Aus eins mach zwei: Pflanzen teilen

Vorbereitung des Biogartens schon im Frühling.

Pflanzen, die später in den Garten kommen, können jetzt schon gesät und auf dem fenstersims aufgezogen werden. Foto: © kaspar-art - Fotolia.com

Im Frühjahr kommt zur Staudenpflege auch die Stecklingsvermehrung hinzu. Wenn nach Jahren die Blüten weniger werden, dann verhilft diese Verjüngungskur zum zweiten Frühling. Der Hobbygärtner trennt den Wurzelballen mit der Schere oder größere Stauden mit einem Spaten. Dabei ist Vorsicht geboten, denn Triebe können bei dieser Arbeit brechen. Danach geht es zurück in die Erde, die mit Kompost angereichert wird. So kann man Eisenhut, Rittersporn, Monarda-Hybriden, Astern, Rudbeckien und Sibirische Schwertlilie ab der zweiten Aprilhälfte teilen. Einige Wildstaudengärtnereien setzen stattdessen auf Samen. Dadurch werden Stauden gesünder, anpassungs- und widerstandsfähiger als ihre verjüngten Artgenossen. Diese Pflanzen teilen sich einen identischen Genpool. Dadurch schränkt man die natürliche Vielfalt ein. Infolgedessen leiden alle Stauden unter anderem unter gleichen Krankheiten und blühen gleichzeitig auf und ab.

Biogarten im Frühling: neues Leben durch Aufzucht und Samen

Es gibt eine Daumenregel für den Biogärtner aus Erlen: Markus Neubauer setzt keine frostempfindlichen Pflanzen vor dem 10. Mai ins Freiland. Sonst könnten diese erfrieren, denn die Zeit vor den Eisheiligen bringt noch einige Male Kälte. Deshalb ist es ratsam, etwa Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbis auf dem Fenstersims vorzukultivieren. Dafür eignen sich Aussaatkisten, spezielle Zimmertreibhäuschen, aber auch Blechdosen oder Töpfchen aus Zeitungspapier. Die Behälter füllt man mit Anzuchterde, die man anschliessend mit wenig Wasser befeuchtet. Die spezielle Erde ist entweder in Fachgeschäften erhältlich oder man mischt Kompost, Sand und Gartenerde zusammen. Danach drückt man einige Samen in die Erde und bedeckt alles mit einer Glasplatte, Folie oder Plastiktüte. Der Verpackungstext verrät, wo die Pflanzen am liebsten keimen: im Dunkeln oder im Licht. Währenddessen sollte man kontrollieren, ob die Erde stets feucht ist. Auch eine regelmässige Luftzufuhr ist wichtig, damit keine Pilze wachsen. Nach den Eisheiligen kann man die Setzlinge in die Beete eingraben und sich auf eine reiche Ernte im Sommer freuen.

Pflanzen, die dem Frost standhalten

Der Spätfrost macht nur wenigen Pflanzen nichts aus. Dazu gehören beispielsweise die Stiefmütterchen, aber auch Rettich, Zwiebeln und Knoblauch. Wenn sich der Boden ab März langsam erwärmt, kann man einige winterharte Pflanzen aussäen. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, Erbsen, Rotkohl, Pastinaken, Radieschen, Schnittsalat, Schwarzwurzeln und Spinat, aber auch Kräuter wie Minze, Estragon und Schnittlauch. Bei der Gartenplanung sind auch Fruchtfolgen und Mischkulturen zu beachten. Wer Möhren und Zwiebeln nebeneinander anbaut, vertreibt auf natürliche Art und Weise Schädlinge:

 

Links:

www.neubauer.ch – Tipps einer Gärtnerei, die nach Richtlinien der Bio Suisse arbeitet.

Jahresübersicht, wann man welche Pflanzen ins Freiland säen und pflanzen kann.

 

 

Quellen: Natur im Garten, Bioterra, Biogärtnerei Neubauer, Pflanzenratgeber.ch, Staudenfreunde.ch, WWF Schweiz, Nabu, Bio-Gärtner.de Text: Kerstin Borowiak