Öko-Möbel: Achten Sie auf nachhaltige Siegel

Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist ein Kriterium beim Kauf von Öko-Möbeln. Doch es gibt noch mehr Dinge, auf die Sie achten sollten. Der Geruch etwa kann auf enthaltene Schadstoffe hinweisen. Europäische Label und Normen sollen mehr Öko-Qualität gewährleisten.

Gesund wohnen mit schönen Öko-Möbeln
Öko-Möbel werden mit natürlichen Stoffen behandelt. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Wie sehr Möbel es in sich haben können, wird oft erst nach dem Auspacken deutlich: Ein intensiver, mitunter gar stechender Geruch zieht durch die Wohnung. Das deutet auf ein Ausgasen flüchtiger organischer Verbindungen hin.

Wenn es nach neuen Möbeln riecht

Holzwerkstoffe wie Span- oder Faserplatten etwa enthalten als Bindemittel häufig Formaldehydharze. Daraus hergestellte Möbel können das stechend riechende Gas freisetzen. Ähnlich verhält es sich mit Lösemitteln aus Kunstharzlacken. Diese Schadstoffe können laut Stiftung Warentest Augen, Haut und Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Formaldehyd gilt zudem als krebserregend.

Ein nur wenige Tage währender Geruch nach «neuen Möbeln» ist nach Einschätzung der Experten normal, bereits intensives Lüften schaffe hier meist Abhilfe. «Stinkt die neue Schrankwand trotzdem nach vier Wochen immer noch, ist das schon ein Grund zur Reklamation», warnen die Verbraucherschützer.

Schadstoffe in Möbeln: Die Geschichte von «Billy»

Im Jahr 1992 geriet die Möbelkette Ikea mit ihrem Regal «Billy» in die Schlagzeilen: Labortests ergaben, dass einige der Regalbretter den Formaldehyd-Grenzwert bis um das Vierfache überschritten. Das ist lange her, und doch kommt das Thema Schadstoffe in Möbeln immer wieder auf.

Bei späteren Untersuchungen durch Öko-Test wurde erneut Formaldehyd in Ikea-Möbeln gefunden, wenn auch deutlich unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Das Konsumentenmagazin weist jedoch darauf hin, dass empfindliche Menschen auch auf diese geringe Menge bereits mit Reizungen der Augen und Schleimhäute reagieren können. Bei mehreren schadstoffhaltigen Möbeln in einem Raum könne der Grenzwert in der Summe zudem leicht überschritten werden.

Öko-Test: Auch Möbel aus Massivholz fielen durch

Für das «Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010» nahm Öko-Test zehn Wickelkommoden von bekannten Möbelherstellern unter die Lupe. Das Testergebnis gab Anlass zur Besorgnis: Die meisten Kommoden gasten dem Bericht zufolge «ganz beachtlich krebserregendes Formaldehyd» aus. Nur zwei der Testobjekte - darunter auch ein Modell von Ikea - waren nicht mit Schadstoffen belastet und wurden mit «gut» bewertet. Die Hälfte der untersuchten Möbel fiel bei dem Test durch. Dabei zeigte sich, dass nicht immer Pressholz der Übeltäter ist: Am schlechtesten schnitten zwei Kommoden aus Massivholz ab.