Raus aus meinem Haar! So werden Sie schädliche Silikone los

Silikon im Shampoo soll das Haar zum Glänzen bringen. Der schöne Schein kann aber nicht nur der Frisur, sondern auch der Gesundheit schaden. Wie man Silikone erkennt und gute Shampoos ohne Silikone findet.

Silikon im Shampoo: Wie man es erkennt und warum es schädlich sein kann
Foto: © TatyanaGl / iStock / Thinkstock
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Silikone lassen trockene Haare seidig glänzend und weich erscheinen. Dabei legen sich die Silikone um das Haar und glätten es optisch. Das Resultat: Geschmeidige Haare wie aus der Shampoo-Werbung. Kein Wunder war Silikon lange Zeit der Superstar in der Haarpflege. Seit den 1970er-Jahren wurde von Silikonen in Haarspülungen wie auch Shampoos und anderen Kosmetikprodukten reichlich Gebrauch gemacht. Doch in den letzten Jahren hat sich der gute Ruf des Inhaltsstoffs arg ausgewaschen – zurecht. Denn der Zusatz aus dem Labor ist für das Haar alles andere als pflegend, geschweige denn gesund.

Was sind Silikone?

Es gibt viele verschiedene Silikone. Sie werden unter anderem aus Bestandteilen von Erdöl gewonnen und im Labor zu Kunststoff, sogenannten synthetischen Polymeren, umgewandelt. Silikon ist ein perfektes Mittel, um Dinge zu versiegeln oder abzudichten. Das Anwendungsgebiet ist entsprechend gross, und es gibt kaum einen Bereich, in dem Silikone nicht zum Einsatz kommen.

Im Shampoo oder der Pflegespülung sind Silikone ein günstigerer Ersatz für hochwertige Öle.

Wenn es um die Haarpflege geht, wird zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Silikonen unterschieden. Insbesondere letztere schaden dem Haar mehr, als dass sie nützen.

Was machen Silikone mit dem Haar?

Wer bei der Pflege ein Shampoo oder eine Spülung mit Silikonen verwendet, erreicht damit unter Umständen genau das Gegenteil dessen, was er beabsichtigt: Silikone legen sich wie ein Schutzfilm um das Haar und versiegeln es. So werden die Haare glatt und reflektieren das Licht viel besser, was sie so glänzend und gesund wirken lässt. Durch den Schutzfilm werden die Haare vor Umwelteinflüssen geschützt und dazu noch super leicht kämmbar.

Durch den Silikonfilm dringen jedoch auch keine Luft oder Feuchtigkeit mehr durch. Auf lange Zeit trocknet das die Haare aus und lässt sie spröde werden.

Bei Silikonen, die nicht wasserlöslich sind, kommt hinzu, dass sie sich schlicht nicht mehr aus den Haaren waschen lassen. So gelangen Nährstoffe aus dem Shampoo nicht mehr ins Haarinnere und der Silikonfilm wächst und wächst. Man nennt das den Build-up-Effekt. Schicht um Schicht baut sich mit jeder Haarwäsche der Silikonfilm zusammen mit anderen Pflegestoffen um das Haar auf. Die Haare werden schwer und verlieren ihr Volumen.

Silikone in der Haarpflege stehen heute im Verdacht, Allergien auszulösen. Zudem kann die Kopfhaut nicht mehr atmen nach der Silikonwäsche. Silikon kann ausserdem das Ergebnis beim Färben beeinträchtigen.

Silikone in der Umwelt

Anders als die wasserunlöslichen Silikone, lassen sich die wasserlöslichen zwar aus dem Haar und von der Haut waschen. Durch silikonhaltige Pflegeprodukte im Shampoo aber auch in Cremes gelangen die schwer abbaubaren Silikone und Silikonöle allerdings einfach ins Abwasser und von da in die Gewässer.

Das Österreichische Umweltbundesamt beispielsweise weist darauf hin, dass die Auswirkungen von Silikonen auf die Umwelt aber auch auf die Gesundheit nicht ausreichend erforscht und damit bekannt sind. Fakt ist: Silikon ist biologisch nur schwer abbaubar.

