«Schönheitswahn» beim Gemüse: WWF kritisiert enormen Food Waste

01.06.2022 – Wir verschwenden ungefähr 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel, anstatt sie zu essen. Das verkündete der WWF Schweiz vergangene Woche – und appellierte damit an Detailhandel und Konsumierende, dem «Schönheitswahn» beim Obst und Gemüse ein Ende zu setzen.

Krummes Gemüse auf einer sauberen Oberfläche
Krummes Gemüse ist nicht weniger schmackhaft und gesund als norm-konformes. © Angelika Mostova / iStock / Getty Images Plus
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Dass 40 Prozent unserer Lebensmittel verschwendet werden, bedeutet rein rechnerisch, dass alle zwischen dem 1. Januar und dem 26. Mai 2022 produzierten Lebensmittel in der Tonne landeten. Das rechnete der WWF Schweiz in einem Bericht von letztem Donnerstag vor.

Diese Menge entspricht rund 2.5 Milliarden Tonnen Food Waste pro Jahr. 1.2 Milliarden Tonnen der geniessbaren Nahrungsmittel landen vor, während und nach der Ernte im Abfall, 1.3 Milliarden bei der Verarbeitung, dem Transport und dem Endkonsum.

Ein Grund sind die optischen Normen beim Obst und Gemüse

In der Schweiz verschwenden wir pro Kopf und Jahr 330 Kilo Lebensmittel. Als einen der Gründe nennt der WWF das Aussortieren von Obst und Gemüse, das nicht den Normen entspricht, sowie von sehr reifen Produkten. Hinzu käme eine hohe ästhetische Anforderung der Konsumierenden.

Entsorge den Schönheitswahn, nicht dein Obst und Gemüse

So lautet das Motto, mit dem der WWF zu mehr Bewusstsein für die Wertigkeit unserer Lebensmittel aufruft.

Die aktuellen Vermarktungsnormen haben laut dem WWF zur Folge, dass geniessbares Obst und Gemüse teilweise gar nicht erst geerntet wird, weil es nicht den optischen Anforderungen entspricht. Der Appell richtet sich aber auch an Verbraucherinnen und Verbraucher: «Auch in Haushalten wird entsorgt, was nicht mehr ganz frisch aussieht, aber unbedenklich zu geniessen wäre», heisst es in der Medienmitteilung.

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