Moon Milk: Was hinter dem neuen Trendgetränk steckt & Rezepte

Moon Milk ist eigentlich ein gepimpter Schlummertrunk aus Grossmutters Küche. Als bunte Version soll das Hausmittel noch gesünder sein. Die wichtigsten Fakten und besten Rezepte.

Moon Milk: wie der gesunden Schlummertrunk wirkt & Rezepte
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Wer als Kind nicht einschlafen konnte, bekam von Mama oder Grossmutter oft eine warme Milch mit Honig, nur sagte unsere Mutter damals wohl kaum: «Hier mein Schatz, trink eine Moon Milk».

Zugegeben: Mama hätte die warme Milch mit Honig noch mit Gewürzen wie Muskatnuss, Zimt oder Kurkuma und mit Adaptogenen aufpimpen müssen. Aber eins nach dem anderen.

Die Wirkung von Moon Milk 

Milch enthält Tryptophan, das im Gehirn zu Serotonin umgewandelt wird. Aus Serotonin wiederum entsteht das Schlafhormon Melatonin, das uns müde werden und schlafen lässt.

Der Haken an der Kuhmilch

Damit die Aminosäure Tryptophan ins Hirn gelangen kann, braucht sie «freie Bahn»: Liefert ein Lebensmittel viel Tryptophan, daneben aber auch viele andere Aminosäuren, die alle ins Hirn gelangen wollen, blockieren diese sich gegenseitig. Kurzum: Es gelangt nur wenig Tryptophan ins Hirn und die Wirkung verpufft.

Zu den Lebensmitteln mit vielen Aminosäuren gehören ausgerechnet Kuhmilch oder beispielsweise Fleisch. Es gibt aber eine einfache Lösung für den Aminosäuren-Stau.

Vegane Moon Milk

Das Gute an der Moon Milk ist, dass sie genauso gut mit Mandel-, Hafer- oder Buchweizenmilch gemacht werden kann.

Das Portal «Zentrum der Gesundheit» empfiehlt deshalb, statt Kuhmilch besser Hafer-, Cashew- oder Mandelmilch zu wärmen. Diese Lebensmittel enthalten ebenfalls viel Tryptophan, aber weniger andere Aminosäuren. Am besten wird die warme Milch mit ungesüsstem Kakao angerührt, da dieser sehr viel Tryptophan enthalte, heisst es weiter.

Veganer können den Honig durch Ahornsirup ersetzen.

So viel Tryptophan auf 100 g enthalten die folgenden Lebensmittel:

  • Baumnüsse: 170 mg
  • Mandeln: 170 mg
  • Haselnüsse: 200 mg
  • Cashewnüsse: 287 mg
  • Buchweizen: 181 mg
  • Sojabohnen: 590 mg
  • Kürbiskerne: 559 mg
  • Amaranth: 181 mg
  • Spirulina (mikroalgenart): 789 mg
  • Ei: 182 mg

Hitze schadet bloss

Eigentlich sagt das Grundrezept für Moon Milk, man solle sie erwärmen. Doch genau das Gegenteil wäre hilfreich, zumindest, wenn man nach der Weisung von Zeinpharma.de geht. Hier heisst es, man solle Tryptophan in pflanzlichen Lebensmitteln bevorzugen und diese nicht erhitzen.

Statt Kuhmilch könne man auch Molke trinken, schreibt das Portal weiter. «Das Molke-Protein Alpha-Lactalbumin enthält eine hohe Menge L-Tryptophan, das sofort ins Blut übergeht und vom Darm aus direkt und ohne Verzögerung die Blut-Gehirn-Schranke passiert.» 

Ayurveda in der Mondmilch

Die Moon Milk enthält nebst Milch und Honig gesunde Gewürze und Adaptogene. Adaptogene werden in der ayurvedischen Lehre seit mehreren Tausend Jahren verwendet und bilden eine Gruppe von Vitalpilzen und Heilpflanzen.

Stress im Zaum halten

Klinische Studien zeigen, dass diese Adaptogene gerade in stressigen Zeiten helfen, den Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten und unser Stresslevel zu senken. Auch bei psychischer Belastung haben Studien gezeigt, dass Adaptogene die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verbessern.

Eines der bekanntesten Adaptogene ist Ginseng, das unter anderem die Gedächtnisleistung verbessern soll.