Shampoo ohne Silikone erkennen

Um herauszufinden, ob ein Shampoo oder eine Pflegespülung Silikon enthält, hilft ein kurzer Check der Inhaltsstoffe, die auf der Flasche angegeben sind. Die am häufigsten verwendeten Silikone sind Cyclomethicon, Polysiloxan, Dimethicon und Methicon. Würde man alle Silikonarten aufzählen, die in Haarpflegeprodukten verwendet werden, ergäbe das eine lange Liste, die sich kaum einer merken kann. Deshalb helfen die Endungen der jeweiligen Zusatzstoffe weiter. 

Silikone enthalten folgende Endungen: -cone/-con, -conol, -oxan/-oxane und glycol.  

Shampoos ohne Silikone haben oft einen Aufdruck

Da silikonhaltige Shampoos in Verruf geraten sind, weisen viele Hersteller, die es nicht verwenden, mit dem Aufdruck «ohne Silikon» oder «silikonfrei» darauf hin.

Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, kann aber auch schnell den Online-Check der Zutaten durchführen. Zum Beispiel mit der App von Codecheck. Das Informationsportal hat sich darauf spezialisiert, die Inhaltsstoffe von Produkten inklusive Bewertung aufzulisten.

Trick 77 der Hersteller

Heute produzieren Hersteller vermehrt silikonfreie Shampoos. Doch dafür greifen sie oft auf andere Kunststoffverbindungen zurück, die sprödes Haar zum Glänzen bringen. Nicht zuletzt deshalb, sind viele silikonfreie Shampoos beim jüngsten Öko-Test durchgefallen oder bekamen eine schlechte Bewertung. Öko-Test empfiehlt, nicht nur bei Pflegeshampoos oder Haarsprays auf Mikroplastik zu verzichten, sondern diese generell bei Kosmetik und Pflegeprodukten zu meiden.

Empfehlenswerte silikonfreie Shampoos

Wer für die Pflege trockener Haare silikonfreie Shampoos verwenden möchte, dem empfehlen wir, auf Naturkosmetik zu setzen. Sie ist die ideale Alternative zu herkömmlichen Haarpflegeprodukten. Denn sie verzichtet bei Shampoo und Co. auf den Einsatz von Silikon oder andere synthetische Zusatzstoffe und verwendet dafür gesundes Mandelöl, Arganöl oder andere, natürlich pflegende Substanzen. Das ist gesünder für die Kopfhaut und verhindert, dass schädliches Mikroplastik ins Abwasser gelangt.

Weleda

Die Naturkosmetik-Marke Weleda bietet drei verschiedene silikonfreie Shampoos im Sortiment. Dazu Haarprodukte für die Pflege wie Haaröl oder eine Aufbau-Spülung. Weleda verwendet ausschliesslich natürliche Rohstoffe, die überwiegend aus biologischem Anbau stammen. Auf synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe wird verzichtet.

Lavera

Die Naturkosmetik-Marke Lavera führt gut zehn silikonfreie Shampoos und einige Conditioner im Sortiment. Lavera-Shampoos sind durch den Kosmetikverband Natrue zertifiziert und enthalten nur natürliche Inhaltsstoffe, die aber nicht zwingend Bio sein müssen.

Speik

Die Marke Speik führt in seinem Sortiment vier Shampoos ohne Silikon. Gemäss Codecheck enthalten die Produkte keine bedenklichen Inhaltsstoffe, abgesehen von Palmöl, das aber bio-zertifiziert sein muss. Zudem sind die Shampoos vegan und tierversuchsfrei.

Der Name stammt übrigens von der Speikpflanze, die in allen Produkten verarbeitet ist und ihnen den eigenwilligen Duft verleiht.

Garantiert ohne Silikon und besonders pflegend ist übrigens ein selbstgemachtes Shampoo: Von fruchtig bis Mediterran: Natürliches Shampoo selber machen.

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