Übersicht der unterschiedlichen Gütesiegel

Lebensmittel werden mit einem Bio-Label ausgezeichnet, wenn sie durch ökologischen Biolandbau hergestellt wurden.

Gütesiegel für Lebensmittel stehen für höhere Anforderungen an die Produkte. Foto: lola1960, iStock, Thinkstock

Eine Datenbank schafft Ordnung

Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) schafft mit der unabhängigen Informationsstelle www.labelinfo.ch einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Umwelt- und Soziallabels. Zu über 130 gebräuchlichen Labels können Hintergrundinformationen gesucht werden. In den Rubriken «Tipps» und «Wissenswertes» bietet die Datenbank wichtige Informationen zu Produktgruppen oder einzelnen Produkten.

Bio-Labels für Ökologie, Wirtschaft und Soziales

Labels können nicht nur für ökologischen Biolandbau, sondern auch für Anforderungen und Kontrollen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich stehen. Alle Bio-Labels fallen in den Sektor «Ökologie». Hier findet beispielsweise ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder chemisch-synthetische Dünger statt. Die Bereiche «Wirtschaft» und «Soziales» sind eng miteinander verbunden. Zum einen gehören hier die sozialen Standards dazu. Sie verfolgen das Ziel, vertretbare Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten dieser Welt durchzusetzen. Darunter fallen das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Gesundheit und Arbeitssicherheit, Diskriminierungsverbot, geregelte Arbeitszeiten und existenzsichernde Löhne. Im Wirtschaftsbereich konzentriert man sich auf den fairen Handel. Im Gegensatz zu den sozialen Standards, beschränken sich Fair-Trade-Labels nicht nur auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Anbieter dieser Produkte verpflichten sich, den Produzenten für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse einen kostendeckenden Mindestpreis sowie eine Fair-Trade-Prämie zu bezahlen. Teilweise wird sie für die Durchführung von Gemeinschaftsprojekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen eingesetzt oder sie wird direkt an die Produzenten ausbezahlt.

Hohe Anforderungen

Wer sich ein Gütesiegel erarbeiten möchte, muss sich zumindest in einem der drei Bereiche qualifizieren. Je nach Verordnung sind die Anforderungen sehr hoch. Dies wird dann von anerkannten Laboratorien und Inspektionsstellen genauestens geprüft. So zum Beispiel von Bio Inspecta, die vor allem Betriebe im landwirtschaftlichen Bereich und Lebensmittelhersteller zertifiziert. Testex prüft im Textilbereich, die Empa in Sachen Konstruktion, Luftstoffe und Umwelttechnik. Die Prüfungsstellen werden wiederum von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS, einer Abteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) überprüft.

Text: Alexa Scherrer