«Food Bridge» soll Abfälle reduzieren und Bedürftigen helfen

Während in der Schweiz mehr als 1 Millionen Menschen in Armut leben und sich oft kaum Essen leisten können, werden täglich unzählige Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Die «Food Bridge» hilft nun, diese Lebensmittel besser an Bedürftige zu verteilen.

«Food Bridge» soll Abfälle reduzieren und Bedürftigen helfen
Foto: © Schweizer Tafel / Silvia Bretscher
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Es handelt sich dabei um eine Online-Plattform, auf der Produzenten und Unternehmen der Lebensmittelindustrie überschüssige aber einwandfreie Lebensmittel eintragen können. Teilnehmende Hilfsorganisationen werden dann informiert und können die Spenden übernehmen.

Ziel der Spendendatenbank der Schweizer Tafel ist es, dass die Waren rasch und unkompliziert angeboten werden. Das soll die Spende erleichtern und so Food Waste reduzieren. Dank der raschen Verteilung können mit der «Food Bridge» sogar frische Lebensmittel wie Gemüse und Früchte mit leichten Mängeln an Hilfsbedürftige weitergegeben werden.

Wenn ein Unternehmer Lebensmittel ab der Menge von einer Palette übrig hat, braucht er nur ein Online-Formular ausfüllen. Die Spender können dabei auch bestimmen, welche Organisationen über ihre Lebensmittelspende informiert werden, wenn sie beispielsweise nur eine regionale Verteilung wünschen. Die Hilfsorganisationen entscheiden dann, wie viel der angebotenen Nahrungsmittel sie übernehmen und verteilen können. Gleichzeitig dürfen sie auch Lebensmittel nachfragen und Spenden untereinander austauschen.

Mit der «Food Bridge» können nun auch Bauern spenden

Bisher hat die Schweizer Tafel Lebensmittel von Detail- und Grosshändler abgeholt und an Tischlein deck dich,  Gassenküchen, Frauenhäuser und Notunterkünfte verteilt. Damit möglichst viele Nahrungsmittel auf dem Teller statt im Müll landen, können neu auch Unternehmen aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie spenden. Denn bei ihnen fallen ebenso immer mal wieder überschüssige Lebensmittel an, wie die Pilotphase des Projekts bereits zeigte.

Die «Food Bridge» konnte dank finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft realisiert werden. Seit dem 21. Oktober 2016 ist sie nun online und soll laufend verbessert sowie an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Es steht auch die Idee im Raum, eine ähnliche Börse für den Transport der Nahrungsmittel ins Leben zu rufen.

Text: Anja Stettin, Januar 2017