Wie Sie mit dem Nullenergiehaus Ihr eigener Energieversorger werden

Beim Nullenergiehaus spielen Erneuerbare Energien die Hauptrolle. Beim Minergie A Standard trifft Wohnkomfort auf eine ausgeglichene Energiebilanz, denn gut gedämmte Nullenergiehäuser gehen sparsam mit Wärme und Solarstrom um.

Sonnenenergie ist unerlässlich für ein Nullenergiehaus.
Solarkollektoren versorgen ein Nullenergiehaus mit Strom. Foto : © manfredxy / iStock / Thinkstock
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Wohnst du noch oder produziert dein Haus schon Energie? Der Trend geht zu komfortablen Wohn-Kraftwerken. So genannte Nullenergiehäuser nutzen Erneuerbare Energien, um die Bewohner mit Warmwasser, Heizwärme, Kühlung und Belüftung zu versorgen. Minergie A schafft nun verbindliche Standards, die seit Frühjahr 2011 gelten.

Ausgeglichene Energiebilanz von Nullenergiehäusern

Trotz verbindlichem Minergie Standard gibt es keine Serienproduktion. Höhenlage, Ausrichtung oder Dachfläche geben die Baurichtung vor. Etwas haben alle Nullenergiehäuser jedoch gemeinsam: Die Gebäude sind weiterhin an die Versorgungsnetze angeschlossen und beziehen externe Energie. Die Menge an selber erzeugtem Strom und Wärme schafft dazu den Ausgleich. So pegelt sich die jährliche Energiebilanz rein rechnerisch auf Null ein.

Ohne Solartechnologie geht es nicht

Bei Nullenergiehäusern liegt der Fokus auf der Energieerzeugung, auch weil der Stromhunger von Beleuchtung und Geräten stetig ansteigt. Die Gegebenheiten vor Ort bestimmen, wie Photovoltaik, thermische Kollektoren, Wärmepumpen oder Holzpelletheizung kombiniert werden. In jedem Fall wird auf Sonnenkraft gesetzt - was Heizung, Warmwasser oder Strom mit einschließt. Daher nutzt man die Dachflächen durch den Minergie A Standard optimal aus.

Nullenergiehäuser: von moderat bis hochgedämmt

Das Nullenergiehaus verlangt bei der Dämmung mindestens den Minergie-Basistandard. Dadurch wird ein geringer Wärmebedarf sicher gestellt. Zudem hängen die Qualität der Gebäudehülle und die Solaranlagengrösse stark voneinander ab: Wer moderat dämmt, vergrössert entsprechend die Kollektorenfläche - jedoch nur wenn das Gebäude an einem sonnigen Standort errichtet wird. Fehlt es an Sonne, an ausreichend Dachfläche oder übersteigt die Investition den Kostenrahmen, kann wiederum eine verbesserte Wärmedämmung die bessere Lösung sein. Jedoch allein der Planer entscheidet, mit welchen Massnahmen die ausgeglichene Energiebilanz erzielt wird.

Minergie A ist kombinierbar und ausbaufähig

Der neue Standard ist ausgeklügelt in das Zertifizierungssystem eingebettet. Häuser mit Minergie P Standard können durch eine Solaranlage zu A upgraden. Weiterhin kann man Nullenergiehäuser bauökologisch und gesundheitlich verbessern, sodass diese dann den Zusatz ECO tragen.

Graue Energie

Der energetische Aufwand ist ein entscheidender Faktor in der Bilanz. Die so genannte graue Energie entsteht zu fast zwei Dritteln durch die Herstellung und den Rückbau eines Nullenergiehauses. Diesen Wert kann man u.a. durch nachhaltige Materialien und durch die Bauweise positiv beeinflussen. Photovoltaik- und thermische Solaranlagen sowie die restliche Gebäudetechnik schlagen mit nur 38 Prozent zu Buche. Deshalb legt Minergie A einen Grenzwert für graue Energie fest und erlaubt, dass Stromüberschüsse mit den «Bauenergiekosten» verrechnet werden. Damit bringt man die Gesamtbilanz wieder ins Lot.

Null Toleranz für Energiefresser: Beste Geräte und Beleuchtung

Das Wohnverhalten bestimmt massgeblich den Stromverbrauch. Deshalb gibt Minergie A vor, dass Haushalts- und Bürogeräte der Energieeffizienzklasse A bis A++ sowie sparsame Leuchten einzubauen sind. Damit unterstützt man die Bewohner dabei nicht mehr Energie zu verbrauchen, als die Anlagen produzieren. Daher sollten sie wissen, wie viel Strom die Phototovoltaikanlage erzeugt und wohin dieser fliesst. Hierbei helfen intelligente Zähler, auch smart metering genannt, die zeigen, wie hoch der tatsächliche Energieverbrauch ist.

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