Unkraut entfernen und richtig vorbeugen: So geht's umweltfreundlich

Unkraut macht sich schnell breit im Beet und scheint unverwüstlich. Das Problem an dem Kraut: Es nimmt den Nutz- und Zierpflanzen die Nährstoffe weg. Damit deine Pflanzen im Beet nicht überwuchert werden, hilft es, regelmässig das Unkraut zu entfernen. Doch wann geht das am besten mit Zupfen und in welchem Beet ist Hacken angesagt? Hier findest du die besten Tipps zum Unkraut entfernen.

Zwei Hände in Handschuhen ziehen Unkraut mit einer Hacke aus der Erde
Am besten entfernst du Unkraut mechanisch. © lucentius / iStock / Getty Images Plus
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Unkraut entfernen – das Wichtigste in Kürze:

Das Wort Unkraut deutet auf einen schlechten Ruf, aber eigentlich hat jede Wildpflanze in der Natur ihre Daseinsberechtigung. Doch im Nutzgarten kann es die Pflanzen, die dort eigentlich wachsen sollen, verdrängen und ihnen die Nährstoffe wegnehmen. Beikraut, wie das unerwünschte Grün zwischen Nutz- und Zierpflanzen freundlicher genannt wird, ist daher meist ein Dorn im Auge von Gärtnerinnen und Gärtnern.

Früher wurde Unkraut mit Herbiziden bekämpft. Das ist seit einigen Jahren in der Schweiz nicht mehr erlaubt, da es sowohl das Grundwasser wie auch Insekten stark belastet.

Am besten für die Umwelt und das Nutzbeet ist es, Unkraut zu zupfen. Dabei musst du jedoch ein paar Dinge beachten, damit die Unkrautentfernung ein Erfolg wird.

Unkraut entfernen: Die besten Tipps fürs Jäten

Unkraut entfernst du am besten mechanisch mit den Händen oder dafür geeigneten Geräten. Denn beim Jäten kannst du das Beikraut gründlich entfernen und verhindern, dass es sich vermehr. Wichtig ist dabei vor allem, dass du schnell handelst, sobald du kleine Pflänzchen im Beet entdeckst. Denn haben sich Löwenzahn, Giersch und Vogelmiere erst einmal festgesetzt, sind sie richtig hartnäckig.

Wie du Unkraut entfernst, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Sogenannte Samenunkräuter (z.B. Sauerklee, Vogelknöterich, Hirtentäschel) sind meist etwas leichter zu entfernen. Wurzelunkräuter (z.B. Giersch, Ackerschachtelhalm, Löwenzahn, Quecke) lassen sich oft schwerer zupfen.

Hirtentäschel auf einer Wiese
Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) gehört zu den Samenunkräutern. © MauMyHaT / iStock / Getty Images Plus

Samenunkräuter entfernen:

  • Samenunkräuter haben weniger starke Wurzeln und lassen sich leicht aus der Erde zupfen.
  • Zupfe Samenunkräuter immer vor der Blüte aus, damit die Pflanze sich nicht ausbreitet.
  • Wenn du Samenunkräuter doch erst während der Blüte entfernst, solltest du sie im Bioabfall entsorgen. Anderfalls verbreiten sich die Samen im Garten.
  • Samenunkraut kannst du gut mit einer Hacke entfernen. Wenn sie noch nicht blühen, kannst du die Pflänzchen nach dem Hacken einfach auf der Erde austrocknen lassen.

Wurzelunkräuter entfernen:

  • Junges Wurzelunkraut lässt sich teils leicht entfernen. Je grösser die Pflanze wird, umso schwerer wird das Jäten.
  • Entferne immer die ganze Wurzel, da Wurzelreste im Boden neu austreiben können.
  • Hacken solltest du nur bei jungen Wurzelunkräutern.
  • Grössere Wurzelunkräuter kannst du beim Hacken sogar vermehren, da Rhizome geteilt werden und neu austreiben können.
  • Die Erde vor dem Jäten etwas befeuchten, auflockern und dann die Pflanze dicht über dem Boden greifen und inklusive Wurzel herausziehen.
  • Wurzelunkräuter mit langer Pfahlwurzel solltest du mit einem Wurzelstecher entfernen.

Giersch ist besonders hartnäckig. Das Unkraut durchzieht den gesamten Boden mit seinen feinen Wurzeln und umwickelt Staudenwurzeln. Da jedes Teilstückchen wieder austreibt, musst du bei Giersch etwas mehr Aufwand aufbringen: Lockere den Boden grossflächig und etwa spatentief mit einer Grabegabel. Nachdem du die Erde durch die Zinken geschüttelt hast, kannst du alle Gierschrhizome heraussammeln und in der Bioabfalltonne entsorgen.

Giersch bedeckt den Gartenboden
Giersch kann im Beet schnell dominant werden. © Animaflora / iStock / Getty Images Plus

Unkraut entfernen mit den richtigen Geräten

Es gibt verschiedene Geräte, mit denen du leichter Unkraut entfernen kannst. Denn nur mit den Händen zu arbeiten reicht je nach Grösse des Unkrauts nicht aus.

