Auf verschlungenen Pfaden: Die schönsten Flüsse der Schweiz

Kann man sie an ihrer Quelle meist noch mit einem Schritt überqueren, wachsen Schweizer Flüsse auf ihrer Reise zu stattlichen Wasseradern heran. Während einige nur eine kurze «Reisezeit» haben, legt etwa der Rhein dabei ganze 1238 Kilometer zurück, einen Teil davon auch durch die Schweiz. Die schönsten Flüsse der Schweiz und ihre Besonderheiten.

Flüsse Schweiz: Längster Fluss der Schweiz und die kleinen Geschwister
Die Limmat gehört zum Wahrzeichen Zürichs. Foto: © Roland zh / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
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Der längste Fluss der Schweiz ist der Rhein. Zwar legt er mit 375 Kilometern vergleichsweise wenig Strecke in der Alpenrepublik zurück, doch damit ist er trotzdem der längste Fluss hierzulande. Seinen Ursprung nimmt der Rhein nahe dem Graubündener Oberalppass und zu den Füssen des Piz Badus. Seine Quelle, der Tomasee aus dem er fliesst, liegt inmitten eines idyllischen Schutzgebietes auf stattlicher Höhe von 2344 Metern. Wer fit genug ist, der kann diese Quelle des längsten Schweizer Flusses auf einer einmaligen Route in drei Stunden erwandern. Über einen Höhenweg, entlang vieler Schweizer Wildblumen und mit so manch traumhaftem Ausblick in die Schweizer Berge, ist dieser schon längst kein Geheimtipp mehr für Wanderfans.

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Schweizer Flüsse: Schön, schöner, der Rheinfall!

Was wäre die Schweiz ohne ihre Flüsse? Sie sind zugleich beliebte Ausflugsziele und lebenswichtige Wasseradern. Der Rheinfall bei Neuhausen ziert und begeistert die Alpenrepublik bereits seit über 17.000 Jahren und ist heute der grösste Wasserfall Europas. Passender als der Lyriker Eduard Mörike kann man die Schönheit des Rheinfalls wohl kaum beschreiben:
«Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Händen! Mir entstürzte vor Lust zitternd das meinige fast. Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen, Ohr und Auge, wohin retten sie sich im Tumult?»
Quelle: Wikipedia.org; Foto: © swiss-image.ch / Christof Sonderegger

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Egal, ob rechts oder links des Rheinufers, der Schweizer Fluss hat viele Attraktionen zu bieten, die erlaufen oder mit dem Velo entdeckt werden können. Eines der vielen Highlights am Rheinufer ist Stein am Rhein, ein Kleinod, direkt am Bodensee gelegen, das mit seinem malerischen Altstadtkern zum Verweilen einlädt. Hat er erst die Schweiz verlassen, so ist es noch ein langer Weg, den der Rhein zurücklegt, ehe er als der grösste Wasserspender der Nordsee in diese mündet. Heute ist der Rhein übrigens eine der grössten Wasserstrassen der Welt.

Die Aare: Der längste rein schweizerische Fluss

Die Aare entspringt am Oberaargletscher und bahnt sich ihren Weg von über 291 Kilometern durch die Schweiz. Damit ist sie der längste Schweizer Fluss nach dem Rhein. Die Aare durchquert den Thunersee, schlängelt sich weiter durch die bekannte und sehenswerte Aareschlaufe um Berns Altstadt, bis die Reise – nach dem Zufluss von Reus und Limmat -, bei Koblenz im Rhein endet.

Die Reuss: Wilde Kraft und prägend für die Zentralschweiz

Am Anfang geht es recht wild zu, bevor sie sich allmählich beruhigt und schliesslich in die Aare fliesst. An ihrem Ursprung, am Fusse des Gotthard- und Furkapasses, fliessen mehrere kleine Flüsse zur späteren Reuss zusammen, die die steile Schöllenschlucht hinunter donnert. Die parallel verlaufende Strasse ist berüchtigt bei Velofahrern aufgrund des Schwierigkeitsgrades. Diese führt übrigens durch das Urnerloch, dem ältesten Strassentunnel der Schweiz. Erst im Urner Reusstal wird der Schweizer Fluss ruhiger, schlängelt sich langsam durch die Landschaft, bevor sie im Vierwaldstättersee einmündet. Von dort aus verlässt sie ihn wieder, um bei Windisch in die Aare zu fliessen. Auf dieser abwechslungsreichen Reise legt der viertgrösste Schweizer Fluss knappe 160 Kilometer zurück.

Der Rhein, der längste Schweizer Fluss, und andere Flüsse in der Schweiz

Richtig wild geht es zeitweise auf dem Inn zu. Er ist beliebt bei Raftingfans. Foto: © Switzerland Tourism/swiss-image.ch/Christof Sonderegger

Ein Schweizer Fluss schöner als der andere

Der drittgrösste Schweizer Fluss ist die Rhone, der zugleich wichtigste Fluss der Westschweiz. Bevor er in Frankreich und nach 264 Kilometern Reise zur grössten frankophonen Wasserader wird, passiert der Fluss die wohl besten Weinberge des Landes. Seinen Ursprung nimmt dieser Schweizer Fluss im Walliser Hochtal Goms, einem beliebten Langlaufparadies. Dort wird das noch kleine Flüsschen Rotten genannt.

Ein wilder Zeitgenosse ist der Inn. Denn der Schweizer Fluss, der nach 104 Kilometern die Landesgrenze überfliesst, ist besonders in der Giarsun Schlucht im Unterengadin bekannt für die wildesten Raftingtouren. Etwas länger als der Inn ist der 140 Kilometer lange Linth, der erst auf seinen letzten 36 Kilometern, nach Zürich, mit Limmat einen neuen Namen bekommt. Schliesslich runden die Schweizer Flüsse Saane, französisch Sarine, und Thur die Anzahl der Schweizer Flüsse ab, die 100 Kilometer oder länger sind. Ein Erlebnis und beliebtes Ausflugsziel sind sie alle.

Quellen: Graubuenden.ch, MySwitzerland.com, Wikipedia, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann