Erderwärmung: Kohlmeisen vom Aussterben bedroht

Steigen die Temperaturen weiter an, werden wir auf das Zwitschern von Kohlmeisen im Frühling bald verzichten müssen. Die Vögel können ihre Brutzeit nicht schnell genug an die veränderte Futtersituation anpassen.

Der Klimawandel nimmt Kohlmeisen das Futter
Kohlmeisen sind die am weitesten verbreiteten Meisen in ganz Europa. Foto: Luc Viatour / www.Lucnix.be
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Das Leibgericht junger Kohlmeisen sind Raupen. Darum brüten die kleinen Vögel genau während der Monate, in denen diese zu Hauf vorhanden sind. Doch das Zusammenspiel scheint mit der Erderwärmung nun aus dem Gleichgewicht zu geraten, wie ein britisch-niederländisches Forscherteam berichtet.

Der Grund dafür ist einfach: Durch die Erderwärmung verschieben sich die ersten warmen Frühlingstage und damit auch das Austreiben der Pflanzen nach vorne. Während die Raupen pflanzenfressender Insekten sich deshalb früher entwickeln, scheinen Kohlmeisen nicht schnell genug mitziehen zu können. Wenn die Jungvögel im Nest nach Futter verlangen, gibt es keines mehr, denn viele Raupen haben sich schon zu Schmetterlingen oder anderen Insekten weiterentwickelt.

Bereits jetzt entwickle sich diese Kluft: «Während sich die Zeit der größten Raupenbiomasse um 0,85 Tage pro Jahr nach vorne verlagert hat, haben sich die Brutzeiten der Meisen nur um 0,25 Tage pro Jahr verschoben», erklären Phillip Gienapp vom niederländischen Institut für Ökologie in Wageningen und seine Kollegen.

In ihrem Modell zeigen die Forscher, dass die Kohlmeisen mit einem maximalen Temperaturanstieg von 2 Grad gerade noch mithalten könnten. Setze sich der gegenwärtige Trend jedoch fort, werde die Kohlmeise mit sehr hohem Risiko aussterben, warnt das Forscherteam laut welt.de.

Quelle: welt.de

Text: Leena Heinzelmann