Kalte Suppen für heisse Tage: So machen Sie Gazpacho und Co.

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Neben dem Klassiker Gazpacho gibt es viele andere kalte Suppen, die gerade an warmen Tagen eine erfrischende Abwechslung sind. Feine Rezepte für Suppen von Avocado bis Zucchetti. 

Kalte Suppen: Rezepte für Gazpacho und Co.
Foto: © Mona Makela, iStock, Thinkstock

Der sommerliche Klassiker: Schnelle Gazpacho

Es gibt regionale Unterschiede und moderne Varianten des klassischen Gazpacho-Rezepts. Eine der wichtigsten Neuerungen brachte Christoph Kolumbus mit nach Europa: Paprika und Tomaten, die zum ursprünglichen, auf Gurken basierenden Rezept für Gazpacho, hinzugefügt wurden. Heute kommen in eine Gazpacho andaluz folgende Zutaten (für 4 – 6 Portionen):

2 Gurken (à 300 – 400 g)
1-1,5 kg rote Tomaten
1-2 Peperoni
1 kleine Peperoncini (alternativ ein paar Tropfen Tabasco oder Chilisauce)
1 grob gehackte Zwiebel oder 2 Frühlingszwiebeln
½ Bund Petersilie (die Glatte Petersilie ist einfacher zu verarbeiten, die Krause ist würziger)
3-4 EL Balsamicoessig
1-2 Knoblauchzehen, Olivenöl, Meersalz und ein Löffel Honig (optional), sowie Weissbrotwürfel für die Einlage

In den meisten Rezepten für eine Gazpacho wird die kalte Suppe mit abgezogenen, also von der Haut befreiten, Tomaten zubereitet. Dies ist nicht nur eine lästige Mehrarbeit, sondern eigentlich auch völlig unnötig, da die kalte Suppe letztlich püriert wird. Zumal sich, wie bei vielen Gemüse- und Obstsorten, auch unter der Tomatenschale wertvolle Inhaltsstoffe verbergen.

Die Zubereitung der spanischen kalten Suppe ist ansonsten sehr einfach: Peperoni und Peperoncini halbieren und die Kerne entfernen, Gurken und Tomaten klein schneiden und mit Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Olivenöl und etwas Salz pürieren. Mit Balsamicoessig, gegebenenfalls Honig und etwas Salz abschmecken und kühlstellen. Ein paar Petersilienblätter für die Deko aufheben.

Zum Servieren kann man die Brotwürfel in Butter wie Croutons kurz andünsten und damit die kalte Suppe dekorieren. Tipp: Fehlt etwas Tomatengeschmack, kann etwasTomatensaft nachhelfen.

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Ran an die Löffel: Kalte Suppe aus feinen Erbsen

Aus Erbsen können Sie nicht nur warme, sondern auch richtig feine kalten Suppen zaubern. Dafür nutzen Sie am besten frische oder tiefgekühlte Erbsen.

Und so geht's:

Für die kalte Suppe eine kleine Zwiebel sehr fein hacken und in etwas Öl anschwitzen. 300 g Erbsen hinzugeben und mit 400 ml Gemüsebouillon ablöschen. Zugedeckt 10 Minuten köcheln lassen. Währenddessen eine Gurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen.

Die Gurke in grobe Stücke schneiden und in einen Mixer geben. Hinzu kommen die Blätter von 3 Minzestängeln und zwei Petersilienzweigen. Die gekochten Erbsen mit der Bouillon beigeben und alles zusammen pürieren.

Für die Würze 2 Tl Wasabi-Paste und 2 El Frischkäse unterrühren. Die Suppe kalt stellen und vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken. Foto: © Sarsmis / iStock / Thinkstock
 

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Gazpacho-Varianten: Kalte Suppe in grün oder gelb

Unter anderem Swissmilk.ch empfiehlt farblich und geschmacklich attraktive Varianten der ansonsten roten kalten Suppe. Für eine gelbe Gazpacho könne man so gelbe Peperoni und gelbe Tomaten verwenden, etwas Bouillon rundet den Geschmack ab. Eine grüne Gazpacho entsteht, indem anstatt der Tomaten einfach mehr grüne Peperoni, mehr Frühlingszwiebeln und etwas Kopfsalat verwendet werden. Die fehlende Flüssigkeit wird ebenfalls durch Bouillonzugabe ausgeglichen.

