Bio-Nagellack: Was steckt drin und wie gut ist er?

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Öko bedeutet schon lange kein ungeschminktes Dasein mehr. Sich schick machen und Nachhaltigkeit lassen sich heute gut vereinbaren, vorausgesetzt es gibt passende Produkte, die überzeugen können. Wie also sieht es mit Bio-Nagellack aus? Lohnt sich die Anschaffung?

Bio-Nagellack ist umweltfreundlich und hat viele tolle Farben
Bio-Nagellack gibt es in vielen unterschiedlichen natürlichen Farben. Foto: © iStockphoto / Thinkstock

Schon beim Auftragen von Nagellack plagt viele Frauen das schlechte Gewissen. Ein beissender Geruch, knallige Farben, Chemie pur. Kann das gesund sein?

Nagellack ohne Bio: Mit Autofarbe vergleichbar

Lack bleibt Lack. Der Unterschied zu den Farben, die Pkw oder Fensterrahmen zieren, ist nicht gross.  Das stellt das deutsche Bio-Magazin «Schrot & Korn» fest. «Ein herkömmlicher Nagellack hat mit einem Autolack mehr gemeinsam als mit einem Lippenstift», heisst es in dem Beitrag. Weil die technischen Anforderungen ähnlich seien, glichen sich auch die Rezepturen: Ein Lack soll sich gut verstreichen lassen, nicht tropfen und schnell trocknen.

Chemie-Cocktail: Nagellack hat es in sich

Aus diesen Gründen enthält Nagellack vor allem Lösungsmittel. Für den glatten, harten Film sorgen Kunstharze und Polymere. Vor Abrieb schützen Acrylate; um ein Abbröckeln zu vermeiden, werden Weichmacher beigemischt. Je nach Produkt kommen noch weitere Chemikalien in den Cocktail. Sie stellen beispielsweise optimale Fliesseigenschaften sicher oder die gleichmässige Verteilung der Farbpigmente. «Na und, auf dem Nagel kann die Chemie doch keinen gesundheitlichen Schaden anrichten», mag sich manch Konsumentin wundern. Leider doch.

Gesundheitliche Folgen durch Nagellack

Verschiedenen Untersuchungen zufolge können Nagellacke Allergien auslösen. So stellten US-Hautärzte fest, dass diese Produkte Ursache für ein Drittel aller Kosmetika-Unverträglichkeiten sind. Oftmals wird dies nicht erkannt, weil die Symptome an anderen Stellen auftreten: Mit den Fingern berührt der Mensch regelmässig sein Gesicht, häufig unbewusst. Hier besteht unmittelbarer Hautkontakt, zum Beispiel beim Reiben der Augen. Dann können sich die Folgen der Nagellack-Anwendung durch Reizungen oder Ausschläge an den Augenlidern zeigen.

«Fast schon eine Pickel-Garantie» ist nach den Angaben des Bio-Magazins der Inhaltsstoff, der sich hinter der Bezeichnung Tosylamide/Formaldehyde Resin verbirgt. Er gelte als Hauptursache für Nagellack-Allergien, weil er hochallergenes Formaldehyd freisetze. Andere Stoffe wie das Lösungsmittel Toluol könnten langfristig Nieren und Nervensystem schädigen. Beigefügte Weichmacher (Phtalate) können sich auf die Funktion von Leber und Nieren auswirken. Als UV-Filter eingesetzte Benzophenone dienen dazu, den Farbton zu erhalten. Laut Öko-Test stehen sie aber in dem Verdacht hormonell zu wirken. Darauf wies das deutsche Konsumenten-Magazin bereits in einem Produkttest von 2007 hin.