Für die Moon Milk spielt insbesondere Ashwagandha eine wichtige Rolle. Wobei es sich dabei um nichts anderes als die Schlafbeere oder Winterkirsche handelt, die auch in Südeuropa bestens wächst.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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«Ashwagandha» klingt nicht nur hübsch, sondern hilft erwiesenermassen den Cortisolspiegel im Körper zu senken, der für unser Stresslevel zuständig ist. Es ist mitunter die beliebteste Zutat für die Moon Milk und in Bio-Geschäften oder Reformhäusern erhältlich.

Ein anderes Adaptogen, das gerne in die Moon Milk gegeben wird, ist Tulsi in Pulverform – zu Deutsch und ungepulvert, indischer Basilikum.

Die Gewürze in der Moon Milk

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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In die warme Milch kommen weiter Gewürze wie Zimt, Lavendel, Kardamon, Kurkuma, oder Muskatnuss. Während Zimt und Muskatnuss eine beruhigende Wirkung haben, ist Kurkuma insbesondere wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung beliebt. Das gelbe Pulver verleiht der inzwischen berühmten goldenen Milch ihre charakteristische goldige Farbe.

Tipp: Goldene Milch selber machen

Fazit

Moon Milk Rezept mit Zimt, Kardamon und Ashwagandha

Foto: © asab974/ iStock / Getty Images Plus

Die Moon Milk ist trendy und hübsch anzuschauen. Auch als gelegentliche Verwöhnmassnahme – nebst einem heissen Bad oder einer Massage – spricht nichts dagegen.

Wer besser einschlafen möchte, kann das bewährte Hausmittel der warmen Honigmilch ausprobieren, verwendet dafür aber besser Cashew- oder Hafermilch. Ob sie tatsächlich wirkt, egal ob als Omas Honigmilch oder als Moon Milk, wird sich schnell zeigen. Weitere Tipps für einen besseren Schlaf gibt's hier.

Übrigens: Die Honig-Kuhmilch mag zwar nicht ganz so gut helfen beim Einschlafen wie gedacht, dafür kann sie bei Halsschmerzen und Husten sehr hilfreich sein.

Moon-Milk-Rezepte zum Ausprobieren

Es gibt zig Rezeptvarianten für Moon Milk und der Kombinations- und Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Moon-Milk-Neulinge können sich aber am folgenden Grundrezept orientieren:

Zutaten

  • 2,5 dl Milch (Hafer-, Mandel- oder Cashewmilch)
  • 1 TL Honig oder Ahornsirup
  • 0,5 TL Zimt (optional)
  • 1 Prise Kardamon (optional)
  • 1 Prise Muskatnuss (optional)
  • 0,25 TL Ashwagandha

So wird's gemacht

Milch in einer Pfanne warm machen und die Gewürze und das Ashwagandha mit dem Schwingbesen unterrühren. Darauf achten, dass die Milch nicht aufkocht und kurz vorher von der Herdplatte ziehen.

Den Honig oder Ahornsirup erst vor dem Trinken in die Moon Milk einrühren, damit die gesunden Inhaltsstoffe nicht zerstört werden.

Lesetipps

Optional kann Spirulina-, Randen- oder Kurkumapulver untergemischt werden. Wer es nicht ganz so exotisch braucht, kann je nach Saison einige Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren fein hacken und in die Milch mischen.

Milch und Co. im Mixer

Das Grundrezept mit Milch, Honig, Ashwagandha und Gewürzen funktioniert auch mit getrockneten Feigen oder Datteln. Hierzu einfach die Hälfte der Milch zusammen mit zwei Feigen oder zwei Datteln zuerst im Mixer pürieren. Danach die restliche Milch mit den Gewürzen nach Wahl heiss machen. Am Schluss einen halben Teelöffel Honig einrühren.

Moon Milk mit Buchweizen

In diesem Rezept verwenden wir Buchweizenmilch statt Kuhmilch und brauchen dafür:

  • 2,5 dl Buchweizenmilch
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 kleines Stück frischen Ingwer
  • 1 Prise Pfeffer

Den Ingwer schälen und in grobe Scheiben schneiden. Die Hafermilch zusammen mit den übrigen Zutaten heiss machen (nicht kochen) und einige Minuten ziehen lassen. Danach den Ingwer herausnehmen und fertig ist die Mondmilch.

Weitere Beispiele von Zutaten, die pro Glas Moon Milk jeweils einzeln beigegeben werden können:

  • 1 TL Kakaopulver (ungesüsst)
  • 2 EL Kokosraspeln
  • 50 g Cashewnüsse
  • 50 g oder 1 EL Beeren
  • 0,25 TL Vanilleextrakt
  • 0,5 TL Spirulinapulver
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Autor: Sabina Galbiati, Oktober 2018