Artenvielfalt in Städten teils höher als auf dem Land

Auf dem Land müsste doch eigentlich die Artenvielfalt deutlich grösser sein als in der Stadt, oder? Das Gegenteil ist oft der Fall, behauptet jetzt eine Studie. Eine höhere Artenvielfalt als ländliche Agrargebiete haben Städte aber nur, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Artenvielfalt in den Städten höher als in manchen Agrargebieten
Foto: © Chepko / iStock / Thinkstock
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In Zürich, Basel, Genf, Bern, Chur und Lugano wurde die Vielfalt an Insektenarten in der Stadt mit der in den jeweils umliegenden Agrarlandschaften verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Anzahl verschiedener Arten an Käfern, Wanzen, Zikaden und Spinnen in den Stadtgebieten gleich hoch oder sogar höher ausfiel als in intensiv genutzten ländlichen Bereichen.

Für Ihre Untersuchung holten zwei Biologinnen vom Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern die Tiere mit einer Art Riesenstaubsauger von den Bäumen. Dabei handelte es sich ausschliesslich um grosse Birken, die weder geschnitten noch chemisch behandelt worden sind. Nach dem Sammeln wurden die Arten erfasst und die jeweils zugehörigen Tiere gezählt.

Urbane Artenvielfalt braucht ausreichend Grünelemente 

Die Studie zeigte allerdings, dass bestimmte Voraussetzungen für eine grosse Artenvielfalt in Stadtgebieten gegeben sein müssen. So ist es unter anderem wichtig, dass eine ausgewogene Verteilung von Grünanlagen gegeben ist. Bäume, die innerhalb von 500 Metern von vielen Grünelementen umgeben waren, wiesen bei allen vier Insektengruppen eine bedeutend höhere Artenzahl auf, als die Bäume in grauen Stadtteilen.

Zum Hintergrund der Artenvielfalt-Studie

Es wurden bei der Studie keine Proben von Bäumen in der Nähe grösserer Parks entnommen. Damit weisen die Ergebnisse laut den Forscherinnen, auf die bedeutende Rolle von kleineren Grünanlagen hin, die über die Stadt verteilt angelegt sind. Das positive Ergebnis der Studie in den Städten zeigt daher die Vorteile einer ausgewogene Bauplanung mit ausreichenden Grünflächen auf.

Quelle: kommunikation.unibe.ch