Bald soll Milch statt Plastik unsere Lebensmittel schützen

Viele Lebensmittel sind heute in Plastik verpackt, was die Umwelt stark belastet. Eine neuartige Folie aus Milch soll das nun ändern und Tomaten, Käse oder Pizza künftig natürlich schützen.

Bald soll Milch statt Plastik unsere Lebensmittel schützen
Foto: © Pilin_Petunyia / iStock / Thinkstock
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Wichtigste Zutat für die ökologische Umhüllung ist das Milcheiweiss Kasein. Amerikanische Wissenschaftler haben es jetzt geschafft, daraus eine durchsichtige und feste Folie herzustellen. Diese sieht der bekannten Plastikfolie zum Verwechseln ähnlich, ist allerdings weniger elastisch. Dafür ist sie im Gegensatz zum Kunststoffprodukt biologisch abbaubar und sogar essbar.

Ein weiterer Vorteil der Milch-Verpackung ist, dass sie Sauerstoff 500-mal besser von den verpackten Lebensmitteln fern hält als Plastik. Diese Luftundurchlässigkeit kann helfen, die Haltbarkeit verpackter Lebensmittel zu verlängern. Damit die Folie selbst auch lange hält, wird bei der Herstellung Pektin aus Zitrusfrüchten zugesetzt. Das als Geliermittel bekannte Kohlenhydrat hilft, die Folie resistent gegen Feuchtigkeit und Hitze zu machen.

Das Milch-Plastik ist vielfältig einsetzbar

Haupteinsatzgebiet der Verpackung aus Milch wird es sein, Lebensmittel und andere Dinge zuverlässig längere Zeit gegen Umwelteinwirkungen zu schützen. Lässt man das Pektin allerdings weg, löst sich die Kasein-Folie gut in Wasser auf. Sie könnte daher den Verpackungsmüll bei Tütensuppen und ähnlichen Produkten überflüssig machen.

Gewöhnungsbedürftiger scheint dagegen der Einsatz auf Cornflakes: Als Spray aufgetragen soll die Kasein-Pektin-Mischung die Cerealien auch in Milch knackig halten und so das Zucker-Coating ersetzen.

Text: Anja Stettin