Haarseife einfach selber machen & Tipps zur Verwendung Pauline Bodinek Haarseife ist eine plastikärmere Alternative zu flüssigem Shampoo und lässt sich mit wenig Aufwand selber machen. Hier findest du ein einfaches Rezept, praktische Anwendungstipps und eine ehrliche Einordnung, für wen Haarseife im Alltag gut funktioniert – und wann ein mildes festes Shampoo die unkompliziertere Wahl sein kann. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Haarseife kannst du ganz einfach selber machen. Foto © kutaytanir / E+ Haarseife ist eine gute Alternative für herkömmliches Shampoo aus der Plastikflasche. Gerade wenn du im Bad Verpackung sparen, Inhaltsstoffe bewusster wählen und Pflegeroutinen vereinfachen möchtest, kann sie spannend sein. Gleichzeitig lohnt sich ein realistischer Blick: Haarseife ist nicht automatisch für jedes Haar und jede Kopfhaut die beste Lösung. Wie gut sie funktioniert, hängt stark von Wasserhärte, Haarstruktur, Pflegeroutine und etwas Geduld in der Umstellungsphase ab. Es gibt zwei Möglichkeiten, Haarseife selber zu machen. Du kannst die Seife selbst sieden oder auf Basis von Kernseife herstellen. Das traditionelle Seifensieden ist jedoch nicht ganz ungefährlich, weil dafür eine Lauge nötig ist und du mit Schutzkleidung und Schutzbrille arbeiten musst. Wir zeigen dir deshalb ein einfaches Rezept ohne Lauge, für das du nur wenige Zutaten brauchst. Dazu erfährst du, wie du Haarseife richtig anwendest, woran Umstellungsprobleme liegen können und wann ein festes Shampoo die praktischere Alternative ist. Haarseife: Was sie kann - und was nicht Wenn du von flüssigem Shampoo auf Haarseife umsteigen möchtest, hilft vor allem eines: gutes Erwartungsmanagement. Haarseife kann Haare gründlich reinigen, Plastik vermeiden und mit wenigen Zutaten auskommen. Sie ist aber kein Wundermittel. Manche Menschen lieben das Gefühl nach der Wäsche, andere kämpfen mit stumpfen Längen, schnellen Rückständen oder fettigem Ansatz. Das ist kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst – oft passt einfach die Kombination aus Wasser, Haar und Produkt noch nicht. Für Familien ist ausserdem wichtig: Was bei Erwachsenen gut klappt, ist nicht automatisch ideal für Kinder oder Menschen mit empfindlicher, gereizter oder zu Ekzemen neigender Kopfhaut. Fachgesellschaften und dermatologische Empfehlungen betonen bei sensibler Haut grundsätzlich milde, reizarm formulierte Reinigungsprodukte mit hautfreundlichem pH-Wert. Klassische Seifen sind alkalisch und können deshalb bei empfindlicher Haut eher austrocknend wirken. Für Kinder, bei sehr trockener Kopfhaut oder bei bekannten Hauterkrankungen ist ein mildes Shampoo deshalb oft die vernünftigere Wahl. Vorteile aus Nachhaltigkeitssicht Aus Nachhaltigkeitssicht hat Haarseife einige klare Vorteile. Sie kommt oft mit wenig oder ganz ohne Plastikverpackung aus, ist ergiebig und braucht beim Transport weniger Gewicht als flüssige Produkte. Auf Reisen ist sie praktisch, weil nichts ausläuft. Wenn du die Zutaten sorgfältig auswählst, kannst du ausserdem Duft, Pflegewirkung und Grösse individuell anpassen. Besonders sinnvoll ist Haarseife für Menschen, die ihre Pflege bewusst vereinfachen möchten und bereit sind, ein wenig zu testen. Wer bereits Interesse an festen Pflegeprodukten hat, findet auch in unseren Artikeln zu Shampoo und Haare waschen hilfreiche Grundlagen zu Inhaltsstoffen, Waschfrequenz und schonender Haarpflege. Typische Stolpersteine in der Anwendung Die häufigsten Probleme mit Haarseife sind schnell erklärt: Das Haar fühlt sich wachsig, stumpf, schwer kämmbar oder ungewohnt fettig an. In vielen Fällen liegt das nicht an der Seife allein, sondern an Rückständen. Seife reagiert mit Kalk im Wasser. Dabei können unlösliche Ablagerungen entstehen, die sich