Wäsche trocknen im Winter: So geht’s nachhaltig

Wäsche in der kalten Jahreszeit umweltfreundlich trocknen? Das geht auch im Freien. Denn gerade dann, wenn es richtig kalt wird, trocknet sie draussen am besten. Wie du deine Wäsche im Winter draussen trocknest und wann du sie besser drinnen aufhängst.

Wäsche trocknen im Winter: So geht’s nachhaltig
Auch bei Minusgraden trocknet Wäsche draussen schnell. Foto © Sergio Leon / iStock / Getty Images Plus
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Aus der Trommel in den Trockner – das ist bequem, geht schnell und die Wäsche liegt im Nu wieder im Schrank. Grade im Winter ist der Trockner deshalb sehr verlockend. Doch dieser verbraucht nicht nur viel Energie, er eignet sich auch nicht für alle Kleidungsstücke.

Was viele nicht wissen: Auch im Winter – und zwar gerade an den kältesten Tagen – trocknet Wäsche schnell, umweltfreundlich und ganz ohne Energiekosten an der frischen Luft besonders gut. Doch auch, wer nicht die Möglichkeit hat, die Wäsche auf dem Balkon oder im Garten aufzuhängen, kann mit einfachen Tricks auf den Trockner verzichten.

Wäsche im Winter draussen trocknen

Ein klarer Himmel und Minusgrade bilden die perfekten Bedingungen dafür, dass deine Wäsche draussen schnell trocknet. Im Gegensatz zum Trockner schont das sogenannte Frosttrocknen Wäsche, Umwelt und Geldbeutel.

Wäsche im Winter frosttrocknen
Bei Minusgraden gefriert das Wasser und verdampft aus der Wäsche. Foto © golubovy / iStock / Getty Images Plus

Dass Wäsche bei Temperaturen unter null Grad Celsius so gut trocknet, ist dem physikalischen Vorgang der Sublimation zu verdanken. Was kompliziert klingt, ist ein ganz einfacher Vorgang: Das Wasser gefriert in der gewaschenen Wäsche und entweicht dieser in Form von Wasserdampf – ohne zwischendurch nochmals seine flüssige Form anzunehmen.

Wichtig ist, dass du die Wäsche nicht zu früh wieder reinholst. Ist sie noch hart, kannst du die Kleidung möglicherweise beschädigen, ausserdem wird sie dann wieder nass, sobald das Eis auftaut. Warte stattdessen, bis die Wäsche nicht mehr steif ist, bevor du sie von der Leine nimmst.

Übrigens: Grade Frotteewäsche ist nach dem Frosttrocknen besonders weich – und zwar ganz ohne Weichspüler.

Wer im Winter draussen Wäsche aufhängt, sollte darauf achten, dass

  • Minusgrade herrschen,
  • ein leichter Wind weht,
  • es nicht neblig ist und
  • im besten Falle die Sonne scheint.

Denn dann ist die Luftfeuchtigkeit am geringsten und die Wäsche trocknet fast so schnell wie im Sommer. Steigen die Temperaturen auf über null Grad, solltest du die Wäsche jedoch drinnen trocknen.

Wäsche drinnen trocknen: Darauf musst du achten

Wenn die Bedingungen fürs Trocknen an der frischen Luft nicht gegeben sind oder du keine Möglichkeit hast, draussen Wäsche aufzuhängen, kannst du sie auch im Winter in der Wohnung trocknen. Doch auch hier solltest du Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Auge behalten.

Gerade in neuen, gut isolierten Häusern herrscht im Winter wegen der laufenden Heizung schnell trockene Luft. Dann hilft nasse Wäsche sogar, für eine höhere Luftfeuchtigkeit und somit ein gesünderes Raumklima zu sorgen. Denn zu trockene Luft greift die Schleimhäute an.

Wäsche in gut belüfteten Räumen aufhängen
Wäsche in gut belüfteten Räumen aufhängen. Foto © vladans / iStock / Getty Images Plus

Am besten behältst du die Luftfeuchtigkeit drinnen mit einem Hygrometer im Blick. Hier erfährst du, welches die optimale Luftfeuchtigkeit ist.

Ist es hingegen ohnehin recht feucht in der Wohnung, kann das Trocknen der Wäsche die Schimmelbildung noch begünstigen. Achte also darauf, dass du genug lüftest und die Wäsche nicht immer im gleichen Raum aufhängst.

Tipp: Hänge die Wäsche nicht im Schlafzimmer auf, da hier nachts besonders viel Feuchtigkeit entsteht. Besser geeignet ist das Bad oder ein grosser Raum mit Fenstern zum Lüften.

Wäsche trocknen im Winter: Tipps on Top

Ganz gleich, ob du deine Wäsche bei kalten Temperaturen drinnen oder draussen aufhängst – mit diesen Tipps trocknet sie besonders schnell und (umwelt-) schonend:

1 Es lohnt sich, bei der Waschmaschine eine hohe Drehzahl fürs Schleudern einzustellen. So kommt die Wäsche schon weniger nass aus der Trommel und trocknet daher schneller.

2 Gerade, wenn du die Wäsche drinnen trocknest, solltest du sie mit viel Freiraum aufhängen und doppelt liegende Stoffe vermeiden. Auch das beschleunigt den Trockenprozess.

3 Wer seine Wäsche draussen aufhängt – ob im Winter oder im Sommer – dreht die Kleidungsstücke am besten auf links. So verhindert man, dass sie wegen der Sonne ausbleichen. Tipp: Auch beim Waschen schont es die Textilien, wenn du sie auf links drehst.

4 Manchmal kommt man um den Trockner nicht herum – etwa als grosse Familie oder wenn man keinen Platz hat, um die Wäsche aufzuhängen. Dann lohnt es sich meist, alte Geräte durch neue, deutlich energieeffizientere Trockner zu ersetzen. Generell gilt beim Trockner: Achte unbedingt auf die Textilpflegesymbole deiner Kleidungsstücke, denn nicht alle Materialien sind für die heisse Luft ausgelegt.

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