Milchersatz kann mit Kuhmilch nicht mithalten

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Ob aus Soja, Reis oder Mandeln – Milchersatz gilt oft als gesunde Alternative zur Kuhmilch. Doch das sind viele Produkte nicht unbedingt, wie eine Untersuchung der Sendung SRF Puls zeigt.

: Milchersatz: Mandelmilch und Co. können Kuhmilch nicht ersetzen
Foto: © Daisy-Daisy / iStock / Thinkstock

Milchersatz und Kuhmilch haben zwar dieselbe Farbe. Mehr ist ihnen jedoch nicht gemeinsam, erklärt ein Bericht der SRF-Sendung Puls. So kommen die Alternativen meist bei weitem nicht an die gesunden Inhalte der Kuhmilch heran.

Dem Milchersatz fehlen laut der Untersuchung oft wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Eiweiss und Vitamine, die Kuhmilch in relativ grosser Menge enthält. Das liegt unter anderem daran, dass die Grundstoffe im Milchersatz oft nur zu einem geringen Anteil enthalten sind. Mandelmilch besteht beispielsweise nur zu sieben Prozent aus Mandeln.

Angereichert wird der Milchersatz dann häufig mit Wasser, Emulgatoren oder pflanzlichen Ölen. Damit beispielsweise Reismilch ihre cremige Konsistenz erhält, wird Wasser und Sonnenblumenöl hinzugefügt, erklärt Charlotte Weidmann von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung im Beitrag von SRF Puls.

Nur Sojamilch kann teilweise die Kuhmilch ersetzen

Die Schweizer Lebensmittelpyramide empfiehlt täglich drei Portionen Milch oder Milchprodukte. So kann der tägliche Bedarf an Kalzium, Eiweiss und den in den Produkten enthaltenen Vitaminen abgedeckt werden.

Wer auf Kuhmilch grundsätzlich verzichten möchte, sollte deshalb darauf achten, seinen Bedarf an Kalzium, Eiweiss und Vitaminen anderweitig abzudecken. Denn selbst wenn dem Milchersatz künstlich Nährstoffe zugesetzt werden, haben diese nicht die Qualität natürlicher Inhalte.

Eine Ausnahme bildet hierbei Sojamilch. Da die Sojabohne viel Eiweiss enthält, kann der Milchersatz zumindest diesen Nährstoff auf natürliche Weise liefern.

Milchersatz wird immer beliebter

Weil sie laktoseintolerant sind oder tierische Lebensmittel vermeiden möchten, greifen immer mehr Menschen zu Milchersatz wie Soja-, Reis-, Hafer-, Hirse- oder Mandelmilch.

Laut dem SRF machten 2015 Schweizer Läden mit Milchersatzgetränken einen Gewinn von über 17 Millionen Franken. Im Juni 2017 stieg diese Zahl bereits auf 27 Millionen Franken – ein Wachstum von 58.5 Prozent. Am beliebtesten seien dabei Soja-, Mandel- und Reismilch.

Text: Kalya Koltes, 12. Oktober 2017

Quellen: SRF Puls, schweizerbauer.ch