auf Haar und Kopfhaut legen. Gerade in Regionen mit hartem Wasser ist das ein typischer Grund dafür, dass Haarseife anfangs enttäuscht. In der Schweiz ist die Wasserhärte regional sehr unterschiedlich. Je nach Gemeinde kann das Leitungswasser deutlich kalkhaltig sein. Wenn du in einer Gegend mit hartem Wasser wohnst, brauchst du meist etwas mehr Sorgfalt bei der Anwendung – vor allem eine saure Rinse kann dann den Unterschied machen. Ein zweiter Stolperstein ist die Umstellung selbst. Wenn du bisher konventionelles Shampoo mit Filmbildnern, Silikonen oder viel Pflegezusatz verwendet hast, kann sich das Haar nach den ersten Wäschen ungewohnt anfühlen. Das ist häufig vorübergehend. Gib deinem Haar zwei bis vier Wochen Zeit, bevor du entscheidest, ob Haarseife wirklich zu dir passt. Das musst du über Haarseife wissen Es gibt verschiedene Möglichkeiten, konventionelles Shampoo im Badezimmer durch eine nachhaltigere Variante zu ersetzen. Manche waschen ihre Haare mit Roggenmehl, andere mit Heilerde. Das passt nicht für alle. Haarseife ist oft alltagstauglicher, weil sie sich ähnlich unkompliziert verwenden lässt wie ein festes Waschstück. Haarseife besteht aus Fetten, Ölen und einer verseiften Grundlage. Je nach Zusammensetzung wirkt sie stärker oder schwächer rückfettend. Genau das kann angenehm sein, wenn deine Kopfhaut eher trocken ist. Bei sehr feinem Haar oder schnell fettendem Ansatz kann diese Pflege aber auch zu viel sein. Wenn du bei den ersten Anwendungen das Gefühl hast, dass das Haar nicht «richtig sauber» wird, ist das ein häufiger Startpunkt und noch kein Grund, das Projekt sofort abzubrechen. Wichtig ist, die Seife gründlich aufzuschäumen, gut auszuspülen und bei Bedarf mit einer sauren Rinse nachzuspülen. So lösen sich Kalkrückstände besser und die Haare werden glatter und leichter kämmbar. Rezept: So machst du deine eigene Haarseife Genau wie bei normaler Seife brauchst du weder viele Zutaten noch viel Zeit, wenn du Haarseife selber machst. Das Schöne daran ist: Du kannst den Duft individuell wählen. Welche ätherischen Öle sich dafür eignen, liest du weiter unten. Zutaten Ein Stück Kernseife oder Aleppo-Seife, etwa 300 Gramm 2 EL Pflanzenöl (Olivenöl, Rizinusöl, Distelöl, Kokosöl oder Traubenkernöl) 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl Wasser (etwa 100 bis 150 ml) Tipp: Für mehr Farbe unter der Dusche kannst du wahlweise etwa 5 Tropfen Lebensmittelfarbe hinzufügen. Auch Kräuter wie Lavendel und Rosmarin sehen in der selbstgemachten Seife toll aus und duften gut. Zubereitung Reibst du die Kernseife mit einer groben Küchenreibe in einen Topf. Anschliessend füllst du den Topf mit etwas Wasser auf. Verwende vorerst nicht alles Wasser, sondern fülle bei Bedarf etwas nach. Erhitze die Mischung aus Wasser und Seife langsam. Rühre währenddessen gut um, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat. Sobald Wasser und Seife zu einer Masse verschmolzen sind, kannst du das Olivenöl (oder Pflanzenöl nach Wahl) und die ätherischen Öle hinzufügen und die Mischung gut verrühren. Gebe die warme Flüssigkeit in Silikonförmchen. Foto © DragonImages / iStock / Getty Images Plus Nach Wunsch kannst du zum Schluss Lebensmittelfarbe und Kräuter hinzufügen und nochmals gut verrühren. Gebe die warme Masse anschliessend in kleine Förmchen aus Silikon oder Edelstahl. Sobald die Seife getrocknet ist, kannst du die festen Stücke aus der Form lösen. Teste vorher mit einem Zahnstocher, ob die Seife ganz durchgehärtet ist. Ätherische Öle für eine feine Note Wenn du deine Haarseife selber machst, kannst du dich ganz nach Wunsch für einen Duft entscheiden. Es gibt zahlreiche Öle, die sich für das Rezept eignen. Wichtig ist aber: Mehr ist nicht besser. Ätherische Öle sind konzentriert und können empfindliche Haut reizen. Verwende sie deshalb sparsam und verzichte lieber ganz darauf, wenn deine Kopfhaut empfindlich reagiert oder wenn Kinder das Produkt mitbenutzen. Diese ätherischen Öle werden häufig als angenehm und beruhigend empfunden: Ylang-Ylang Lavendel Rose Diese ätherischen Öle werden oft in Rezepten für eher fettige Kopfhaut verwendet: Pfefferminz Rosmarin Teebaumöl Melisse Tipp: Beim Kauf ätherischer Öle lohnt es sich, auf Bio-Qualität und eine klare Deklaration zu achten. Wenn du zu Allergien oder empfindlicher Haut neigst, teste neue Duftstoffe zunächst vorsichtig. So verwendest du Haarseife richtig Die richtige Anwendung entscheidet oft darüber, ob du Haarseife magst oder nach zwei Versuchen entnervt aufgibst. Anders als viele flüssige Shampoos braucht sie etwas mehr Aufmerksamkeit – dafür ist die Routine nach kurzer Zeit meist unkompliziert. Wasserhärte, Rinse, Einwirkzeit Schäume die Seife zuerst in den Händen auf oder reibe sie sanft direkt am nassen Haaransatz. Verteile den Schaum vor allem auf der Kopfhaut, nicht primär in den Längen. Massiere ihn kurz ein und spüle sehr gründlich mit warmem Wasser aus. Eine lange Einwirkzeit bringt meist keinen Zusatznutzen. Wichtiger ist, dass keine Seifenreste im Haar bleiben. Wenn dein Wasser kalkhaltig ist, lohnt sich fast immer eine saure Rinse. Sie hilft, Rückstände zu lösen, glättet die Haaroberfläche und macht das Haar oft spürbar weicher. Besonders bei längerem, lockigem, blondiertem oder feinem Haar ist das ein grosser Vorteil. Wenn du unsicher bist, ob dein Leitungswasser hart ist, kannst du die Wasserhärte bei deinem lokalen Wasserversorger nachsehen. In vielen Schweizer Gemeinden ist diese Information öffentlich zugänglich. Wenn dein Haar nach der Wäsche strähnig oder wachsig wirkt, probiere nicht sofort eine grössere Seifenmenge. Häufig hilft eher das Gegenteil: weniger Produkt, gründlicheres Ausspülen und konsequent eine saure Rinse. Für welche Haartypen sie eher geeignet ist Haarseife passt oft gut zu normaler bis leicht trockener Kopfhaut und zu eher robustem, wenig strapaziertem Haar. Auch Menschen, die Pflegeprodukte gern minimalistisch halten, kommen damit häufig gut zurecht. Etwas schwieriger ist Haarseife oft bei sehr feinem Haar, stark blondierten oder chemisch behandelten Längen, sehr lockigem Haar mit hoher Trockenheit oder bei schnell fettendem Ansatz. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist – nur, dass du eher mit Anpassungen rechnen solltest. In diesen Fällen ist ein mildes festes Shampoo oft die verlässlichere Lösung, weil es meist näher am hautfreundlichen pH-Bereich liegt und weniger stark auf Wasserhärte reagiert. Wenn du für Kinder eine einfache, milde und gut verträgliche Haarpflege suchst, ist Haarseife meist nicht die erste Wahl. Ein reizarmes Kinder- oder Sensitiv-Shampoo ist im Alltag oft einfacher und hautschonender. Haarseife und festes Shampoo Neben Haarseife hast du sicher auch schon von Shampooseife, festem Shampoo oder Shampoo Bars gehört. Um hier einmal mit den Begriffen aufzuräumen: Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Produkte mit verschiedenen Bezeichnungen: Haarseife (auch als Shampooseife oder Haarwaschseife bezeichnet) Festes Shampoo (auch Shampoo Bar oder Shampoo Bit) Haarseife und festes Shampoo werden oft als Synonym verwendet. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei unterschiedliche Kosmetikprodukte. Wie unterscheidet sich festes Shampoo von Haarwaschseife? Festes Shampoo ist vereinfacht gesagt Shampoo in fester Form. Es basiert nicht auf klassischer Seife, sondern auf Tensiden. Dadurch reagiert es anders mit Wasser und hinterlässt in kalkhaltigem Wasser meist weniger problematische Rückstände. Auch der pH-Wert ist oft hautfreundlicher als bei Seife. Shampoo Bars unterscheiden sich auch visuell von Haarseifen. Foto © seramo / iStock / Getty Images Plus Ansonsten sind die Zutaten ähnlich wie bei einer Seife: Neben den Tensiden besteht das feste Reinigungsstück aus Ölen, Fetten und ätherische Ölen für den Duft. Der Siedeprozess fällt beim festen Shampoo weg. Stattdessen werden die Zutaten einfach verrührt und zu kleinen Stücken gepresst. Reine Kopfsache: Haarseife oder festes Shampoo? Welche Alternative zum flüssigen Shampoo die richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn du möglichst wenig Verpackung willst und Freude am Ausprobieren hast, kann Haarseife sehr gut zu dir passen. Wenn du eine möglichst einfache, verlässliche Lösung suchst, ist ein mildes festes Shampoo oft alltagstauglicher. Gerade bei hartem Wasser, empfindlicher Kopfhaut oder wenn du keine Lust auf eine zusätzliche saure Rinse hast, ist festes Shampoo häufig unkomplizierter. Es schäumt oft stärker, ist in der Anwendung vertrauter und funktioniert für viele Menschen ohne Umstellungsphase besser. Bei empfindlicher Kopfhaut ist Vorsicht sinnvoll: Viele vertragen eine schlicht formulierte Haarseife gut, andere reagieren auf den alkalischen Charakter eher mit Trockenheit. Wenn deine Kopfhaut schnell spannt, juckt oder zu Rötungen neigt, ist ein mildes Shampoo in der Regel die sanftere Option. Wenn du ohnehin gerade prüfst, wie oft Haarewaschen für dich sinnvoll ist, hilft dir unser Überblick zu Haare waschen zusätzlich weiter. Festes Shampoo gibt es mittlerweile in vielen Drogerien oder Online-Shops zu kaufen. Konventionelle Shampoo Bars enthalten im Gegensatz zu Haarseife jedoch häufig Zusatzstoffe, die nicht für jede Kopfhaut ideal sind. Wenn du volle Kontrolle über die Zutaten möchtest, kannst du Bars deshalb auch selbst herstellen. Rezept: Festes Shampoo selber herstellen Wenn du Shampoo Bars selber machst, ist die Herstellung nicht schwieriger als die einer Haarseife. Zutaten 50 Gramm Sheabutter oder Kakaobutter 100 Gramm Mais- oder Kartoffelstärke 100 Gramm des SLSA Tensids 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl Wasser für ein Wasserbad 5 bis 10 Tropfen Lebensmittelfarbe (optional) Tipp: SLSA ist ein Pulver, das zwar nicht schädlich ist, beim Einatmen jedoch die Schleimhäute reizen kann. Verwende deshalb einen Mundschutz bei der Herstellung. Zubereitung Schmelze zunächst die Sheabutter (oder Kakaobutter) in einem Wasserbad. Gib das SLSA Tensid und die Maisstärke zur geschmolzenen Sheabutter hinzu und verrühre die Zutaten. Zuletzt tropfe das ätherische Öl und nach Wunsch etwas Lebensmittelfarbe hinzu und knete die Masse mit den Händen durch. Die Masse kannst du anschliessend zu mehreren Stücken nach Wunsch formen. Trockne die Bars über Nacht bei Zimmertemperatur. Du kannst sie schon am nächsten Tag verwenden. SLSA - was ist das? Eine Zutat sticht bei diesem Rezept besonders ins Auge: SLSA (Sodium Lauryl Sulfoacetate). Was nach Chemielabor klingt, ist ein in fester Kosmetik häufig eingesetztes Tensid. Es sorgt dafür, dass das Produkt reinigt und schäumt. Bei SLSA handelt es sich um ein mildes Tensid, also eine Reinigungsgrundlage. Es wird in Shampoos, Duschgels und Badezusätzen verwendet. Für viele Menschen ist es deutlich angenehmer als klassische starke Sulfate, trotzdem gilt auch hier: Je empfindlicher die Haut, desto eher lohnt sich ein Blick auf die gesamte Formulierung und nicht nur auf einen einzelnen Inhaltsstoff. Nicht verwechseln: SLS – es ist nur ein Buchstabe weniger, doch der Unterschied zum SLSA Tensid ist gross. SLS (Sodium Lauryl Sulfate) sind in vielen konventionellen Shampoos enthalten. Der Stoff kann empfindliche Haut stärker reizen. Saure Rinse – kurz erklärt und schnell hergestellt Saure Rinse ist eine Lösung aus Essig und Wasser, die sich nach der Wäsche mit Haarseife besonders bewährt. Sie hilft, Kalkrückstände von Haar und Kopfhaut zu entfernen. Ausserdem glättet sie die Haaroberfläche, was Glanz und Kämmbarkeit verbessern kann. Die Rinse stellst du mit zwei Zutaten ganz einfach selbst her: 1 Liter kaltes Wasser 2-3 EL Apfelessig (alternativ anderer Fruchtessig oder Zitronensaft) Gib nach der Haarwäsche einfach etwas von der Mischung auf das Haar und spüle gut nach. Wenn du sehr empfindliche Kopfhaut hast, beginne lieber mit weniger Essig und taste dich langsam heran. Und keine Panik: Du riechst danach nicht dauerhaft nach Essig. Der Geruch verfliegt in der Regel rasch. Zero Waste Tipps & Tricks Das feste Waschstück kommt nicht nur ohne Plastikverpackung aus, sondern bringt weitere Vorteile mit sich. Auf Reisen ist eine feste Seife anstelle von flüssigem Shampoo praktisch: Sie läuft nicht aus, ist leichter und nimmt weniger Platz im Gepäck ein. Zutaten kaufen: Die natürlichen Zutaten für Haarseife oder festes Shampoo kannst du grösstenteils in Drogerien oder Supermärkten kaufen. Sheabutter, Speisestärke, Olivenöl und Kernseife gibt es in vielen Unverpackt-Läden gänzlich ohne Verpackung. Einzig die Waschsubstanz SLSA musst du meist im Internet bestellen. Umstellung: Gerade dann, wenn du vorher ein konventionelles Shampoo mit Silikonen oder zusätzlich Pflegespülung verwendet hast, fühlen sich die Haare nach dem ersten Waschen mit Haarseife oft stumpf oder trocken an. Das braucht etwas Zeit. Unser Tipp für feines Haar: Verwende sehr wenig Seife, spüle gründlich aus und gib bei Bedarf nur in die Spitzen eine minimale Menge Öl. Zu viel Pflege beschwert feines Haar schnell. Anwendung: Die Anwendung der Seife könnte einfacher nicht sein: Reibe die Seife oder das Shampoo einfach zwischen den Händen, trage den erzeugten Schaum auf Haar und Kopfhaut auf und massiere ihn kurz ein. Mit warmem Wasser gut ausspülen – fertig. Alternativ kannst du das Stück auch direkt im Haar aufschäumen. Tipp für schnell fettendes Haar: Konzentriere dich auf die Kopfhaut und spare die Längen weitgehend aus. Dort reicht meist der Schaum, der beim Ausspülen hindurchfliesst. Aufbewahrung: Damit du lange etwas von deiner Haarseife oder deinem festen Shampoo hast, solltest du die Seife richtig aufbewahren. Schütze das Produkt vor Wasserstau. Wenn es lange im Wasser liegt, verbraucht es sich deutlich schneller. Unser Tipp: Statt einer zerbrechlichen Seifenschale eignet sich eine Scheibe vom Luffaschwamm hervorragend, um die Seife nach der Anwendung darauf zu platzieren. Er saugt überschüssige Flüssigkeit auf und trocknet im Nu. Auf Reisen: Festes Shampoo oder die selbst gemachte Haarseife nimmst du am besten in einer kleinen Seifendose aus Edelstahl mit auf Reisen. Natürlich tut es auch ein kleines Weckglas oder eine Tupperdose, die du nicht erst kaufen musst. Wichtig für empfindliche Kopfhaut und Familien Wenn du für die ganze Familie eine einfache Lösung suchst, lohnt sich eine ehrliche Abwägung zwischen Nachhaltigkeit und Hautverträglichkeit. Für Erwachsene mit unproblematischer Kopfhaut kann Haarseife gut funktionieren. Für Kinder, Menschen mit sehr trockener Haut, Neurodermitis, gereizter Kopfhaut oder häufigem Juckreiz ist ein mild formuliertes Shampoo meist die sicherere Wahl. Nachhaltig ist am Ende auch das Produkt, das wirklich verwendet und gut vertragen wird – ohne Fehlkäufe, Frust und halbleere Restbestände. Wenn du Haarseife testen möchtest, starte am besten mit einem kleinen Stück, gib der Umstellung etwas Zeit und beobachte Kopfhaut und Haar ehrlich. Fühlt sich das Ergebnis auch nach mehreren Anwendungen nicht gut an, ist das kein Scheitern, sondern eine hilfreiche Erkenntnis. Dann passt ein mildes festes Shampoo vermutlich besser zu dir.