Naturseifen: Die saubere Wahl für schön gepflegte Haut

Vor 5000 Jahren soll die erste Naturseife den Weg für eine Welt ohne Geruchbelästigung geebnet haben.  Damals waren es Naturseifen, die heute wieder viele Fans hat. Die Vor- und Nachteile von Naturseifen und was (nicht) drinsteckt.

Naturseifen: Was macht sie natürlich und warum ist das besser?
 Foto: © maramicado / iStock / Thinkstock
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Bereits im alten Orient wurden die ersten Seifen für die körperliche Hygiene hergestellt und spätestens die alten Römer waren für ihre Badekultur bekannt. Sie errichteten öffentliche Badehäuser, um schon damals mit Naturseifen den Schmutz des Alltags abzuwaschen. Selbst in der Schweiz etablierte sich die römische Badekultur. Eines der heute noch existierenden Beispiele ist die von ihnen 14 nach Christus errichtete Badener Thermalquelle.

Leider können in herkömmlichen Seifen, gleich, ob Handwaschseife, Duschgel oder Haarwaschmittel, allerhand schädliche, hautschädigende und allergieauslösende Inhaltsstoffe enthalten sein wie der Beitrag «Seife im Ökotest: Was ist drin und wie gut ist sie?» aufdeckt.

Vorteile und Nachteile von Naturseife

Naturseifen sind ein, wie der Name bereits sagt, natürliches Produkt. Sie werden mittels verschiedener Techniken hergestellt, etwa auf der Basis von pflanzlichen oder tierischen Fetten sowie auf Ölasis und aufgekocht mit einer Lauge.

Der chemische Prozess der Verseifung hat den schönen Effekt, dass natürliches Glyzerin entsteht. Gerade dieses Glyzerin reinigt die Haut besonders sanft und ist gleichzeitig ein natürlicher Feuchtigkeitsspender. Zu dieser Basis der Naturseifen geben viele Hersteller traditionell dann noch hochwertige Öle, natürliche Duftstoffe oder Kräuterextrakte, um ihnen einen besonders pflegende Wirkung und einen angenehmen natürlichen Duft zu verleihen.

Konventionelle Seifen enthalten oft Glyzerin

Im Gengensatz dazu werden konventionelle Seifen in der Regel mit synthetischem Glyzerin hergestellt, welches aus Erdöl gewonnen wird. Und das ist in Verbindung mit anderen Chemikalien so gar nicht pflegend, trockene Hände und spannende Haut sind nach ihrer Verwendung meist die unangenehme Folge.

Naturseife: Künstliche Stoffe sind Tabu

Auch enthalten Naturseifen keine künstlichen Duft- oder Konservierungsstoffe, alles Zutaten die in synthetischer Seife mehr oder weniger zu Hautproblemen oder –Irritationen führen können. Dagegen kann die Verwendung von Naturseifen aktiv Hautprobleme oder gar Hauterkrankungen lindern. Lediglich auf manche künstlichen Duftstoffe reagiert die eine oder der andere allergisch.

Naturseifen aus der Schweiz

Der Schweizer hat Glück, denn die Herstellung von Naturseifen hat hierzulande Tradition. Sei es Naturseife von Toggenburger Naturseifen, der Seifenmanufaktur Lemcke, Seifen-Huber oder von anderen Herstellern – Naturseifen aus der Schweiz gibt es in grosser Auswahl und sie sind meist auf Märkten, in Unverpackt-Läden oder direkt in den jeweiligen Onlineshops der Seifenhersteller erhältlich.

Vegetarische und vegane Naturseifen

Im Gegensatz zu Naturseifen, die auf tierischen Fetten basieren – eines hiervon ist Lanolin oder Wollwachs, welches beim Waschen von Schafwolle gewonnen wird – sind vegetarische oder vegane Naturseifen frei von diesen tierischen Zutaten. Während in vegetarischen Naturseifen allenfalls Milch oder Honig den pflanzlichen Ölen zugegeben werden, verzichten vegane Naturseifen komplett auf Tierisches.

Vegetarische oder vegane Naturseifen sind übrigens nicht nur für jene Menschen geeignet, die auf Fleisch- oder gänzlich auf tierische Produkte verzichten, denn: Es gibt Menschen, die mit einer allergischen Reaktion auf das Wollwachs reagieren. Mit einem Test beim Hautarzt kann das belegt  und das sonst so pflegende Lanolin sollte gemieden werden.

Naturseifen selber machen

Ohne Lauge gibt es keine Seife und damit zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache. Auch müssen Rezepturen bei der Herstellung von Naturseifen exakt eingehalten werden, sonst geht schnell etwas schief.

Wer trotzdem Naturseifen selber machen möchte, verwendet einfach natürliche, vorgefertigte Zutaten. Tolle Rezeptideen, die im Handumdrehen umgesetzt sind gibt es im Beitrag Ganz einfach Seife selber machen ohne Zusatzstoffe.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann, September 2017