Reiseapotheke: Homöopathische Mittel für Magen, Fieber und Verletzungen

Ingwer dient in der Reiseapotheke als schneller Helfer gegen Übelkeit.

Ingwer dient in der Reiseapotheke als schneller Helfer gegen Übelkeit und Reisekrankheit. Foto: © Thinkstock / iStockphoto

Natürliche Medikamente bei Magen-Darm-Beschwerden

Fast Zwei Drittel der Schweizer lernen das Reiseland auch über den Magen kennen (Ferienreports 2011). Wer in ferne Länder reist, muss besonders aufpassen. Dann sollte jeder folgenden Reisetipp beherzigen: Iss nur, was du kochen oder schälen kannst. Etwa 40 Prozent halten sich jedoch nicht an diese Regel und leiden häufig unter Reisedurchfall. Dann ist es wichtig, Durchfall und Erbrechen nicht medikamentös zu unterbinden. Es hilft in jedem Fall, Infekte mit Schonkost auszukurieren. Fenchel- und Kamillentee sowie Elektrolytegetränke unterstützen die Gesundung. Wer hingegen unter Blähungen leidet, kann das homöopathische Mittel Chamomilla oder Kamille einsetzen. Diese natürliche Hilfe empfehlen die  Experten in der Apotheke auch bei Durchfall. Ferner setzt man Nux Vomica (Brechnuss) bei Verstopfung, die sich mit Durchfall abwechselt, oder bei Stuhldrang ein.

Homöopathische Mittel bei Fieber und Halsschmerzen

Der rasante Wechsel zwischen kalter Klimaanlagenluft und sommerlicher Hitze führt schon mal zu  einer Erkältung. Das äussert sich häufig in Form von Halsschmerzen. Dann sollten Sie viel trinken und Lutschtabletten zu sich nehmen. Sie können stechende Halsschmerzen mit dem homöopathischen Medikament Apis mellifica (von der Biene) bekämpfen. Gegen pulsierende Schmerzen im Hals und Kopfbereich hilft die Belladonna (Tollkirsche). Treten  plötzliche Fieber, Grippe- und Erkältungssymptome sowie Kopfschmerzen auf, raten Apotheker zu Aconitum (Sturmhut).  Bei einer verstopften Nase helfen  Sprays und Spülungen mit Meerwasser.

Krank im Urlaub: Verletzungen

Bei Sportverletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen, Blutergüssen und Rückenschmerzen hilft Arnica. Dies gibt es als Gel, Salbe, Globuli und Spray in der Apotheke zu kaufen. Zudem hilft es, das Bein oder den Arm ruhig zu stellen oder hochzulegen und zusätzlich zu kühlen. Ein Stützverband kann zudem die Schmerzen mindern. Bei tieferen Wunden oder grösseren Verletzungen sollten Sie jedoch den Arzt aufsuchen.

Wer sportlich aktiv ist, der kann sich auch verletzen. Es passiert häufig, dass sich Seeigel an steinigen Stränden verstecken. Deshalb empfiehlt es sich, Badeschuhe oder Schwimmflossen zu tragen. Falls Sie sich doch einen oder mehrere Stachel eingetreten haben, tauchen Sie die betroffene Stelle in heisses Wasser. Damit werden sowohl die Gifte als auch die Schmerzen abgetötet. Passen Sie aber auf, dass das Wasser nicht so heiss ist, dass Sie sich verbrennen. Sichtbare Stacheln kann man mit einer sterilen Pinzette selber entfernen. Ratsam ist, dabei Handschuhe zu tragen, die Wunde mit warmem Wasser zu reinigen und am Ende alles zu desinfizieren, sowie zu verbinden. Die Wirksamkeit von Hausmitteln wie Essigumschlägen ist allerdings nicht belegt. Der Gang zum Arzt empfiehlt sich bei tiefsitzenden Stacheln.

Wenn Sie verreisen, dann sind Durchfall & Co nicht zwingend notwendige Reisebegleiter an Ihrer Seite. Dennoch ist es immer gut, eine Reiseapotheke – ob mit homöopathischen Mitteln oder konventionell gepackt - im Koffer mit sich zu führen. Es ist jedenfalls beruhigend, im Krankheitsfall gerüstet zu sein.

Reiseapotheke - Checkliste: Was gehört in eine Reiseapotheke?

  • Grundausrüstung: Schere, Verbandszeug, Pflaster, Fieberthermometer, Pinzette, Insektenschutzmittel, Verhütungsmittel, Einweghandschuhe
  • Medikamente gegen: Schmerzen, Fieber, Allergien, Sonnenbrand, Durchfall (u.a. Mittel als Elektrolytersatz), Schnupfen, Husten, Bindehautreizung, Schlafstörungen, Reisekrankheit, Sportverletzungen, Pilzinfektionen
  • Bei Tropenreisen: verschreibungspflichtige Breitbandantibiotika (Infektionen), Mittel zur Trinkwasserdesinfektion

Homöopathie kritisch gesehen

Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel ist noch nicht bewiesen. Wissenschaftler nehmen teilweise auch  Placeboeffekte an. Zudem können Veränderungen der Lebensweise sowie mögliche Nebenbehandlungen mit nicht-homöopathischen Mitteln einen positiven Einfluss haben.

Wer Vorbehalte oder Bedenken bezüglich deren Wirksamkeit hat, kann sich konventionelle Reisemedikamente als Taschenapotheke zusammenstellen lassen. Bei schwereren Krankheitsfällen ist der Gang zum Arzt unausweichlich. Die Behandlungen bei tropischen Krankheiten, wie beispielsweise Malaria, erfordert jedoch spezielle Medikamente. Deshalb ist eine Beratung in entsprechenden Infostellen für Reisemedizin bei der Planung von tropischen Reisezielen ratsam.

 

 

Linktipps:

  • Der Verlag A. Vogel hat die wichtigsten Mittel auf einer Checkliste zusammengefasst.
  • Sonnenbrand und Sonnenschutz – nachhaltigleben rät, wie man sich vor der Sonne schützt und Sonnenbrand mit natürlichen Mitteln behandelt.
  • Länderinfos -  Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin

 

Quelle: A.Vogel, Löwen Apotheke Zürich, rosenfluh.ch, Pharmawiki.ch, Kuoni Ferienreport 2011 Gesundheitsamt für Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg, Lexikon der Homöopathie, Wikipedia

Text: Kerstin Borowiak