Clevere Tipps zum Stromsparen beim Kochen und Backen Irene Müller In der Küche geht es oft heiss her, und genau hier steckt im Alltag viel Sparpotenzial. Unsere alltagstauglichen Tipps zeigen dir, wie du beim Kochen und Backen Strom sparen kannst, ohne dass Genuss, Familienrhythmus oder gutes Essen zu kurz kommen. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken InhaltsverzeichnisStromverbrauch beim Kochen Vergleich Induktion & Co.Energiesparen beim KochenEnergiesparen beim Backen Mit einfachen Tricks wird der heimische Backspass nicht zum grossen Energiefresser. © Vasyl Dolmatov / iStock / Getty Images Plus Wenn du für mehrere Personen kochst, kennst du das: schnell Pasta aufsetzen, etwas im Ofen überbacken, nebenbei Wasser für Tee erhitzen. Gerade in Familien summieren sich solche Routinen. Umso hilfreicher ist es, dort anzusetzen, wo Energie direkt in Wärme umgewandelt wird. Fachinformationen von EnergieSchweiz, dem Bundesamt für Energie und Verbraucherorganisationen zeigen auch 2024 und 2025: Besonders viel sparst du nicht mit Verzicht, sondern mit passenden Geräten, klugen Abläufen und etwas Planung. So gross ist der Stromverbrauch beim Kochen Kochen und Backen gehören im Haushalt weiterhin zu den relevanten Stromanwendungen. Wie hoch dein Anteil genau ist, hängt stark von der Haushaltsgrösse, dem Kochverhalten, dem Gerätetyp und davon ab, ob du oft mit Backofen, Steamer oder Mikrowelle arbeitest. 2024 und 2025 gilt mehr denn je: Nicht nur das Gerät entscheidet, sondern auch, wie du es nutzt. Ein typisches Beispiel ist das Erhitzen von Wasser. Wenn du regelmässig mehr Wasser erwärmst als nötig oder Speisen lange offen köcheln lässt, steigt der Verbrauch unnötig. Gleichzeitig gibt es in kaum einem anderen Küchenbereich so viele kleine Hebel mit grosser Wirkung: Deckel auf den Topf, passende Topfgrösse, Restwärme nutzen, Wasserkocher statt Herdplatte. Das klingt unspektakulär, spart im Alltag aber zuverlässig Strom. Für Familien ist noch etwas wichtig: Energiesparen soll nicht zusätzlichen Stress machen. Sinnvoll sind deshalb vor allem Massnahmen, die Routinen vereinfachen. Wenn du einmal gute Abläufe einführst, profitierst du jeden Tag davon. Induktion, Ceranfeld oder Thermomix – welche Geräte sind am effizientesten zum Stromsparen? Wenn du neu anschaffst oder eine Küche planst, lohnt sich ein genauer Blick. Nach aktuellen Empfehlungen von EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie ist Induktion beim Kochen in der Regel die effizienteste Wahl im Haushalt. Der Grund: Die Wärme entsteht direkt im Topfboden, statt zuerst die Kochzone zu erhitzen. Das spart Zeit und reduziert Verluste. Ein Glaskeramikkochfeld ist ebenfalls alltagstauglich, reagiert aber träger. Gerade wenn du häufig kurz aufkochst, Temperatur wechselst oder mehrere kleine Kochvorgänge hintereinander hast, ist Induktion meist im Vorteil. Wichtig ist aber auch die Gesamtsicht: Ein vorhandenes, funktionierendes Ceranfeld nur aus Effizienzgründen zu ersetzen, ist ökologisch nicht immer automatisch die beste Lösung. Nachhaltig ist oft, ein intaktes Gerät weiterzuverwenden und es möglichst effizient zu betreiben. Gusseiserne Platten und ältere Systeme speichern viel Wärme, brauchen aber meist länger zum Aufheizen und sind im Alltag weniger präzise. Sie eignen sich eher dort, wo lange, gleichmässige Garprozesse im Vordergrund stehen. Stromsparen mit der Mikrowelle Die Mikrowelle ist besonders dann effizient, wenn du kleine Portionen erhitzt, Speisen aufwärmst oder Reste verwertest. Für Familien kann das sehr praktisch sein: Statt den grossen Ofen für ein einzelnes Stück Lasagne oder ein kleines Mittagessen einzuschalten, ist die Mikrowelle oft die sparsamere Wahl. Weniger sinnvoll ist sie meist bei grossen Mengen oder wenn du mehrere Komponenten gleichzeitig zubereiten willst. Auch beim Auftauen lohnt sich ein genauer Blick: Wenn du Tiefgekühltes rechtzeitig in den Kühlschrank legst, brauchst du häufig gar keine Auftaufunktion. Das spart Strom und ist zugleich lebensmittelhygienisch sinnvoll, weil das Auftauen gleichmässiger verläuft. Stromsparen mit dem Wasserkocher Für Wasser ist der Wasserkocher fast immer die beste Wahl – vor allem, wenn du nur die Menge erhitzt, die du wirklich brauchst. Das ist ideal für Tee, Bouillon, Couscous, Instant-Gerichte oder als Start für Pasta- und Kartoffelwasser. Gerade im Familienalltag summieren sich diese kleinen Handgriffe deutlich. Auch weitere Küchenhilfen wie Kaffeemaschinen, Eierkocher und Multikochgeräte können effizient sein, wenn du sie passend einsetzt. Ein Multikocher lohnt sich etwa dann, wenn er mehrere Arbeitsschritte bündelt und lange Garzeiten gut isoliert ablaufen. Er spart jedoch nicht automatisch Strom, nur weil er modern ist. Entscheidend bleibt, ob Menge, Zubereitungsart und Nutzungsdauer zum Gerät passen. Doch nicht nur auf die Geräte kommt es darauf an. Auch mit den folgenden einfachen Tipps lässt sich beim Kochen und beim Backen Strom sparen. So einfach sparst du Energie beim Kochen – 7 clevere Tipps Richtige Pfannengrösse Unterschiedlich grosses Kochgeschirr hilft beim Stromsparen: Erhitze kleine Mengen in kleinen Töpfen und wähle für den jeweiligen Topf die passend grosse Herdplatte. Die Kochzone darf etwas kleiner sein als der Topfboden, aber nicht grösser. So geht weniger Wärme ungenutzt verloren. Lass keine Energie entweichen Ein passender Deckel ist einer der einfachsten Spartipps überhaupt. Wenn du mit Deckel kochst, bleibt die Wärme im Topf und Wasser erreicht schneller den Siedepunkt. Auch Dampfkochtöpfe und gut schliessende Systeme sind sinnvoll, besonders bei Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Eintöpfen oder Schmorgerichten. Das spart nicht nur Strom, sondern oft auch Zeit – ein echter Vorteil im vollen Familienalltag. So wenig Wasser wie möglich Viele Lebensmittel brauchen weniger Wasser, als man denkt. Gemüse, Eier und Kartoffeln müssen nicht komplett mit Wasser bedeckt sein. Wenig Wasser und ein guter Deckel reichen oft aus, damit sie im Dampf garen. Das schont Nährstoffe und spart Energie. Bei Pasta ist eine gute, aber nicht übertriebene Wassermenge sinnvoll. Entscheidend ist, dass die Nudeln frei garen können, nicht dass der Topf randvoll ist. Wasser bewusst erhitzen Wenn du Wasser für Reis, Pasta oder Gemüse brauchst, ist der Wasserkocher meist effizienter als die Herdplatte. Warmes Wasser aus dem Hahn ist dagegen nur dann ökologisch klar im Vorteil, wenn dein Haushalt es besonders effizient und erneuerbar bereitstellt. Für die meisten Küchen gilt deshalb: Nur die benötigte Menge im Wasserkocher erhitzen und dann in den Topf geben. Restwärme nutzen Stelle die Herdplatte einige Minuten vor Ende der Garzeit aus und nutze die Restwärme. Das funktioniert besonders gut bei Reis, Pasta, Kartoffeln, Saucen und Eintöpfen. Auf Induktion ist die Restwärme geringer als bei klassischen Kochfeldern, aber auch dort lohnt sich frühes Herunterschalten statt dauerhaft voller Leistung. Die Dunsthaube bewusst einsetzen Die Dunstabzugshaube ist wichtig, wenn viel Wasserdampf, Fett oder Geruch entsteht. Du musst sie aber nicht bei jedem kurzen Kochvorgang auf hoher Stufe laufen lassen. In den warmen Monaten kann gezieltes Lüften eine gute Ergänzung sein. Im Winter ist die Lage anders: Häufiges Fensteröffnen kann mehr Heizenergie kosten als die Haube verbraucht. Sinnvoll ist dann, die Haube bedarfsgerecht und nicht länger als nötig zu nutzen. Herd über Backofen Wenn du die Wahl hast zwischen Backofen und Herd, wähle möglichst die Herdplatte. Kleine Mengen Gemüse, ein einzelnes Gratin oder wenige Ofenkartoffeln wirken im Backofen bequem, sind energetisch aber oft ungünstig. Für kleine Portionen sind Pfanne, Topf, Mikrowelle oder Airfryer je nach Gericht häufig sparsamer. Weitere Stromspartipps für den Haushalt und vor allem fürs Homeoffice erhältst du hier. Was Familien zusätzlich hilft Gerade mit Kindern zählt nicht nur der einzelne Kochvorgang, sondern die Organisation rundherum. Wenn du grössere Mengen vorkochst und Reste gezielt einplanst, vermeidest du doppelte Kochzeiten. Einmal Pasta kochen und am nächsten Tag als Auflauf weiterverwenden klingt praktisch, ist energetisch aber nicht immer optimal. Oft ist es sparsamer, Reste direkt als Pastasalat, Pfannengericht oder Mikrowellenportion zu nutzen, statt sie nochmals komplett zu überbacken. Hilfreich ist auch Stapelkochen: Wenn Wasser einmal kocht oder der Topf schon heiss ist, kannst du gleich mehrere Komponenten hintereinander zubereiten. So nutzt du die bereits eingesetzte Energie besser. Bei Ofengerichten lohnt es sich, den Backofen nur dann zu nutzen, wenn du ihn wirklich auslastest – etwa mit zwei Blechen gleichzeitig. Ein weiterer Punkt, der oft vergessen wird: Saubere Geräte arbeiten effizienter. Verkalkte Wasserkocher, verschmutzte Dichtungen oder Fettablagerungen im Ofen können die Leistung beeinträchtigen. Regelmässige Pflege spart nicht nur Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer. Tipps zum Stromsparen beim Backen und Garen Vorheizen nur, wenn es wirklich nötig ist Vorheizen ist nicht grundsätzlich falsch, aber oft nicht notwendig. Viele Aufläufe, Gratins, Ofengemüse und Fertigteige gelingen auch ohne Vorheizen gut. Dann verlängert sich die Backzeit meist nur leicht. Wichtig ist: Bei empfindlichen Rezepten wie Soufflés, Biskuit oder bestimmten Broten kann Vorheizen weiterhin sinnvoll sein. Wenn du es weglässt, dann bewusst – nicht automatisch. Öffne die Tür nicht Beim Öffnen der Ofentür entweicht viel Wärme. Kontrolliere deshalb möglichst durch das Sichtfenster und nutze das Ofenlicht. Besonders bei langen Backzeiten summieren sich unnötige Temperaturverluste schnell. Achte darauf, was du im Backofen zubereitest Der Backofen lohnt sich vor allem dann, wenn du ihn gut ausnutzt. Ein einzelner kleiner Auflauf ist oft ein Energieverschwender, mehrere Bleche Gemüse, ein Kuchen und parallel aufbackende Brötchen dagegen deutlich sinnvoller. Wenn du schon den Ofen einschaltest, überlege dir also, ob du gleich mehrere Speisen nacheinander oder gleichzeitig garen kannst. Bei Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln ist die Pfanne häufig effizienter, solange die Menge überschaubar bleibt. Für grosse Stücke, Schmorgerichte oder Speisen, die gleichmässige Rundumhitze brauchen, spielt der Ofen seine Stärken aus. Setze auf Umluft Die Funktion Umluft ist ideal, wenn mehrere Speisen gleichzeitig auf verschiedenen Einschubebenen garen. In vielen Fällen kannst du die Temperatur gegenüber Ober-/Unterhitze senken. Das spart Strom und verkürzt oft die Zubereitungszeit. Wichtig ist nur, dass sich die Gerüche und Feuchtigkeit der Speisen miteinander vertragen. Nutze die Restwärme Schalte den Backofen einige Minuten vor Ende aus und nutze die Restwärme. Das funktioniert gut bei Kuchen, Gratins, Lasagne, Ofengemüse oder Aufbackwaren. Bei sehr empfindlichen Backwaren solltest du aber prüfen, ob die Restwärme für ein stabiles Ergebnis reicht. Schaufle deinen Backofen frei Nimm Bleche und Gitter, die du nicht brauchst, aus dem Ofen. Alles, was mit aufgeheizt wird, benötigt zusätzliche Energie. Dieser Tipp ist klein, aber gerade bei häufigem Backen sinnvoll. Brötchen im Toaster Verwende den Toaster mit Aufsatz, um einzelne Brötchen oder kleine Mengen aufzubacken. Für wenige Stücke ist das meist effizienter als der grosse Backofen. Sobald du aber für die ganze Familie viele Brötchen gleichzeitig erwärmst, kann der Ofen wieder praktischer und insgesamt stimmiger sein. Häufige Missverständnisse beim Stromsparen in der Küche «Das modernste Gerät spart automatisch Strom.» Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob es zur Menge und zur Nutzung passt. «Ohne Vorheizen ist immer besser.» Auch das stimmt nicht pauschal. Manche Rezepte brauchen von Anfang an eine stabile Temperatur. «Je schneller und heisser, desto effizienter.» Kurzzeitig starkes Erhitzen kann sinnvoll sein, dauerhaft maximale Leistung aber oft nicht. Sobald etwas kocht, reicht meist eine niedrigere Stufe. «Energiesparen bedeutet Komfortverlust.» Im Gegenteil: Viele der besten Massnahmen sparen gleichzeitig Zeit, bringen mehr Übersicht in den Kochalltag und helfen dabei, Reste besser zu verwerten. Fazit: Kleine Änderungen, spürbare Wirkung Wenn du beim Kochen und Backen Strom sparen willst, musst du nicht alles umstellen. Meist reicht es, passende Geräte bewusst zu nutzen, mit Deckel zu kochen, Wasser im Wasserkocher zu erhitzen, den Ofen gut auszulasten und Restwärme mitzunehmen. So sparst du Energie, Geld und oft auch Zeit. Gerade für Familien ist das die nachhaltigste Lösung: alltagstauglich, wirksam und ohne zusätzlichen Druck.