LED- und Energiesparlampe: Vorurteile bewahrheiten sich nicht

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Das Gerücht, LED-Lampen geben nur kaltes Licht ab, stimmt nicht. Sie können auch warmweisses Licht erzeugen. Foto: choness / iStock / Thinkstock

Viele Leute bemängeln vor allem bei LED-Lampen, dass sie kaltes und schlechtes Licht erzeugen. «Das Qualitätsspektrum der LED-Technik ist riesig. Die besten LED haben eine Lichtqualität, die mit Halogenlicht vergleichbar ist. Diese LED sind aber noch ziemlich teuer», stellt der WWF in seinem Faktenblatt das Vorurteil richtig. Über die Farbtemperatur der Lampe gibt der sogenannte Kelvin-Wert (K) Auskunft. Diese Angabe ist neben dem Watt- und Lumen-Wert auf der Packung oder dem Sockel der Lampe zu finden. Wenn Sie eine neue Lampe für Ihr Wohn- oder Esszimmer benötigen, sollten Sie auf einen tiefen Kelvin-Wert bis 3300 achten. Diese Lampe gibt warmweiss Licht ab und ist für den Wohnbereich empfehlenswert. Je höher die Farbtemperatur, umso höher der Blauanteil und desto kälter wirkt das Licht. In funktional genutzten Räumen wie Keller, Flur oder Küche kann ein neutrales, kaltweisses Licht bis 4000K genutzt werden und dort wo es technisch sinnvoll ist, z. Bsp. in Industriebetrieben, sind Lampen im so genanntem tageslichtweiss mit Kelvin-Graden von 5300K geeignet.

LED- und Energiesparlampen gefährden die Gesundheit nicht

Viele Menschen fürchten sich vor dem Elektrosmog, den Sparlampen und LED-Leuchten abgeben sollen. Doch der WWF beruhigt:«Bei Sparlampen sind die elektromagnetischen Felder in der Tat etwas höher als bei den anderen Lampentypen. Sie liegen jedoch weit unter den Richtlinien des Bundes und unter denjenigen von Handys. Hochempfindliche Menschen sollten bei Sparlampen einen Lampenabstand von mehr als 40 cm vom Kopf einhalten. Für LED-Lampen belegen Messungen der ETH Zürich, dass sie gleich strahlungsarm sind wie Glühbirnen.»

Zudem werden Leuchtstoffröhren und Sparlampen wegen dem Quecksilbergehalt als gefährlich angesehen. Auch diese Befürchtung ist wenig begründet. Zwei europäische Richtlinien sorgen dafür, dass auch Energiesparlampen nur noch relativ geringe Mengen Schwermetalle und Flammschutzmittel enthalten. Dennoch finden sich in einer Energiesparlampe bis zu fünf Milligramm Quecksilber. «Solange die Lampen nicht zerbrechen, ist das für die Gesundheit unproblematisch», heisst es im Faktenblatt des WWFs. Und wenn dann doch mal eine Lampe in die Brüche geht, empfehlen Experten das Zimmer kräftig zu lüften und die Teile vorsichtig mit Schaufel und Besen aufnehmen. Den Staubsauger lassen Sie besser im Schrank, andernfalls bestünde die Gefahr, feine Quecksilberkügelchen in der Luft zu verteilen und diese einzuatmen. Zudem sollten Sie ausgediente Energiesparlampen fachgerecht entsorgen und an die Verkaufsstellen zurückbringen. Auch LED-Lampen sind an Verkaufsstellen zurückzubringen. Diese enthalten zwar kein Quecksilber, dafür viel Elektronik.

LED- und Energiesparlampen brauchen beim Einschalten nur minim mehr Strom

Zudem hält sich wacker das Gerücht, dass das Einschalten von Sparlampen und LED sehr viel Strom verbraucht und man das Licht beim Verlassen des Zimmers besser brennen lässt. Nein, meint auch hierzu der WWF. Es lohnt sich unbedingt das Licht zu löschen. «Zwar brauchen LED- und Sparlampen minim mehr Energie beim Einschalten, doch dank der höheren Energieeffizienz ist diese Energie nach wenigen Sekunden wieder eingespart.»

Neben dem hohen Stromverbrauch beim Einschalten wird weiter moniert, dass LED-Lampen bei der Herstellung mehr Energie als eine traditionelle Glühbirne. Dies trifft zu. Die Herstellungsenergie einer LED-Leuchte beträgt 5 kWh, bei einer Glühlampe sind es nur rund 0,9 KWh. Da eine LED-Lampe aber 20mal länger hält als eine Glühlampe, fällt die Gesamtenergiebilanz deutlich zu Gunsten der energieffizienten LED-Lampe aus.


Wissenswertes zu LED- und Energiesparlampen:

  • LED- und Energiesparlampen sind energieeffiziente Lichttechnologien. Effizient heisst, dass pro verbrauchte Stromeinheit (Watt) die erzeugte Lichtmenge (Lumen) gross ist.
  • Energieffiziente Lampen verbrauchen weniger Strom und haben eine länger Lebensdauer. Dies schont die Umwelt und Ihr Portemonnaie, indem Sie Strom- und Einkaufskosten sparen.
  • Der Kelvin-Wert sagt etwas über die Farbtemperatur aus. LED-Lampen mit einem tiefen Kelvin-Wert von 3300K geben ein warmweisses Licht ab.
  • LED- und Energiesparlampen gefährden weder durch Elektrosmog noch durch den Quecksilbergehalt die Gesundheit. Zerbricht eine Energiesparlampe, sollten Sie den Raum lüften und die Teile mit Besen und Wischer aufnehmen.
  • Ausgediente Produkte sind fachgerecht zu entsorgen und an die Verkaufsstellen zurückzubringen.
  • LED- und Energiesparlampen brauchen bei der Herstellung mehr Energie und beim Einschalten mehr Strom. Wegen der längeren Lebensdauer und der höheren Energieeffizienz schneiden sie bei der Energiebilanz dennoch besser ab als traditionelle Glühbirnen.

 

 

Quellen: die-energie-bin-ich.ch, wwf.ch, focus.de, welt.de, Text: Lea Schwer