Deos im Öko-Check: Wo stecken Schadstoffe?

Wir tragen sie meist den ganzen Tag hindurch direkt auf dem Körper. Da ist es gut zu wissen, was drin ist in dem Deo, das uns gegen Gerüche und Schweissbildung schützen soll. Deos im Öko-Check.

Oeko-Deo
Konventionelle Deos enthalten viele reizende Inhaltsstoffe. Öko-Deos nicht. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Wenn es aufhört zu wirken, kann es peinlich werden. Zuverlässiger, möglichst langanhaltender Schutz ist daher eine Erwartung die ein Deodorant erfüllen sollte, ob nun Öko oder nicht.

Zum Thema Langzeitwirkung hat Ökotest im Mai 2012 darum eine umfassende Studie durchgeführt. Das deutsche Konsumentenmagazin nahm 23 Produkte unter die Lupe, die einen Schutz von 48 Stunden und länger bieten sollen. Dieser Test beinhaltete keine Naturprodukte, weil diese nicht mit einer so langen Wirkdauer beworben werden. Die Ergebnisse verdeutlichen aber, welche schädigenden Inhaltsstoffe viele konventionelle Deos im Gegensatz zu Öko-Deos enthalten, und enttarnt die Langzeitwirkung als Märchen.

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Der Soft Deo Roll-On Bio-Orange & Bio-Sanddorn des Naturkosmetikherstellers Lavera hat unter den Deos im Test die Nase vorn. Er gibt kaum Anlass zur Kritik und kann aufgrund seiner besonders sanften Inhaltsstoffe bedenkenlos verwendet werden. Foto: gesehen bei www.green-shop.ch

Der Soft Deo Roll-On Bio-Orange & Bio-Sanddorn des Naturkosmetikherstellers Lavera hat unter den Deos im Test die Nase vorn. Er gibt kaum Anlass zur Kritik und kann aufgrund seiner besonders sanften Inhaltsstoffe bedenkenlos verwendet werden. Foto: gesehen bei www.green-shop.ch

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Ökotest: Welches Deo hält wirklich 48 Stunden?

Für den Test wurden bei allen Produkten Laboranalysen auf problematische Inhaltsstoffe durchgeführt und zusätzlich forderte Ökotest Wirksamkeitsstudien bei den Kosmetikherstellern an. Das Ergebnis «... stinkt uns gewaltig», berichtet die Zeitschrift. Keines der getesteten Deos schnitt insgesamt besser ab als «ausreichend». Bei der Untersuchung der Inhaltsstoffe erwiesen sich zwar vier Produkte als «gut», allerdings konnten die Hersteller nicht nachweisen, dass sie in Sachen Wirkung halten, was sie versprechen. Also gab es auch für diese Produkte nur die Schulnote Vier. «Lassen Sie sich nichts auf die Nase binden!», so der Rat von Ökotest an die Verbraucher. Einen deutlich wahrnehmbaren Effekt über die angepriesene Wirkdauer der Deos hinweg habe kein Anbieter nachweisen können.

Kritische Inhaltstoffe: Lieber Öko-Deo verwenden?

In den Laborproben der konventionellen Deos fand Ökotest einige Inhaltsstoffe, die sich auf die Gesundheit auswirken können. Weil viele Deos Parfüm enthalten, wurde auch eine ausführliche Duftstoffanalyse durchgeführt. Dabei traten Duftstoffe zutage, die als Allergieauslöser gelten. In sechs Proben wurden künstlicher Moschus-Duft oder die verwandte Substanz Cashmeran gefunden. Diese Stoffe sind als problematisch eingestuft, weil sie sich im Körper anreichern können.

Bis auf das Deodorant von Nivea enthielten alle getesteten Produkte obendrein Aluminiumsalze. Ihre Aufgabe ist es, Schweissporen zu verengen und damit das Schwitzen zu verhindern. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen; einigen Studien zufolge können diese Salze Brustkrebs auslösen. Ein Laborversuch der Universität Genf hingegen zeigte, dass Aluminiumsalze im Reagenzglas Brustzellen zumindest schädigen können. Davon berichtete die Neue Zürcher Zeitung am 1. Januar 2012. Sie verwies allerdings auch auf den St. Galler Brustkrebsspezialisten Beat Thürlimann. Nach dessen Einschätzung gab es zu dem Zeitpunkt keinen Grund, vor dem Gebrauch von Deodorants zu warnen.