Nachhaltig würzen: Schön scharf mit gesunden Bio-Gewürzen

Speisen wären ohne Salz, Pfeffer und andere Gewürze ziemlich fad. Diese bringen Pepp ins Essen und wirken appetit- und verdauungsfördernd, wenn man die richtige Auswahl trifft. Dennoch können gesunde Gewürze krebserregende Stoffe enthalten. Experten empfehlen, mit  Bio-Gewürzen zu kochen.

Gewürz sind aus unserer Küche kaum mehr weg zu denken.
Gewürze sind aus unserer Küche kaum mehr weg zu denken. Foto: David Evison, iStock, Thinkstock
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Wo kein Salz ist, können auch Gewürze nicht helfen, weiss der Volksmund. Diese sind kaum mehr aus der Küche wegzudenken. Die meist getrockneten Zutaten hauchen Gerichten neuen Geschmack ein.

Scharf, süss, sauer, salzig: Warum Gewürze unverzichtbar sind

Blätter, Stengel, Samen und Wurzeln von Gewürzpflanzen enthalten Öle, Bitterstoffe und Vitamine, mit denen man Speisen geschmackvoll zubereiten kann. Bekannte Frucht- und Samengewürze sind beispielsweise Pfeffer, Fenchel, Kardamom und Koriander. Natürliche Geschmacksverstärker sind  Blüten von Nelken, Kapern und Beifuss, Rinde von Zimt, Wurzeln von Kurkuma, Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln oder Blätter von Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Kerbel und Lorbeer. Curry ist hingegen eine Gewürzmischung, die man aus Koriander, Kreuzkümmel, Schwarzem Pfeffer, Bockshornklee, Ingwer, Kurkuma und Chili zusammenstellt. Weitere Zutaten oder Zusatzstoffe sind nicht erlaubt. Die enthaltenen Aromen verflüchtigen sich jedoch schnell. Deshalb sollte man die Würze vor Licht, Wärme, Feuchtigkeit und Luft schützen und in verschliessbaren Gläsern aufbewahren.

Gewürze und Gesundheit

Chili bringt nicht nur Schärfe ins Essen, sondern wirkt auch konservierend. Darüber hinaus regt es den Appetit an – genauso wie Paprika und Pfeffer. Weitere Gewürze gelten als gesundheitsfördernd: Kurkuma kurbelt beispielsweise die Magensaft- und Gallensaftproduktion an. Senf, Basilikum und Nelken fördern die Verdauung. Auch helfen Basilikum, Dill, Knoblauch und Fenchel gegen Blähungen. Chili, Paprika oder Rosmarin unterstützen die Durchblutung und die Herzleistung. Eine antibakterielle Wirkung haben Fenchel, Knoblauch, Kresse, Meerrettich und Curcuma. Wer reichlich Gewürze verwendet, kann das Speisesalz entsprechend reduzieren. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist der tägliche Salzkonsum der Schweizer zu hoch. Sie konsumieren fast doppelt so viel Salz wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt: Herr und Frau Schweizer nehmen täglich 9,1 Gramm des Gewürzes zu sich. Damit geht ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung einher. Wer zudem auf übermässige Schärfe verzichtet und zu den geeigneten Gewürzen greift, umgeht mögliche Verdauungsprobleme.

Unsichtbare Begleiter: Schimmelpilze

Das Kantonale Laboratorium Bern spürte Mykotoxine (Pilzgifte) in Gewürzen auf. Diese sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die während des Wachstums, der Lagerung oder des Transportes auftreten können. Die Gifte können auf Leber, Niere und Immunsystem einwirken oder im schlimmsten Fall zum Tode führen. Diese können langfristig Krebs oder Erbschäden verursachen. So fanden sich in fast 40 Prozent der überprüften Gewürze krebserregende Stoffe wie beispielsweise Aflatoxin. Einige Proben überschritten sogar die vorgeschriebenen Grenzwerte. Experten schätzen, dass davon kein grosses Risiko für die Gesundheit ausgeht, da nicht alle der zu sich genommenen Lebensmittel Schimmelpilzgifte enthalten.

Bunt, bunter, krebserregende Farbstoffe

Bunte Gewürze können gefährliche Farbstoffe enthalten. So fand Öko-Test im Madras Curry den verbotenen Farbstoff Sudanrot. Damit färbt man gewöhnlich Schuhcreme ein. Diese Stoffe stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu wirken. Auch das Kantonale Laboratorium Bern ermittelte in einer Chilisorte eine zu hohe Menge an Sudanfarbstoffen.

Allergische Reaktionen

Weiterhin fanden sich in einigen Proben nicht deklarierter Senf oder Sellerie. Diese Zutaten können jedoch allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb man Verbraucher unbedingt auf der Verpackung warnen sollte. 

Von Natur aus weniger gesunde Gewürze

Cumarin kommt als Aromastoff in Pflanzen und insbesondere im Cassia-Zimt vor. Dieser wird meist in China angebaut. Wer den teureren Ceylon-Zimt aus Sri Lanka, Südindien und Südamerika kauft, kann sich sicher sein, nur geringe Mengen Cumarin zu verzehren. Dieser Stoff kann bei sensiblen Personen durchaus Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und sogar Leberschäden hervorrufen.