Gegen Schädlinge: Blumenstreifen können Pestizide unnötig machen

Um einen Acker herum bestimmte Blumenmischungen zu pflanzen, kann Schädlinge so weit reduzieren, dass der Einsatz von Pestiziden unnötig wird. Damit die Blumenstreifen effektiv wirken, braucht es jedoch ausreichend Nützlinge in der Umgebung.

Schädlinge bekämpfen: Blumenstreifen könnten Pestizide ersetzen
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Bunte Blumenstreifen am Rand von Winterweizenfeldern halten das Getreidehähnchen, den übelsten Schädling des Getreides, besser ab als andere ökologische Formen der Schädlingsbekämpfung. Ebenfalls beim Weizen und bei der Kartoffelpflanze helfen die Streifen Blattläuse abzuwehren. Blumen sind damit eine sinnvolle Alternative zu Pestiziden, wie eine von Agroscope und Forschern der Universität Koblenz-Landau veröffentlichte Studie zeigt.

Für ihre Untersuchung säten die Wissenschaftler einen drei Meter breiten Blumenstreifen entlang von 15 Weizenäckern und verglichen die Resultate mit anderen Feldern. Dabei zeigte sich, dass auf den Feldern mit Blumenstreifen die Zahl der Schädlinge um die Hälfte geringer war. So konnte der Schaden dank des Streifens um 60 Prozent verkleinert werden.

Woraus das neue Saatgut für die Schädlingsbekämpfung besteht

Das im Rahmen des Projekts «100 Nützlingsblühstreifen» verwendete Saatgut enthält unter anderem Dill, Kamille, Koriander sowie bunte Korn- und Mohnblumen. Durch die Samenmischung werden Nützlinge wie Marien- und Laufkäfer angezogen. Dank diesen konnten die Weizenschädlinge knapp unter die Schadschwelle gedrückt werden, die definiert, ab welcher Schädlingsmenge Insektizide gespritzt werden dürften.

Der Erfolg ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel ist jedoch nur dann gewährt, wenn mehrjährige artenreiche Lebensräume in der Nähe sind. Wie Sie selbst Nützlinge im eigenen Garten fördern können, lesen Sie in dem Beitrag «Biodiversität im eigenen Garten fördern».

Quellen: Proceedings of the Royal Society B, NZZ, SRF; Text: Christian Gmür