Handystrahlung: Wie schädlich ist es allzeit erreichbar zu sein?

Zum Telefonieren und für SMS, Internet oder Kamera ist das Smartphone heute im Dauereinsatz. Vor dieser ständigen Nutzung warnen Forscher immer häufiger. Aber wie schädlich ist die Handystrahlung?

Handystrahlung: Grosse Strahlenbelastung und die Folgen
Foto: © nensuria / iStock / Thinkstockphotos
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Umweltmediziner warnen schon seit Jahren: Selbst scheinbar unbedenkliche Strahlungsquellen sind gesundheitsschädlich und haben teils massive Folgen für die Gesundheit. Eine der vielen Quellen solcher Strahlung ist das Handy.

Gerade wenn man telefoniert, ist die Strahlenbelastung relativ hoch. Sie geht vor allem von der Antenne aus, die am oberen Teil des Handys sitzt. Wer also mit dem Handy am Ohr telefoniert, setzt sich den schädlichen Handystrahlen besonders stark aus. Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände, Übelkeit, entzündliche Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt und ein erhöhtes Krebsrisiko sollen die möglichen Folgen hoher Belastungen durch Handystrahlung sein.

Von einem italienischen Gericht wurde eine mögliche gesunheitliche Schädigung durch Handystrahlung bereits in dem Fall eines klagenden Dauertelefonierers mit Hirntumor anerkannt. Laut den Untersuchungen und dem darauf folgenden Urtail sei der Tumor direkt hinter dem Ohr auf das Telefonieren von bis zu sechs Stunden am Tag zurückzuführen.

Handystrahlung: Studie belegt schädigende Wirkung

Die Internationale Gesellschaft für Elektrosmog-Forschung, kurz IGEF, hat eine Studie veröffentlich, wonach Handystrahlung eine schädigende Wirkung auf menschliche Zellen haben soll. Ukrainische Forscher hätten dafür rund 80 Untersuchungen zu den Folgen der Mobilfunkstrahlung ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass die, wenn auch nur leichte, Handystrahlung zu schädigenden Oxidationsprozessen in Zellen führe, was wiederum eine starke Produktion von schädlichen, Freien Radikalen auslöse.

Dieser Stress für die Zellen gilt als Auslöser für zahlreiche Krankheitsbilder. Gerade Kinder und Jugendliche seien stark gefährdet, da, so die Studie weiter, die junge Generation bis zu 8 Stunden am Tag direkten Kontakt mit dem Mobiltelefon habe.

Wie Sie die Auswirkungen der Handystrahlung minimieren

Als Faustregel gilt, je näher das Mobiltelefon sich am Kopf befindet, desto schädlicher sind Handystrahlen. Somit kann man ihre Auswirkung auf den Körper am leichtesten minimieren, indem man auf Abstand geht. Das Handy sollte man also nicht am Kopf,  idealerweise sogar gar nicht am Körper tragen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt hierzu, mit einer Freisprecheinrichtung wie Kopfhörer oder Headset zu telefonieren. Da aber auch dafür genutzte Bluetooth-Systeme gering strahlen, sollte bei ihrem Kauf auf die angegebenen Strahlenwerte geachtet werden.

Nur kurz zu telefonieren und im Zweifelsfall eine Nachricht verschicken sind weitere Empfehlungen, die die Auswirkungen auf unsere Zellen minimieren sollen. Zudem strahle das Telefon bei einer guten Verbindungsqualität deutlich weniger als bei einer schlechten.

Gefahr für Männer: Macht Handystrahlung unfruchtbar?

Bleibt das Handy beim Telefonieren in der Hosentasche, ist das weniger schädlich, als wenn es direkt am Kopf anliegt. Hier scheint besonders für Männer jedoch noch eine ganz andere Gefahr zu lauern. Denn, wie das Fachmagazin PC Welt berichtet, seien sich Forscher uneins darüber, ob Handystrahlung aus der Hosentasche unfruchtbar macht.

Strahlentests an Spermien im Zentrum für Reproduktionsmedizin der Uni Cleveland bestätigen die Gefahr, eindeutige Untersuchungen an Männern wurden jedoch noch nicht gemacht. Auch gibt es noch keine Vergleichsstudie, ob die vordere Hosentasche oder die Gesässtasche weniger Strahlenbelastung auf die Spermien auslöse.

 

Handystrahlung messen: Wo man sich informieren kann

Die Strahlenbelastung wird mit dem so genannten SAR-Wert angegeben. Die «Specific Absorption Rate» gibt an, wie viel Strahlung der Körper ausgesetzt wird, beziehungsweise wie viel er absorbiert. Dies wird mittels eines Dummys gemessen, der mit dem Handy am Kopf  «telefoniert».

Dieser SAR-Wert wird üblicherweise in der Gebrauchsanleitung angegeben und sollte den Wert zwei, der in W/Kg angegeben ist, nicht überschreiten. Zwar erreichen heutige Handys kaum noch diesen Wert, doch wer sich ein Mobiltelefon mit möglichst niedrigem SAR-Wert zulegen und damit die Strahlenbelastung möglichst minimieren möchte, findet eine unabhängige Vergleichsliste beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz. Dieses ermittelt regelmässig die neusten Werte. Eine aktuelle Liste finden Sie unter bfs.de.

Handystrahlung nur ein Teil vom gefährlichen Elektrosmog

Nicht nur die Handystrahlung hat Folgen. Auch W-Lan, ganz normale Kabel in unseren Wohnungen, UMTS-Masten und so einiges Andere was strahlt, hat Auswirkungen auf unseren Körper. Wo sie überall lauert und wie man sich schützen kann: «Elektrosmog: Wie Handystrahlung und Co. uns krank machen können».

 

Quellen: Elektrosmog.com, bfs.de, Bundesamt für Gesundheit - BAG

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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