Auf diese Geräte zum Unkraut entfernen wollen wir nicht verzichten:

Hacke

Mit den scharfen Zacken einer Hacke kannst du die oberste Erdschicht mühelos auflockern und anschliessend kleine Unkräuter heraussammeln. Mit einer kleinen Handhacke kannst du so auch im eng bepflanzten Staudenbeet erfolgreich Unkraut entfernen. Es gibt aber auch Hacken mit langem Steil, die den Rücken schonen.

Eine Hacke lehnt auf einem Hochbeet
Die Hacke ist ein Muss beim Unkrautjäten. © Tashi-Delek / iStock / Getty Images Plus

Handegge

Ähnlich wie die Hacke eignet sich auch die Handegge zum Auflockern der Erde. Die Unkräuter kannst du dann mühelos aus der Erde nehmen und, sofern Samenunkräuter nicht bereits blühen, einfach auf der Erde austrocknen lassen.

Unkrautstecher

Mit ihren langen Klingen dringen Unkrautstecher tief in die Erde ein und können dabei auch tiefe Pfahlwurzeln wie die vom Löwenzahn mühelos entfernen.

Person entfernt Löwenzahn mit einem Unkrautstecher
Löwenzahn entfernst du am besten mit einem Unkrautstecher. © Saklakova / iStock / Getty Images Plus

Fugenkratzer

Um Unkraut aus Pflasterfugen zu entfernen, greifst du am besten zu einem Fugenkratzer. Die schmalen Klingen passen mühelos zwischen die einzelnen Pflastersteine und heben die Wurzeln der Unkräuter einfach hinaus.

Unkraut entfernen mit Hausmitteln?

Im Internet kursieren viele Tipps, wie man mit Hausmitteln wie Salz, Essig, Natron oder Backpulver Unkraut entfernen kann. Diese Empfehlungen sind jedoch nicht ohne Vorsicht zu geniessen. Denn die Problematik bei der Bekämpfung von Unkraut mit Hausmitteln ist, dass sich Essig, Salz & Co. im Boden ablagern und nur schwer und über einen langen Zeitraum wieder abgebaut werden können.

Zudem kannst du mit Essig oder Salz im Beet auch jene Pflanzen beschädigen, die du vom Unkraut befreien möchtest.

Das wohl am weitesten verbreitete Hausmittel gegen Unkraut ist (ungesalzenes) Kochwasser von Kartoffeln oder Pasta. Das noch heisse Wasser tötet das Unkraut ab und die enthaltene Stärke soll dem Unkraut ebenfalls zu Leibe rücken. Dieses Hausmittel eignet sich jedoch nur für kleine Flächen und nicht im Gemüsebeet, wo auch die Nutzpflanzen beschädigt werden können. Du kannst damit aber beispielsweise hartnäckiges Unkraut aus Fugen entfernen.

Unkraut vorbeugen

Unkraut dauerhaft zu entfernen ist leider nicht möglich. Schliesslich können sich die Samen von Samenunkräutern jederzeit neu im Garten einnisten und auch Wurzelunkraut ist sehr zäh. Gegen Letzteres kann ein Unkrautvlies helfen, das beispielsweise unter dem Rasen verlegt wird.

Es gibt aber auch umweltfreundliche Massnahmen, die du vorbeugend gegen Unkraut ergreifen kannst:

Mulchen gegen Unkraut

Eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Mulchschicht kann gegen Unkraut Wunder wirken. Gerade unter Rosen, Sträuchern und Bäumen ist Mulchen eine gute Möglichkeit, Unkraut vorzubeugen.

Hände bedecken den Boden und die Wurzeln einer Rose mit Mulch
Mulch lässt kaum Unkraut durch. © Zummolo / iStock / Getty Images Plus

Die Schicht aus Mulch lässt kleinen Pflänzchen keine Chance. Und wenn doch Unkraut durchkommt, lässt es sich deutlich leichter entfernen als aus fester Erde. Hier findest du mehr Vorteile vom Mulchen.

Bodendecker pflanzen

Die schönste Methode, um Unkraut vorzubeugen, ist das Anpflanzen von Bodendeckern. Denn wo Bodendecker wie Blaukissen oder Elfenblumen die Erde überziehen, ist kein Platz für Unkraut.

Elfenblumen als Bodendecker im Garten
Elfenblumen als Bodendecker lassen Unkraut keinen Platz. © Carmen Hauser / iStock / Getty Images Plus

Unkraut entfernen aus dem Rasen

Wer im Garten einen einwandfreien Rasen wünscht, kann mit Dünger Unkraut bekämpfen. Denn Klee, das ein häufiges Rasenunkraut ist. Ist ein sogenannter Stickstoffsammler und nicht auf viele Nähstoffe aus der Erde angewiesen. Versorgt man den Rasen also mit Dünger und lässt die Halme auf eine Länge von ca. 5 cm wachsen, zieht sich der Klee schnell aus dem Rasen zurück.

Anmerkung: Ein unkrautloser Rasen ist schön anzusehen, keine Frage. Doch gerade Klee gehört zu den bienenfreundlichen Pflanzen und fördert damit die Biodiversität in deinem Garten.

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