auch in der Schweiz als Anhaltspunkt angesehen, um den Gesundheitsschutz (insbesondere für Kinder) sicherzustellen:

Tabelle: Cumarin in verschiedenen Speisen

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Cumarin in Kosmetikprodukten

Zimtsterne, Heu und Waldmeister sind nicht die einzigen Dinge, die ihren feinen Duft dem Aromastoff Cumarin verdanken. Gerade in herben, süsslichen Parfums für sie und ihn ist der Stoff oft enthalten. Noch ist unklar, ob die Aufnahme über die Haut ebenso wie die durch Verzehr zu Leberschäden führen kann. Allerdings kann man schon durch Kosmetikprodukte die tägliche Aufnahmemenge erreichen.

Ob ein Parfum oder eine Lotion Cumarin enthält, erkennen Sie an den Inhaltsstoffen. Wenn für ein Parfum als Herznote Tonka oder Zimt angegeben werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Cumarin enthalten ist. Auf manchen Parfums wird Cumarin sogar als Inhaltsstoff aufgeführt.

Fazit: Nur in geringen Mengen

Wer die täglich tolerierbare Aufnahmemenge an Cumarin nicht überschreitet, muss den Aromastoff nicht fürchten. Wenn Sie in der Weihnachtszeit gerne Weihnachtsguetzli backen, sollten Sie jedoch zu Ceylon-Zimt greifen. Darin steckt deutlich weniger Cumarin und Sie können unbesorgt naschen.