Haarseife einfach selber machen & Tipps zur Verwendung

Haarseife ist praktisch und sie lässt sich ganz einfach selber machen. Wir zeigen ein schnelles Haarseifen-Rezept und wie Sie Ihr Haar damit richtig zum Glänzen bringen!

Haarseife selber machen: Rezepte & Tipps zur Anwendung
Haarseife können Sie ganz einfach selber machen. Foto © kutaytanir / E+
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Haarseife ist eine gute Alternative für herkömmliches Shampoo aus der Plastikflasche. Konventionelle Kosmetikprodukte wie Duschgel oder Shampoo enthalten oft Zusatzstoffe, die weder Haut noch Haar gut tun. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Ihre Haarpflege keine umwelt- und hautschädlichen Inhaltsstoffe enthält, können Sie Haarseife schnell und einfach selber machen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Haarseife selber zu machen. Sie können die Seife selbst sieden oder auf Basis von Kernseife herstellen. Das traditionelle Rezept zum Seifensieden ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Denn hierfür benötigen Sie eine Lauge und müssen bei der Herstellung Schutzkleidung und -brille tragen.

Wir zeigen Ihnen ein einfaches Rezept ohne Lauge, für das Sie nur wenige Zutaten benötigen. So wird die Seifenherstellung sicher zum Erfolg!

 Im Artikel

Das müssen Sie über Haarseife wissen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das konventionelle Shampoo im Badezimmer durch eine nachhaltige Variante zu ersetzen. Die einen waschen sich die Haare mit Roggenmehl, andere greifen zu Heilerde. Das ist nicht für jeden was. Für den Umstieg auf eine verpackungsfreie oder verpackungsärmere Varianten für's Haarewaschen eignet sich eine Haarseife wunderbar. 

Doch auch hieran muss sich die Kopfhaut erst gewöhnen. Als ich zum ersten mal Haarseife benutzt habe, hätte ich sie gerne gleich wieder durch mein altes Shampoo ersetzt: Ich hatte sofort wieder fettige Haare. Doch dafür gibt's nicht nur eine gute Erklärung, sondern auch eine Lösung.

Haarseife bestehet aus Fetten, Ölen und Lauge. Abhängig vom Öl wirkt die Haarseife stärker oder schwächer rückfettend. Wenn Sie zu Hause kalkhaltiges Wasser haben, bildet sich sogenannte «Kalkseife» beim Haarewaschen. Das liegt daran, dass der Kalk die Waschleistung der Seife abschwächt und sich dadurch Rückstände auf Haut und Haar bilden.

Daher empfiehlt es sich, einmal pro Woche nach der Haarwäsche eine saure Rinse anzuwenden. Sie sorgt dafür, dass sich der Kalk löst und die Haare besser kämmbar werden.

Rezept: So machen Sie Ihre eigene Haarseife

Genau gleich wie bei normaler Seife brauchen Sie weder viele Zutaten noch viel Zeit, wenn Sie Haarseife selber machen. Das Schöne daran ist: Sie können sich individuell für einen Duft entscheiden. Welche ätherischen Öle besonders gut für Ihr Haar sind, lesen Sie weiter unten.

Zutaten

  • Ein Stück Kernseife oder Aleppo-Seife, etwa 300 Gramm
  • 2 EL Pflanzenöl (Olivenöl, Rizinusöl, Distelöl, Kokosöl oder Traubenkernöl)
  • 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl
  • Wasser (etwa 100 bis 150 ml)

Tipp: Für mehr Farbe unter der Dusche können Sie wahlweise etwa 5 Tropfen Lebensmittelfarbe hinzufügen. Auch Kräuter wie Lavendel und Rosmarin sehen in der selbstgemachten Seife toll aus und duften gut.

Zubereitung

  1. Reiben Sie die Kernseife mit einer groben Küchenreibe in einen Topf.
  2. Anschliessend füllen Sie den Topf mit etwas Wasser auf. Verwenden Sie vorerst nicht alles Wasser, sondern füllen Sie bei Bedarf etwas nach.
  3. Erhitzen Sie die Mischung aus Wasser und Seife langsam. Rühren Sie währenddessen gut um, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat.
  4. Sobald Wasser und Seife zu einer Masse verschmolzen sind, können Sie das Olivenöl (oder Pflanzenöl nach Wahl) und die ätherischen Öle hinzufügen und die Mischung gut verrühren.
    Seife ganz einfach selber machen

    Geben Sie die warme Flüssigkeit in Silikonförmchen. Foto © DragonImages / iStock / Getty Images Plus 

  5. Nach Wunsch können Sie zum Schluss Lebensmittelfarbe und Kräuter hinzufügen und nochmals gut verrühren.
  6. Geben Sie die warme Masse anschliessend in kleine Förmchen aus Silikon oder Edelstahl.
  7. Sobald die Seife getrocknet ist, können Sie die festen Stücke aus der Form lösen. Testen Sie vorher mit einem Zahnstocher, ob die Seife ganz durchgehärtet ist.

