Kiwi pflanzen: Was Sie wissen müssen & Tipps zu Standort und Pflege

Kiwis wachsen in der Schweiz hervorragend. Wir zeigen wie Sie Kiwis selber anbauen und pflegen, wie Sie die grünen Früchte nach der Ernte richtig lagern und was sie vor dem Kauf der Pflanzen unbedingt wissen müssen.

Kiwi pflanzen: Mini Kiwi eignet sich gut
Mit guter Pflege und passendem Standort ist der Ertrag von Kiwis sehr hoch. Foto © AndreaAstes/ iStock / Getty Images Plus
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Was Sie vor dem Kauf Ihrer Kiwipflanzen wissen müssen

Kiwis stammen aus Ostasien und die gängigsten Sorten haben den botanischen Namen Actinidia chinensis. 'Chinensis' deutet auf die ursprüngliche Heimat China hin und 'Acitinida' verrät dem Fachmann, dass es sich hierbei um eine Schlingpflanze handelt, die bei optimalen klimatischen Bedingungen und ohne Schnitt bis zu 30 Meter wachsen kann. Ein Umstand, durch den man manchmal auch von einem Kiwibaum oder, sofern buschiger geschnitten, von einem Kiwistrauch spricht. 

Kunstname 'Kiwi'. Neuseeland war einst das weltweite Hauptanbauland. Dort erhielten die Früchte, die ursprünglich chinesische Stachelbeere heisst, den Kunstnamen, den sich die Früchte mit dem neuseeländischen Wappentier teilen. Heute ist der Marktführer Italien. Meist nur im Sommer kommen Kiwis dann aus Down-Under.

Kiwipflanzen gedeihen in der Schweiz überall dort, wo Obstbau möglich ist. Unter Umständen können Sie Kiwis auch im grossen Kübel pflanzen, dann ist allerdings ein wirklich guter Winterschutz nötig. Wahlweise werden die Töpfe kühl und dunkel im Haus überwintert und im März wieder hinausgetragen.

Was alle Kiwisorten nicht mögen: Schweizer Spätfröste. Diese führen auch im Ertragsanbau zu grossen Ernteeinbussen. Ansonsten gibt es einige Züchtungen, die bis -25 Grad Wintertemperaturen tolerieren.

Welche Kiwipflanze für den Garten?

Die im Handel verbreitetsten Sorten stammen aus der Familie der Actinidia deliciosa, die jeder mit der haarigen Schale kennt. Aus dieser Sortenfamilie stammt etwa die Kiwi Hayward. Diese ist bei Bauern weltweit die beliebteste Sorte und nahezu alle im Handel zu kaufenden Früchte stammen von Pflanzen dieser Sorte. Milder, kaum behaart und eher mit gelbem Fruchtfleisch, dass sie Sorten aus der Familie Actinida chinensis.

Der Vorteil der neuen Sorten ist vor allem darin zu finden, dass man keine männlichen Pflanzen und weiblichen Pflanzen zueinandersetzen muss, da diese Kiwipflanzen meist selbstbefruchtend sind. Eine empfehlenswerte Sorte ist hier die selbstfruchtende Kiwi Issai. Profitipp: Zwar tragen selbstbefruchtende Pflanze auch ohne männliches Pendant Früchte. Der Ertrag ist jedoch deutlich höher mit Kiwis, die männliche Blüten und weibliche Blüten für die Befruchtung brauchen.  Eine männliche Befruchtersorte heisst beispielsweise Kiwi Atlas.

Weibliche Pflanzen und männliche Pflanzen:

  • Ohne ein männliche Kiwipflanze fruchtet ihr weibliches Pendant nicht.
  • Daher, sofern es sich um eine solche Sorte handelt, immer Männlein und Weiblein zusammenpflanzen.
  • Die Pflanzung sollte in einem Abstand von 1 - max. 4 m sein.
  • Eine männliche Kiwi kann dann mehrere weibliche Vertreterinnen befruchten und damit für eine reiche Ernte sorgen.
  • Auch bei selbstbefruchtenden Sorten ist es vorteilhaft, eine männliche Pflanze zusätzlich zu setzen. Dann ist der Ertrag höher.

Eine sehr ertragreiche Kiwisorte, deren Namen über die Wuchsfreude täuscht: Die Mini-Kiwi (Actinidia arguta), manchmal wegen ihrer Robustheit auch Bayern-Kiwi genannt. Auch die Mini-Kiwi ist ohne einen professionellen Schnitt sehr wüchsig, der Unterschied ist jedoch, dass sie kleine Früchte bildet, nur etwa 3, 4 cm gross, die man noch dazu mit Schale essen kann. Ihr grünes, weiches Fruchtfleisch ist besonders aromatisch und reich an Vitamin C. Eine beliebte und robuste Mini-Kiwi heisst Jenny.

Mini-Kiwi, selbstbefruchtend (Issai) oder durch den Partner (Atlas) sollten Sie in einer regionalen Gärtnerei oder Baumschule kaufen, alleine wegen der richtigen Sortenwahl.

Wann, wo und wie Kiwis am besten pflanzen

Mai ist die beste Jahreszeit, um die Obstpflanze mit den exotischen Früchten zu pflanzen. Die Kiwi schätzt als einen idealen Standort einen sonnigen aber geschützten Standort. An Hauswänden, Klettergerüsten oder einer Pergola im Garten kann die Kletterpflanze sich wunderbar emporranken und trägt dann besonders aromatische Früchte.

Wer Wert auf eine reiche Ernte legt, zieht die Pflanze an einem Spalier, so wie etwa Brom- oder Himbeeren. An stabilen Drähten - alle 50, 60 Zentimeter in der Höhe -, werden die Leittriebe entlanggezogen. Die Profis ziehen die Pflanzen so bis in etwa 1,8 Meter Höhe.

Am besten kaufen Sie vorgezogene, mehrere Jahre alte Kiwipflanzen, denn bei Stecklingen müssen Sie lange auf die ersten Blüten warten. Aus Samen gezogen warten Sie sogar 10 und mehr Jahre bis zum ersten Ertrag.

Die Richtige Erde für Kiwis

Vermischen Sie eine nicht kalkhaltige Erde mit Rinden- oder Laubmulch oder verwenden Sie Rhododendron-Erde. Heben Sie ein Loch aus, dass doppelt so gross wie der Wurzelballen ist. Erdreich mit Mulch oder der sauren Rhododendronerde mischen, die Erde gut festtreten und kräftig einschlämmen. Im ersten Jahr und in rauhen Lagen ist es ratsam, die Basis gut mit Rindenmulch, gerne auch noch Tannenreisig vor Frösten zu schützen. Zumal es diese Pflanzengattung liebt, wie die Clematis auch, einen kühlen Fuss zu haben.

Was heisst einschlämmen? So nennt der Gärtner eine kräftige Wassergabe, die es ermöglicht, dass die Wurzeln guten Kontakt mit der Gartenerde haben.

Ab dem zweiten Jahr düngen Sie die Pflanze mit Kompost oder verwenden Rhododendron-Dünger.

Wenn Sie einen Kiwibaum im Kübel pflanzen, müssen Sie sehr häufig giessen. Der Kübel muss stabil sein und so aufgestellt werden, dass die Pflanzen an Mauern oder einem stabilen Gerüst genügend Halt finden. 

Kiwipflanzen richtig pflegen für reiche Ernte

Damit die Kiwipflanze reiche Ernte trägt, muss er bei Trockenheit gut gewässert werden. Regelmässige Rückschnitte sorgen dafür, dass nur die Triebe stehenbleiben, die im nächsten Jahr auch Früchte tragen. Im ersten Jahr schneiden Sie alle Nebentriebe ab und lassen nur den Haupttrieb stehen. Auch dieser wird etwas gekürzt. Schnell entwickeln sich daran früchtetragende Triebe. Gleich nach der Ernte schneiden Sie die alten Zweige ab. Kiwis vertragen einen starken Rückschnitt gut.

Was beim Schneiden zu beachten ist, das erklärt der Artikel Kiwi schneiden.

Nach dem Ernten Kiwi noch nicht direkt geniessen

In milden Lagen haben Sie vielleicht Glück und die exotischen Früchte aus dem eigenen Garten reifen noch am Strauch oder Spalier aus. Das ist aber nicht garantiert, denn die Früchte reifen oft erst ab Anfang Oktober oder gar im November, was allerdings auch nicht schlimm ist, denn dann reifen die Kiwis einfach auf der Fensterbank nach. Bei Zimmertemperatur bildet sich dann erst die eigentliche Süsse aus der enthaltenen Stärke aus. Etwas langsamer reifen sie - in 6 - 8 Wochen - in einem Raum mit 10 - 12 Grad Raumtemperatur. Tipp: Dieser Raum, etwa ein Keller, sollte nicht ganz so trockene Luft haben. Profis lagern die Früchte dagegen bei 0 - 4 Grad Celsius. Dann reifen die grossen Früchte sogar erst im Frühjahr.

Nachteil, wenn die Kiwi-Früchte bereits reif sind: Sie halten nicht sonderlich lange. Nicht nur in kühleren Lagen kommt hier wieder die Mini-Kiwi ins Spiel. Diese können Sie im Idealfall ab Mitte August bis Ende September oft reif ernten.

Tipp: Bei den besonders haarigen Vertretern kostet es vielleicht etwas Überwindung, doch: Eigene Früchte oder jene aus Bioanbau können Sie durchaus mit Schale essen. Spätestens bei den Mini-Kiwis macht man das so.

Was macht die chinesische Stachelbeere eigentlich so gesund?

  • Enthält 8 bis 10 mal mehr Vitamin C als Zitronen.
  • Sie liefert Vitamin B 6, B 12 und das Hautvitamin E.
  • Sie versorgt mit einer gehörigen Portion an Mineralien wie Calcium, Eisen, Magnesium und Kalium.
  • Sie ist reich an Ballaststoffen.
  • Mit 61 Kalorien/100 g gilt sie als kalorienarm.
  • Nachhaltig: Immer mehr Schweizer Bauern setzen auf den Anbau der Kiwi. Ob grosse Früchte oder die Minis, wenn Sie die Früchte aus heimischer Kultur bekommen, dann  heisst es zugreifen. Das lohnt sich auch in Sachen Geschmack.