Erfrischende Gurkensuppe: Kalter Genuss mit Kräuter und Radieschen

Gurke und etwas Zitronensaft geben hier die Frische, ein Vollmilchjoghurt macht die Gurkensuppe cremig, die Radieschen verleihen dem Ganzen den richtigen Pepp. Und schliesslich sorgen Kräuter für die nötige Würze.

Kalte Suppe mit Gurken (für 4 Portionen):

3 Salatgurken à je etwa 300 g
2 grüne Peperoni
300 g Vollmilchjoghurt
1 Bund Kerbel oder Petersilie
½ Bund frische Minze
2 Hände voll Radieschen
Saft 1 Zitrone, sowie Salz und Pfeffer, etwas Cayennepulver

Die Gurken zunächst in Scheiben schneiden und etwas salzen, Peperoni entkernen, Minze zupfen und Petersilie grob hacken (gerne auch die Stiele). Die Hälfte der Radieschen grob hacken, die zweite Hälfte als spätere Dekoration in sehr feine Scheiben schneiden. Jetzt die Zutaten für die kalte Suppe in einen Mixbecher geben, fein pürieren und abschmecken.

Mit der Minze zunächst etwas vorsichtig sein, da diese je nach Sorte sehr dominant im Geschmack sein kann. Mit ein paar Kerbel- oder Petersilienblätter und Radieschenscheiben nach dem Kühlen servieren.

Tipp: Cayennepulver hat die Eigenschaft, wie ein natürlicher Geschmacksverstärker völlig glutamatfrei den Geschmack von Gerichten etwas zu intensivieren.  

Fruchtige Frische: Kalte Sommersuppe mit Kirschen

Diese kalte Sommersuppe ist ebenso erfrischend wie auch sättigend. Zum Andicken wird etwas Speisestärke verwendet oder das nicht mehr ganz so oft genutzte Perlsago, eine Stärke, die ursprünglich aus der Sagopalme gewonnen wird. Die Perlenform löst sich in der späteren kalten Suppe nicht auf.

Zutaten für 4 Portionen kalte Kirschsuppe mit Klössen:

1 Kilo Süss- oder Sauerkirschen (gelingt auch mit Kirschen aus dem Glas)
1 L Kirschsaft
125 g Zucker
1 Stange Zimt
Schale 1 unbehandelten Zitrone
2 EL Zitronensaft
2 EL Zucker, 30 g Speisestärke oder 100 g Perlsago

Für die Klösse:

250 g Mehl
3 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
125ml Wasser

Zunächst die Kirschen entsteinen und mit dem Kirschsaft in einen Topf geben. Verwendet man Kirschen aus dem Glas,  genügt auch die Einkochflüssigkeit. Zitronensaft und die Zitronenschale sowie Zimt und Zucker hinzufügen. Wird Speisestärke verwendet, dann diese mit einer halben Tasse Wasser aufrühren und zu den bereits kochenden Kirschen geben oder das Perlsago einrühren.

Das Ganze etwa 10 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Klösse für die kalte Suppe zubereiten. Hierzu werden alle Zutaten gut verrührt und mit zwei Esslöffeln Klösse daraus geformt, die man in die köchelnde Suppe gibt. Werden die Löffel ab und an in die Suppe getaucht, lösen sich die Klösse leichter vom Besteck.

Nun die Klösse für etwa 10 Minuten mitköcheln und die Suppe abkühlen lassen. Frisch aus dem Kühlschrank ist die kalte Suppe eine erfrischende Hauptmahlzeit oder ein schöner Nachtisch, den man an kalten Tagen auch warm geniessen kann.

Quellen: Swissmilk, Wikipedia, meckelnburg-vorpommern-lese.de, Grossmutters Rezeptbuch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann