Labels setzen auf faire Methoden zum Fischfang

Bio-Fisch: Welches Label überzeugt wirklich?

Viele Labels versprechen einen fairen Fischfang. Aber inwieweit kann man sich darauf verlassen? Foto: Fedor Kondratenko, iStock, Thinkstock

Der Name ist Programm: «Fairness beim Fischessen» lautet das Ziel des Schweizer Vereins fair-fish. Er wurde im Jahr 2000 von Tierschutzorganisationen gegründete. Seine Richtlinien konzentrieren sich auf die Fangmethoden, um das Leiden der Tiere so gering wie möglich zu halten. Die Fische dürfen nur für kurze Zeit an der Angel oder im Netz hängen, müssen sofort betäubt und getötet werden. Durch faire Konditionen werden die Fischer zum Mitmachen angeregt. «Mit derart rücksichtsvollen Fangmethoden kann kein Gewässer leergefischt werden», lautet das Fazit von Greenpeace.

Fairer Bio-Fisch in der Schweiz

Informationen zu diesem Label gibt es unter www.fair-fish.ch. Die weltweit ersten Fischer, die nach den Richtlinien arbeiten, leben in Senegal. Seit Frühling 2006 liefern sie in die Schweiz.

Rücksichtsvolle Zucht bei Bio-Labels

Eine weitere Unklarheit, mit der aufzuräumen ist, betrifft die Definition von «Bio-Fisch». Nach Angaben der Umweltschutzorganisation stammen Bio-Fische stets aus Zuchtbetrieben. Logisch: Die in den Meeren lebenden Tiere sind per Se bio. Bei dieser Bezeichnung geht es also um die Zuchtmethode. Bio-Fischzüchter müssen, anders als ihre konventionellen Kollegen, entsprechende Richtlinien einhalten. Man spricht auch von «semi-intensiver Zucht». Dabei ist die Besatzdichte auf maximal 30 Kilogramm Fische pro Kubikmeter Wasser begrenzt. Bei der konventionellen Zucht hingegen sind 50 Kilogramm und weit mehr üblich. Auch die Anlagen sind artgerechter gestaltet, und der vorbeugende Einsatz von Antibiotika ist verboten. Bio-Fisch-Produkte wie Forelle und Lachs gibt es unter anderem bei Coop, Migros und www.biosuisse.ch.

Fazit: Abstriche bei jedem Bio-Fisch-Label

Je nach Label, gibt es durchaus einige Bemühungen für Nachhaltigkeit in der Fischerei, durch die sich die Produkte auf positive Weise von konventioneller Ware abheben. Doch den durch und durch nachhaltigen Fisch muss man offenbar suchen. Wie so oft bei Bio gilt: Hier kann man bislang lediglich Kompromisse eingehen – oder Vollvegetarier werden.

Text: Christine Lendt

Quellen: Greenpeace Schweiz, Bioaktuell, Biofischzucht Nadler