Wie Sie beim Kochen und Backen ganz einfach Strom sparen

In der Küche geht es oft heiss her: Wer dann mit Deckel kocht, reduziert sowohl den Energieverbrauch als auch den Wasserdampf. Dampfgarer, Wasserkocher, Umluft und Restwärme helfen dem Stromsparen beim Kochen und Backen auf die Sprünge.

Pfanne statt Backofen spart bei kleinen Gerichten Energie ein.
Wer bei kleinen Gerichten die Pfanne statt de Ofen benutzt, spart Energie. Foto: © monkeybusinessimages / iStock / Thinkstock
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Auf jeden Topf passt ein Deckel: Das trifft nicht nur in der Liebe zu, sondern auch in der Küche. Wer mit zugedeckter Pfanne kocht, spart etwa zwei Drittel an Strom. Um Speisen selber zu zubereiten, verkocht eine vierköpfige Familie knapp 13 Prozent des gesamten Jahresenergieverbrauchs. Doch Stromsparen beim Kochen und Backen ist machbar. Sparhilfen sind beispielsweise passgenaue Pfannen, energieeffiziente Geräte, Wasserkocher und die Nutzung der Umluftfunktion. So geht Energiesparen beim Kochen leicht von der Hand.

Stromfresser Herd: Viel heiße Luft

Die Küche ist generell der energieintensivste Raum der Wohnung. Allein fürs Kochen und Backen wendet ein Vier-Personen-Haushalt etwa 450 Kilowattstunden Strom auf. Die Herdplatten schlucken davon mehr als die Hälfte. Dabei verpufft ein gewisser Teil ungenutzt: Um einen Liter Wasser auf einem Glaskeramikfeld zu erwärmen, gehen bereits 45 Prozent des Stroms über Herdplatte und Pfanne verloren. Wenngleich der Ofen nur ein Viertel der jährlichen «Koch & Backenergie» verbraucht, fällt auch dabei ein enormer Wärmeverlust an. Wer einen Braten im vorgeheizten Backofen zubereitet, wendet dafür 2,2 Kilowattstunden Strom auf. Davon verflüchtigen sich mehr als drei Viertel. Nur sieben Prozent der Energie werden für das eigentliche Garen eingesetzt. Um das Sparpotenzial auszunutzen, kann man auf das Vorheizen verzichten oder Umluft einsetzen. Die restlichen Kilowattstunden verteilen sich auf andere Geräte wie Kaffeemaschine oder Wasserkocher. Diese Küchenhelfer arbeiten meist effizienter als die Herdplatten – es sei denn, die Geräte laufen im Standbybetrieb. Teilweise sind diese z.B. mit einer Schaltuhr ausgestattet und holen dann beim Stromverbrauch schnell wieder auf.

Energieeffiziente Geräte: Induktionsherd

Wer auf einem Induktionsherd kocht, spart im Vergleich zu herkömmlichen Glaskeramikplatten etwa ein Viertel an Energie ein. Durch ein elektromagnetisches Feld wird das Kochgeschirr direkt erhitzt. Dafür benötigt man spezielle Pfannen aus Gusseisen oder magnetischen Edelstahl. Allerdings haben Induktionsherde einen höheren Anschaffungspreis, der sich nicht über den eingesparten Strom amortisiert. Weiterhin sind Glaskeramikkochfelder oder Gasherde zu empfehlen, die das Stromsparen beim Kochen und Backen erleichtern. Diejenigen, die noch gusseiserne Platten nutzen, verbrauchen bis zu 20 Prozent mehr Energie. Bei der Energieeffizienz tappen jedoch viele Verbraucher im Dunkeln, denn bis heute tragen Kochplatten keine Energieetikette.

Tipps und Anregungen: Energiesparen beim Kochen

Zeit und Strom spart man, indem man das Wasser für Reis, Kartoffeln, Nudeln und Tee zuvor in einem Kocher erhitzt. So reduziert man den Energieverbrauch um die Hälfte, da Wärmeverluste wegfallen. Unterschiedlich grosses Kochgeschirr hilft beim Stromsparen: Beim Kochen sollte man geringe Essensmengen in entsprechend kleinen Pfannen erhitzen. Passen Topfboden und Herdplatte genau aufeinander, dann verpufft zudem weniger Wärme. Hierbei versteckt sich enormes Sparpotenzial: Ist der Topf nur zwei Zentimeter kleiner als die Herdplatte, dann verbraucht man bis zu 30 Prozent mehr Energie. Wer stattdessen Dampfkochtöpfe und Isolierpfannen einsetzt, kann die Zahl der Kilowattstunden um die Hälfte senken. Energiesparend kochen bedeutet auch, dass man die Herdplatten etwa zehn Minuten vor dem Ende der Garzeit ausstellt und die Restwärme nutzt. Doch nicht nur die Geräte sind wichtig, sondern auch was sich in der Pfanne befindet. Gemüse, Eier und Kartoffeln müssen nicht komplett von Wasser bedeckt sein. Es genügt, wenn diese grösstenteils im Dampf garen. Nudeln benötigen hingegen mehr Kochwasser, das man erst nach dem Aufkochen salzen sollte, da sich sonst der Siedepunkt nach hinten verlegt. Mit kleinen Änderungen kann man langfristig Betriebskosten sparen: Singlehaushalte, die stets mit Deckel kochen, bezahlen jährlich etwa 46 Franken. Wer hingegen Deckel, Dampfkochtopf, Isolierpfanne und Wasserkocher nutzt, praktiziert Energiesparen beim Kochen und wird mit einer Rechnung von etwa 28 Franken belohnt.