Wie Sie zu Ihrem Kräutertee kommen: kaufen, sammeln oder selbst mischen

Zitronenmelisse stärkt und schmeckt köstlich als Tee.

Zitronenmelisse eignet sich hevorragend für einen stärkenden Tee. Foto: © Václav Mach - Fotolia.com

Wilder Thymian

Viele schätzen Thymian wegen des Geschmacks und der gesunden Wirkung. Als Gewürz und Kräutertee wirkt dieser verdauungsfördernd, immunstärkend und antibakteriell. Deshalb trinkt man Thymiantee bei Erkältungen. Dazu kann man etwa drei Teelöffel frische oder getrocknete Blätter mit einem Viertel kochendem Wasser übergiessen und bis zu zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Ohne Deckel würden sich die ätherische Öle verflüchtigen und die gesunde Wirkung ginge so verloren.

Zitronenmelisse

Wer ein Blatt zwischen den Fingern reibt, riecht den unverkennbar frischen Geruch der Zitrone, der letztlich auch deren Namensgeber war. Diese gehört zu den eher vielseitigen Kräutern, die man beim Kochen, bei Kräuterschnäpsen, in Badezusätzen oder auch als Tee einsetzt. Zudem wirkt die Melisse unter anderem als natürliche Stressabbauhilfe, krampflösend und erfrischend. Man kann den nachhaltigen Kräutertee frisch gepflückt von Mai bis September geniessen. Danach muss man auf getrocknete Teeblätter zurückgreifen. Das Zitronenaroma kann sich beim Trocknen jedoch schnell verflüchtigen, wenn man die Blätter einer Wärme von mehr als 30 Grad aussetzt.

Gesund und ungiftig: Kräuter suchen

Wer weiss, wie die Pflanzen aussehen und wo diese wachsen, kann einige Kräutertees selber mischen. Früher sammelte man bei Wanderungen und Spaziergängen Thymian, Salbei und Kamille selbstverständlich ein. Jedoch ging vieles vom pflanzenkundlichen Wissen bis heute verloren. Darum benötigt man häufig die Hilfe von bebilderten Pflanzenbestimmungsbüchern. Damit vermeidet man, unwissentlich giftige Kräuter zu verwenden. Remo Vetter vergleicht treffend: «Es ist wie beim Pilze sammeln. Dabei nimmt man auch nur die mit, von denen man weiss, dass sie nicht giftig sind.» Letztlich trifft dies auch auf die Menge an konsumierten Kräutertee zu. Dabei sollte man sich ganz nach Paracelsius richten, der sagte, «Nur die Dosis macht das Gift».

Kräutertee selber machen

Wer keinen eigenen Garten sein Eigen nennt, kann auch am Wegesrand oder auf naturnahen Wiesen sammeln. Wichtig ist nur, dass sich diese nicht in der Nähe einer vielbefahrenen Strasse befinden. Je nach Kräutersorte verwendet man bestimmte Pflanzenteile, um daraus Kräutertee selber zu machen. In jedem Fall ist es besser, Blätter, Wurzeln und Blüten frisch zu verwenden. Dabei entfalten sich die meisten Wirkstoffe. Trocknet und zerkleinert man diese zu einem nachhaltigen Kräutertee, dann gehen dabei viele Geschmacksstoffe, Mineralien, ätherischen Öle und Vitamine verloren.

Kaufen, statt nachhaltigen Kräutertee selber mischen

Nicht jeder möchte seinen eigenen Kräutertee mischen, weswegen viele zu den zeitsparenden Teebeuteln greifen. Doch diese seien meist von schlechter Qualität, erklärt der Teepflanzenexperte Remo Vetter. Dabei verwende man häufig nur Reste. Sehr gut seien hingegen Ganzblatttees. Darin würden noch viele Inhaltsstoffe stecken. Dabei sollten Verbraucher unbedingt auf das Biozertifikat achten, was gleichermassen gut für das eigene Wohlbefinden und den Umweltschutz ist. Deshalb bieten sich Reformhäuser, Naturkostläden und der Direktverkauf vom Biobauern an, um tatsächlich nachhaltigen Kräutertee geniessen zu können.

Beuteltees mit Schadstoffaroma

Im letzten Jahr testete Saldo 20 Beuteltees, die von Grossverteilern und Bioläden verkauft werden. Darunter befanden sich unter anderem sechs Kräutertees und die gleiche Anzahl an Pfefferminztees. Neben Geruch und Geschmack prüfte man alle Teesorten auf Pestizide. Alle Aufgussgetränke waren nicht verunreinigt und überschritten auch nicht die gesetzlichen Höchstwerte für Pflanzenschutzmittel. Jedoch wiesen nur fünf Sorten überhaupt keine Schadstoffe auf. Davon waren drei Tees mit dem Biosiegel zertifiziert. Bisher ist noch unklar, wie genau Pestizide auf den Menschen wirken.

 

Linktipps:

Kleine Outdoor-Apotheke - Das Pflanzenbestimmungsbuch vom Naturheilmittelproduzenten A. Vogel hilft, die passenden Pflanzen für den nachhaltigen Kräutertee zu finden.

Die Giftzentrale informiert über giftige Pflanzen.

Anleitung zum Kräutersammeln –  Ein geführte Kräuterwanderung ersetzt das Bestimmungsbuch.

 

 

Autor: Kerstin Borowiak Quellen: SGE, UCL, WIT, Saldo pharma-wiki, dpa, krauter-welt.de, Giftzentrale Bonn, A. Vogel, Kräuterfrau.ch, pflanzenkunde.net, Bio Suisse

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