Wie sinnvoll eine Grippeimpfung wirklich ist

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Eine Impfung ist die einfachste und schnellste Methode, um sich vor einer Grippe zu schützen. Doch sie kann Nebenwirkungen haben und verhindert nicht unbedingt eine Infektion. 

Grippeimpfung: Wie sinnvoll und welche Nebenwirkungen?
Foto: © AlexRaths / iStock / Thinkstock

Wer eine echte Grippe hat, den haut es für mehrere Tage richtig um. Die Symptome einer Grippe äussern sich weitaus schlimmer als bei der einfachen Erkältung. Manchmal  kann sie sogar lebensbedrohlich werden. Die Impfung kann daher gerade für besonders gefährdete Gruppen einen wichtigen Schutz bieten.

Für wen eine Grippeimpfung zu empfehlen ist

Die ideale Zeit für eine Grippeimpfung ist Mitte Oktober bis Mitte November.

Bestimmte Risikogruppen sind besonders bedroht, sich anzustecken und Komplikationen durch eine Grippeinfektion zu bekommen. Diese sollten sich gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) deshalb unbedingt vorsorglich gegen die Viren impfen lassen. Zu diesen Gruppen gehören:

  • Ältere Personen ab 65 Jahren
  • Schwangere und Frauen, die in den letzten 4 Wochen ein Kind zur Welt gebracht haben
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen, unter anderem Herz- und Lungenerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Immunkrankheiten
  • Angestellte in Berufen mit viel direktem Kontakt zu anderen, zum Beispiel PflegerInnen und Mitarbeitende in Kindertagesstätten

Wann eine Grippeimpfung nicht unbedingt sein muss

Junge, gesunde Erwachsene erholen sich in der Regel gut von einer Erkrankung und könnten daher eher auf eine Grippeimpfung verzichten. Auch bei Kindern muss sie nicht zwingend sinnvoll sein, da diese bestimmten Erregern ausgesetzt sein sollten, um ihre Abwehr zu stärken. Allerdings sollten Sie unbedingt mit Ihrem Hausarzt besprechen, ob er aus individuellen Gründen Ihnen oder Ihren Kindern dennoch eine Grippeimpfung empfiehlt.

Ob sich die Grippeimpfung für Sie lohnt, können Sie zudem auf der Webseite des BAG beim Grippeimpfcheck testen.

Was kostet eine Grippeimpfung?

In der Schweiz fallen um die 30 Franken dafür an. Oft übernimmt der Arbeitgeber die Kosten. Bei Risikogruppen zahlt eventuell auch die Krankenkasse die Kosten. Mehr Informationen dazu finden Sie im Schweizerischen Impfplan.

Welche Nebenwirkungen die Impfung haben kann 

Eine eher übliche Reaktion ist die Rötung oder Schwellung der Einstichstelle, welche auch schmerzen kann. Dies sei allerdings nach ein bis drei Tagen verflogen, wie das BAG angibt.

Tipp für Allergiker: Der Grippeimpfstoff basiert oft auf Hühnereiweiss. Es gibt aber auch Impfstoffe, die kein Hühnereiweiss enthalten. Fragen Sie dazu eventuell Ihren Hausarzt.

Seltene Nebenwirkungen sind Fieber, Gliederschmerzen oder Kraftlosigkeit, die nach ein paar Stunden wieder verfliegen sollten. Schwerwiegendere Nebenwirkungen sollen bei einer Grippeimpfung nur in absoluten Ausnahmefällen vorkommen. Wer nach der Impfung gesundheitliche Probleme feststellt, sollte die Ursache jedoch vom Hausarzt abklären lassen, um Komplikationen zu vermeiden.

Grippe trotzt Impfung: Wirkstoff schützt nicht immer

Die Grippeimpfung schützt nur vor den drei am häufigsten auftretenden Erregern, die jährlich neu festgelegt werden. Gegen andere Grippeviren, die weniger häufig vorkommen, ist die Impfung zwecklos.

Auch wenn im späteren Verlauf der Grippesaison ein neuer Erreger auftaucht oder ein bekanntes Grippevirus sich durch Mutation deutlich verändert, kann die durchgeführte Impfung unter Umständen dagegen wirkungslos sein.

Das Problem: Die Wirkstoffe werden bereits im Februar, und damit weit vor Beginn der neuen Grippesaison, festgelegt. Erst 2016 passierte es deshalb, dass andere Virenstämme als angenommen sich stark verbreiteten. Die Impfung war deshalb fast wirkungslos.

Schützen Sie sich selbst

Eine Grippeimpfung ist keine Garantie nicht krank zu werden. Deshalb sollten Sie auch auf eine natürliche Abwehr setzen. Wie das mit nachhaltig geht, lesen Sie in dem Beitrag «Die Immunabwehr stärken mit natürlichen Mitteln

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann