Greenpeace findet giftige Chemikalien in Shein-Kleidung

28.11.2022 – Dass der Fast-Fashion-Konzern Shein mit seiner Wegwerfmode eine grosse Umweltbelastung darstellt, ist keine Neuheit. Doch jüngst fand Greenpeace Deutschland heraus, wie giftig die Kleidung ausserdem für Konsumierende ist.

Eine Laborantin untersucht einen Stiefel von Shein
Die Shein-Produkte wurden in einem unabhängigen Labor auf Chemikalien überprüft. © Kay Michalak / Greenpeace
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9000 neue Teile bringt der chinesische Onlinehändler täglich heraus. Die Billig-Produkte sind auch in der Schweiz zu Spottpreisen erhältlich. Nun veröffentlich Greenpeace Deutschland in einem Report erschreckende Zahlen, die zeigen, wie viele Chemikalien in der Kleidung stecken.

Ganze 680 Prozent über dem erlaubten Höchstwert liegt etwa der Gehalt an Phthalaten in einem untersuchten Winterstiefel. Phthalate zählen zu den endokrinen Disruptoren, was bedeutet, dass sie den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.

47 Kleidungsstücke im Labor untersucht

Insgesamt kaufte Greenpeace 47 Kleidungsstücke und Schuhe, auch solche für Kinder und Kleinkinder in den jeweiligen Shein-Onlineshops der Schweiz, Deutschlands, Österreichs, Italiens und Spanien sowie in einem Pop-up Store in München. Chemisch überprüft wurden sie in einem unabhängigen Labor in Deutschland.

In 45 von 47 getesteten Produkten identifizierte das Labor mindestens eine Chemikalie. Wobei Greenpeace darauf hinweist, dass diese meist in relativ niedrigen Konzentrationen gefunden wurden.

15 Prozent der Produkte enthalten gefährliche Chemikalien

Jedoch enthalten sieben der gekauften Produkte so viele Schadstoffe, dass sie EU-Richtlinien überschreiten. Darunter vor allem Schuhe sowie ein Kinderkostüm. In Letzterem wurden 130 mg/kg Formaldehyd gefunden, was die erlaubte Menge an <75 mg/kg weit überschreitet.

Ein blau-lilanes Kinderkostüm von Shein an einer Puppe
Ausgerechnet in einem Kinderkostüm verstecken sich gefährliche Chemikalien. © Hannes Wichmann / Greenpeace

Info: Um die Verbreitung gefährlicher Substanzen in Kleidung, Schuhen und Accessoires einzudämmen, gelten in Europa strenge Grenzwerte. Festgehalten werden sie in der EU-Chemikalienverordnung REACH, die auch in der Schweiz gilt.

Dennoch wurden die Shein-Kleidungsstücke, welche diese Richtwerte teils deutlich überschritten, in Europa verkauft. Dazu schreibt Greenpeace: «Solange nicht einmal die existierenden Regularien durchgesetzt werden, zeigt die Realität, dass Unternehmen diese Lücken auf Kosten von Menschen und Umwelt ausnutzen.»

Alle Informationen zu den Untersuchungen findest du im Report von Greenpeace.

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