Ätherische Öle für eine feine Note

Wenn Sie Ihre Haarseife selber machen, können Sie sich ganz nach Wunsch für einen Duft entscheiden. Es gibt zahlreiche Öle, die sich für das Rezept eignen und Haut und Haar gut tun.

Diese ätherischen Öle beruhigen Sinne und Kopfhaut:

Reinigende und erfrischende ätherische Öle gegen fettige Kopfhaut:

Tipp: Beim Kauf von ätherischen Ölen lohnt es sich besonders, auf Bio-Qualität zu setzen. Konventionellen Produkten werden oft Zusatzstoffe hinzugefügt.

Haarseife und festes Shampoo

Neben Haarseife haben Sie sicher auch schon von Shampooseife, festem Shampoo oder Shampoo Bars gehört. Um hier einmal mit den Begriffen aufzuräumen: Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Produkte mit verschiedenen Bezeichnungen:

  • Haarseife (auch als Shampooseife oder Haarwaschseife bezeichnet)
  • Festes Shampoo (auch Shampoo Bar oder Shampoo Bit)

Haarseife und festes Shampoo werden jedoch auch oft als Synonym verwendet. Doch eigentlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Kosmetikprodukte.

Wie unterscheidet sich festes Shampoo von Haarwaschseife?

Festes Shampoo ist ganz einfach Shampoo, dem das Wasser entzogen wurde. Es besteht also aus den gleichen Inhaltsstoffen und hat in der Regel den gleichen pH-Wert wie flüssiges Shampoo. Anders als Haarseife basiert es nicht auf einer Lauge, sondern reinigt mit natürlichen Tensiden.

Shampoo Bars unterscheiden sich von Haarseife

Shampoo Bars unterscheiden sich auch visuell von Haarseifen. Foto © seramo /  iStock / Getty Images Plus 

Ansonsten sind die Zutaten ähnlich wie bei einer Seife: Neben den Tensiden besteht das feste Reinigungungsstück aus Ölen, Fetten und ätherische Ölen für den Duft. Der Siedeprozess fällt beim festen Shampoo weg. Stattdessen werden die Zutaten einfach verrührt und zu kleinen Stücken gepresst.

Reine Kopfsache: Haarseife oder festes Shampoo?

Welche Alternative zum flüssigen Shampoo die richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Mir persönlich ist der Umstieg auf ein festes Haarwaschstück mit einem festen Shampoo leichter gefallen, als mit einer Haarseife. Doch beide Produkte haben ihre Vorteile.

Ich bin anfangs nicht mit der Haarseife warm geworden. Das war jedoch, bevor ich vom Zaubertrick «Saure Rinse» gehört habe. Bei der Verwendung einer Shampoo Bar brauchte ich keine saure Rinse, da die Reinigungsrundlage eine andere ist und keine Kalkseife entsteht. Das feste Shampoo schäumt bei der Anwendung stärker, was vielen unter der Dusche wichtig ist.

Bei empfindlicher Kopfhaut empfiehlt sich die mildere Haarseife. Sie ist sanfter zur Kopfhaut und das Risiko einer Hautirritation ist geringer. Wer mit Sauerer Rinse nachspült, verleiht seinen Haaren einen schönen Glanz und pflegt sie zusätzlich.

Festes Shampoo gibt es mittlerweile in vielen Drogerien oder Online-Shops zu kaufen. Konventionelle Shampoo Bars enthalten im Gegensatz zu Haarseife jedoch häufig Zusatzstoffe, die für Umwelt und Kopfhaut bedenklich sind. Daher ist es sinnvoll, die Bars ganz einfach selbst herzustellen.

Rezept: Festes Shampoo selber herstellen

Wenn Sie Shampoo Bars selber machen, ist die Herstellung nicht schwieriger als die einer Haarseife.

Zutaten

  • 50 Gramm Sheabutter oder Kakaobutter
  • 100 Gramm Mais- oder Kartoffelstärke
  • 100 Gramm des SLSA Tensids
  • 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl
  • Wasser für ein Wasserbad
  • 5 bis 10 Tropfen Lebensmittelfarbe (optional)

Tipp: SLSA ist ein Pulver, das zwar nicht schädlich ist, beim Einatmen jedoch die Schleimhäute reizen kann. Verwenden Sie deshalb einen Mundschutz bei der Herstellung.

Zubereitung

  1. Schmelzen Sie zunächst die Sheabutter (oder Kakaobutter) in einem Wasserbad.
  2. Geben Sie das SLSA Tensid und die Maisstärke zur geschmolzenen Sheabutter hinzu und verrühren die Zutaten.
  3. Zuletzt tropfen Sie das ätherische Öl und nach Wunsch etwas Lebensmittelfarbe hinzu und kneten die Masse mit den Händen durch.
  4. Die Masse können Sie anschliessend zu mehreren Stücken nach Wunsch formen.
  5. Trocknen Sie die Bars über Nacht bei Zimmertemperatur. Sie können sie schon am nächsten Tag verwenden.

SLSA - was ist das?

Eine Zutat sticht bei diesem Rezept besonders ins Auge: SLSA (Sodium Lauryl Sulfoacetate). Was nach Chemielabor klingt ist eine natürliche Zutat, die auch für Naturkosmetik zugelassen ist. Sie erhalten die waschaktive Substanz online über zahlreiche Anbieter für einen günstigen Preis.

Bei SLSA handelt es sich um ein mildes Tensid, also eine Reinigungsgrundlage. Es hat eine schäumende Wirkung und wird in Shampoos und Duschgels oder Badezusätzen verwendet. Hergestellt wird das Tensid auf Basis von Fettsäuren aus Palm- oder Kokosöl.

Nicht verwechseln: SLS –  es ist nur ein Buchstabe weniger, doch der Unterschied zum SLSA Tensid ist gross. SLS (Sodium Lauryl Sulfate) sind in vielen konventionellen Shampoos enthalten. Der Stoff gilt als bedenklich und möglicherweise gesundheitsschädlich.

Saure Rinse – kurz erklärt und schnell hergestellt

Saure Rinse ist eine Lösung aus Essig und Wasser, die als Haarspülung optimal ist. Die Schuppenschicht Ihres Haares ist nach dem Waschen aufgeraut. Dank der zusammenziehenden Wirkung der Rinse hat diese einen glättenden Effekt und sorgt für schönen Glanz. Blondes Haar wird durch die leichte Säure mild aufgehellt.

Darüber hinaus entfernt sie Kalkrückstände von Haar und Kopfhaut, was für ein besseres Waschergebnis sorgt. Die Rinse stellen Sie mit zwei Zutaten ganz einfach selbst her:

  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 2-3 EL Apfelessig (alternativ anderer Fruchtessig oder Zitronensaft)

Geben Sie nach der Haarwäsche einfach etwas von der Mischung auf das Haar und spülen gut nach. Und keine Panik: Sie riechen danach nicht nach Essig! Dieser hat eine geruchsneutralisierende Wirkung und bleibt nicht in den Haaren haften.

Zero Waste Tipps & Tricks

Das feste Waschstück kommt nicht nur ohne Plastikverpackung aus, sondern bringt weitere Vorteile mit sich. Auf Reisen ist eine feste Seife anstelle von flüssigem Shampoo praktisch: Sie läuft nicht aus, ist viel leichter und nimmt weniger Platz im Gepäck ein.

Zutaten kaufen: Die natürlichen Zutaten für Haarseife oder festes Shampoo erhalten Sie grösstenteils in Drogerien oder Supermärkten. Sheabutter, Speisestärke, Olivenöl und Kernseife gibt es in vielen Unverpackt-Läden gänzlich ohne Verpackung. Einzig die Waschsubstanz SLSA müssen Sie im Internet bestellen.

Umstellung: Gerade dann, wenn Sie vorher ein konventionelles Shampoo mit Silikonen oder zusätzlich Pflegespülung verwendet haben, fühlen sich die Haare nach dem ersten Waschen mit Haarseife meist stumpf oder sogar trocken an. Es braucht etwas Zeit, bis sich Haar und Kopfhaut daran gewöhnen. Unser Tipp für feines Haar: Arganöl eignet sich wunderbar, um es nach der Haarwäsche auf die Spitzen des feuchten Haars aufzutragen. Das schützt vorm Austrocknen und verleiht einen natürlichen Glanz. 

Anwendung: Die Anwendung der Seife könnte einfacher nicht sein: Reiben Sie Seife oder Shampoo einfach zwischen den Händen, tragen Sie den erzeugten Schaum auf Haar und Kopfhaut auf und massieren Sie ihn eine Minute lang ein. Mit warmem Wasser gut ausspülen – fertig. Alternativ können Sie das Stück auch direkt im Haar aufschäumen. Tipp für schnell fettendes Haar: Massieren Sie den Schaum nicht zu stark in die Kopfhaut ein. Durch die Stimulation wird die Fettproduktion angeregt und das Haar fettet schneller nach.

Aufbewahrung: Damit Sie lange etwas von Ihrer Haarseife oder Ihrem festen Shampoo haben, sollten Sie die Seife richtig aufbewahren. Schützen Sie das Produkt vor Wasserstau. Wenn es lange im Wasser liegt, verbraucht es sich deutlich schneller. Unser Tipp: Statt einer zerbrechlichen Seifenschale eignet sich eine Scheibe vom Luffaschwamm hervorragend, um die Seife nach der Anwendung darauf zu plazieren. Er saugt überschüssige Flüssigkeit auf und trocknet im Nu.

Auf Reisen: Festes Shampoo oder die selbstgemachte Haarseife nehmen Sie am besten in einer kleinen Seifendose aus Edelstahl mit auf Reisen. Natürlich tut es auch ein kleines Weckglas oder eine Tupperdose, die Sie nicht erst kaufen müssen. 

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