Die Nummer mit dem «E»: Wie schädlich die Zusatzstoffe sind

Sie machen Fertigsauce cremig, Senf gelb oder Bonbons bunt. Immer mehr von der Industrie verwendete Zusatzstoffe, sollen Lebensmittel für uns attraktiver machen, indem sie Geschmack, Farbe oder Konsistenz verbessern. Doch die so genannten E-Nummern haben auch ihre Nachteile. Einige davon können sogar richtig krank machen.

E-Nummern: Liste der wichtigsten, was sie bewirken und sind sie schädlich?
In Laboren entstehen mehr und mehr Zusatzstoffe für die Lebensmittelindustrie. Vor allem jene mit den drei- oder vierstelligen Nummerncodes, die sogenannten E-Nummern, geben nicht nur verarbeiteten Lebensmitteln mehr Farbe, Geschmack oder die richtige Konsistenz. Foto: Ilka-Erika Szasz-Fabian, iStock, Thinkstock
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Die Zusatzstoffe, die sich hinter den drei- und vierstelligen E-Nummern verbergen, werden heutigen Nahrungsmitteln ganz bewusst zugefügt. Sie ergeben das tolle Aroma und den Geschmack, färben, verdicken, homogenisieren oder desinfizieren.

Ohne E-Nummern würde es Tütensuppe noch weniger gelingen annähernd so zu schmecken wie eine Selbstgemachte, ein Joghurt wäre nicht so eine schöne gleichmässige Masse und hätte kein herrliches Fruchtaroma. Die Chips wären nicht das was sie sind und der Apfel oder die Zitrone würde nicht so toll glänzen.

Sind die Zusatzstoffe hinter den E-Nummern schädlich?

Sicherlich sind in der Regel keine der Zusatzstoffe, die sich hinter den E-Nummern verbergen, richtig schädlich. Aber die deutschen Verbraucherzentralen warnen vor insgesamt 50 E-Nummern, die bei übermässigem Verzehr zu Durchfällen führen und sogar allergische Reaktionen auslösen können.

Benzoesäure ist ein Stoff, den beispielsweise Heidelbeeren ganz natürlich produzieren. Auch in Honig ist er drin. Synthetisch wird er als E 210 bezeichnet und kann Verdauungsprobleme verursachen, sowie Hautausschlag oder Asthma. Zu finden ist diese E-Nummer in kalorienreduzierten Marmeladen oder Gelees, aber auch Oliven und Aspik.

Ganz vorne bei den E-Nummern, die als schädlich eingestuft werden, liegt der Farbstoff Amaranth, E 123. Dieser rötliche Farbstoff wird in Likören und Spirituosen verwendet und kann zu Asthma oder verschwommenem Sehen führen. Zudem steht er in Verdacht, krebserregend zu sein.

Und so gibt es unter den vielen E-Nummern noch weitere ähnliche Beispiele. Als Fazit bleibt, dass die Zusatzstoffe unsere Lebensmittel zwar schöner oder geschmackvoller machen. Im Einzelnen sind sie dabei nicht, oder nur im geringen Masse schädlich. Doch die Menge und Mischung macht den Unterschied. Und letztlich ist es so, wie es ein Metzger in einem Beitrag von ZDF neo auf den Punkt bringt: «Die Zusatzstoffe wollen minderwertige Lebensmittel zu etwas Besserem machen.»

Die lange Liste der E-Nummern und was sie bewirken

Insgesamt 320 Zusatzstoffe mit E-Nummern sind insgesamt in der EU zugelassen, die sich vor allem in, um und an Lebensmitteln finden. Diese sind mit den E-Nummern in der Schweiz identisch.

Grundsätzlich werden die Nummern in verschiedene Bereiche eingeteilt:

  • E`s zwischen 100 und 180 sind Farbstoffe.
  • Konservierungsmittel verbergen sich hinter den E-Nummern 200 bis 297.
  • Damit Lebensmittel nicht mit Sauerstoff reagieren (Antioxidantien), kommen E 300 bis E 387 zum Einsatz.
  • Als Emulgatoren, also meist Verdickungsmittel, werden die E-Nummern 400 bis 495 eingesetzt.
  • Sauer wird ein Lebensmittel, wenn ihm E 550 bis E 538 zugesetzt wird.
  • Backtriebmittel sind E 541 bis E 585 und E 900.
  • Geschmacksverstärker verbergen sich hinter E 620 bis E 640
  • Zuckeraustauschstoffe kommen als E 950 bis E 999 in Lebensmitteln vor.
  • Und künstlich gesüsst wird schliesslich mit E 420 oder E 421.

 

Eine vollständige übersichtliche E-Nummern-Liste gibt es bei Wikipedia. Sie listet genau die Verwendung aller erlaubten Zusatzstoffe auf und gibt gegebenenfalls Höchstmengen an, wie viel man also maximal davon konsumieren sollte. Die E-Nummern-Liste gibt es hier.

Quellen: Was-ist-drin.de, Stern.de, Heko.ch, Wikipedia, Zusatzstoffe-online.de, ZDF neo «Da wird mir übel»Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann