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Das hilft bei trockener Haut wirklich

Gerade wenn es draussen kalt wird und drinnen die Heizung für trockene Luft sorgt, kämpfe viele mit trockener Haut. Dahinter steckt aber nicht nur «Winterhaut». Häufig spielt die Hautbarriere eine zentrale Rolle: Wird sie durch zu heisses Duschen, ungeeignete Pflege oder zu viele reizende Produkte belastet, verliert die Haut schneller Feuchtigkeit und reagiert mit Spannungsgefühl, Schuppen oder Brennen. Die gute Nachricht: Mit einer einfachen, konsequenten und medizinisch sinnvoll eingeordneten Pflegeroutine lässt sich trockene Haut oft deutlich beruhigen. Hier erfährst du, woran du trockene Haut erkennst, was sie verschlimmert, welche Pflege im Alltag wirklich hilft und wann du trockene Haut ärztlich abklären lassen solltest.

Frau im Handtuch eingewickelt cremt sich die Haut ein
Sich nach dem Duschen einzucremen, gehört zu den wichtigsten Pflegeritualen gegen trockene Haut. © FreshSplash / E+

Trockene Haut ist nicht nur unangenehm, sondern kann den Alltag richtig mühsam machen – vor allem, wenn das Gesicht spannt, die Hände rissig werden oder Kinder und Erwachsene sich ständig kratzen müssen. Viele fragen sich dann: Fehlt meiner Haut einfach nur Feuchtigkeit? Brauche ich ein Öl, eine reichhaltige Creme oder etwas ganz anderes? Entscheidend ist meist nicht ein einzelnes Wundermittel, sondern ob du die Auslöser erkennst und die Hautbarriere konsequent entlastest. Genau dort setzt gute Pflege an.

Trockene Haut erkennen

Trockene Haut erkennst du oft daran, dass sie spannt, rau wirkt oder feine Schuppen bildet. Manche Stellen sind gerötet, empfindlich oder fühlen sich an, als wären sie «zu klein» für das Gesicht oder den Körper. Typisch sind auch kleine, oberflächliche Risse, besonders an Händen, Schienbeinen, Lippenwinkeln oder um die Nase.

Im Gesicht fällt trockene Haut oft besonders auf, weil sie schneller brennt, Make-up unruhig aussieht oder Pflege plötzlich «kribbelt». Bei Kindern und Erwachsenen kann trockene Haut zudem jucken. Wird viel gekratzt, verstärkt das die Reizung – ein Kreislauf, der die Hautbarriere weiter schwächen kann.

Mehr als nur vorübergehende Winterhaut ist trockene Haut häufig dann, wenn Beschwerden über Wochen anhalten, wiederkehren oder mit Entzündung einhergehen. Warnzeichen sind starker Juckreiz, nässende Stellen, schmerzhafte Risse, Krusten, deutlich gerötete Plaques oder ein Brennen schon bei Wasser und milder Pflege.

Sehr häufig leiden wir an trockener Gesichtshaut, zum Beispiel an Stirn, Nase, Wangen oder um den Mund. Aber auch an den Händen, Ellenbogen, Unterschenkeln oder anderen Stellen am Körper kann trockene Haut auftreten.

Die häufigsten Ursachen von trockener Haut

Die Ursachen trockener Haut sind vielseitig. Manche Menschen neigen genetisch stärker dazu, weil ihre Haut weniger schützende Fette bildet oder die Hautbarriere von Natur aus empfindlicher ist. Auch Menschen mit Neurodermitis haben häufig besonders trockene Haut.

Dazu kommen äussere Faktoren, die die Haut Tag für Tag belasten: kalte Winterluft, trockene Heizungsluft, Wind, häufiges Händewaschen, langes Duschen, heisses Wasser oder schäumende Reinigungsprodukte. Gerade im Gesicht können auch Alkohol, Duftstoffe, mechanische Reibung und zu viele verschiedene Kosmetikprodukte die Haut zusätzlich irritieren.

Weitere äussere Ursachen für trockene Haut sind:

  • Falsche Hautpflege, etwa zu wenig rückfettende Pflege oder ungeeignete Produkte
  • Zu langes und zu heisses Duschen oder Baden
  • Häufige Peelings oder die gleichzeitige Verwendung mehrerer aktiver Wirkstoffe
  • Stress und seelische Belastung

Trockene Haut tritt zudem im Alter häufiger auf. Mit den Jahren verändern sich Stoffwechsel, Talgproduktion und Hormonhaushalt. Die Haut wird dünner, verliert leichter Feuchtigkeit und regeneriert sich langsamer.

Trockene Haut und Hautbarriere

Wenn von trockener Haut die Rede ist, geht es fast immer auch um die Hautbarriere. Sie besteht vereinfacht gesagt aus Hornzellen, körpereigenen Fetten und sogenannten Feuchthaltefaktoren. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Haut Wasser speichert und Reizstoffe draussen hält.

Ist die Hautbarriere gestört, verdunstet mehr Wasser über die Hautoberfläche. Gleichzeitig dringen Reize leichter ein. Die Folge: Die Haut wird trocken, empfindlich, gerötet oder beginnt zu brennen. Genau deshalb hilft es oft nicht, einfach nur «mehr Pflege» zu verwenden. Wichtiger ist, die Barriere gezielt zu unterstützen und alles wegzulassen, was sie zusätzlich reizt.

Alltagstauglich bedeutet das: kurz duschen, lauwarm statt heiss, milde Reinigungsprodukte sparsam einsetzen, nach dem Waschen rasch eincremen und nicht ständig neue Produkte testen. Eine ruhige Routine ist für trockene Haut oft wirksamer als eine komplizierte.

Krankheiten als Ursache trockener Haut

Auch Erkrankungen können trockene Haut begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Diabetes
  • Eisenmangel
  • Zinkmangel
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Zöliakie
  • Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn

Bestimmte Medikamente können die Haut ebenfalls austrocknen, weil sie den Flüssigkeitshaushalt oder Drüsenfunktionen beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel Diuretika oder Retinoide. Auch Nikotin und Alkohol können eine trockene Haut begünstigen.

Welche Rolle Ernährung bei trockener Haut spielt

Eine ausgewogene Ernährung ist auch für die Haut wichtig. Eine einseitige Ernährung oder ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann trockene Haut verstärken. Entscheidend ist ausserdem, dass du ausreichend trinkst. Für die Haut bedeutet das aber nicht, dass sehr grosse Trinkmengen automatisch trockene Haut «wegtrinken». Viel wichtiger ist eine insgesamt gute Versorgung des Körpers und eine funktionierende Hautbarriere.

Auf Nikotin und Alkohol solltest du möglichst verzichten. Beides kann die Haut zusätzlich belasten und ihre Regeneration erschweren.

Trockene Haut im Gesicht und an den Beinen

Im Gesicht und an den Beinen neigen viele besonders zu trockener Haut. Das Gesicht ist im Alltag ständig Wetter, UV-Strahlung, Reibung und Pflegeprodukten ausgesetzt. Schon deshalb reagiert es oft schneller als andere Körperstellen. An den Beinen ist die Haut von Natur aus eher talgarm. Rasieren, enge Kleidung und trockene Luft können die Reizung zusätzlich verstärken.

Pflege: Das kannst du gegen trockene Haut tun

Trockene Haut braucht vor allem eine Pflegeroutine, die einfach, regelmässig und reizarm ist. Viele Menschen pflegen entweder zu wenig oder probieren sehr viele Produkte gleichzeitig aus. Beides kann problematisch sein. Sinnvoll ist eine klare Logik: sanft reinigen, Feuchtigkeit in der Haut halten, die Hautbarriere mit geeigneten Inhaltsstoffen unterstützen und Reize reduzieren.

Wenn du unsicher bist, ob ein Produkt passt, ist eine Faustregel hilfreich: Je kürzer und reizärmer die Formulierung, desto besser vertragen trockene und sensible Hauttypen sie oft. Besonders praktisch im Familienalltag: Es muss nicht teuer oder kompliziert sein. Wichtig ist, dass du konsequent bleibst.

Was trockene Gesichtshaut im Alltag verschlimmert

Gerade im Gesicht sind es oft Alltagsgewohnheiten, die trockene Haut hartnäckig machen. Dazu gehören heisses Duschen, häufiges Waschen mit schäumenden Gelen, alkoholhaltige Gesichtswasser, stark parfümierte Produkte und häufige Peelings. Auch das ständige Wechseln zwischen vielen Seren, Säuren und Wirkstoffcremes kann die Hautbarriere überfordern.

Ein häufiger Irrtum: Wenn die Haut spannt, wird sie besonders gründlich gereinigt oder gepeelt. Tatsächlich kann genau das die Trockenheit verstärken. Trockene Haut ist nicht automatisch «schmutzig» oder schlecht gereinigt, sondern oft vor allem gereizt.

Auch äussere Reize spielen mit hinein: kalte Luft, Wind, trockene Innenräume, langes Maskentragen, Reiben mit Handtüchern oder Taschentüchern und sehr heisses Föhnen in Gesichtsnähe. Wenn du diese Auslöser reduzierst, entlastest du die Haut oft spürbar.

Die richtige Pflege bei trockener Haut im Gesicht

Für trockene Gesichtshaut gilt meist: weniger Schritte, mehr Verträglichkeit. Morgens reicht oft lauwarmes Wasser oder eine sehr milde, parfumfreie Reinigung. Danach hilft eine reichhaltige Creme, die Feuchtigkeit bindet und die Hautbarriere stärkt. Bewährt haben sich Formulierungen mit Glycerin, Urea in passender Konzentration oder Ceramiden.

Wichtig zu wissen: Urea kann bei sehr gereizter oder aufgerissener Haut vorübergehend brennen. Dann ist eine besonders reizarme, einfache Creme oft angenehmer. Glycerin und Ceramide sind für viele trockene Hauttypen gut verträglich, weil sie Wasser binden und die Barriere unterstützen.

Tagsüber ist UV-Schutz wichtig, auch wenn die Haut trocken ist. Sonne und UV-Strahlung können die Hautbarriere zusätzlich belasten und Entzündungen fördern. Wenn du schnell auf Produkte reagierst, sind parfumfreie Sonnencremes für empfindliche Haut meist die bessere Wahl.

Abends genügt eine milde Reinigung, falls du Sonnencreme, Make-up oder viel Schmutz auf der Haut hast. Anschliessend trägst du wieder eine passende Creme auf. Mehr braucht trockene Haut oft nicht.

Pflege

Reine Öle sind nicht automatisch die beste Lösung. Sie können die Haut zwar geschmeidig machen, ersetzen aber nicht immer eine gute Barrierepflege. Praktischer ist meist eine rückfettende Lotion oder Creme direkt nach dem Duschen oder Händewaschen. Dieser Zeitpunkt ist ideal, weil noch etwas Feuchtigkeit in der Haut gebunden werden kann.

Bei sehr trockener Haut können Lotionen oder Cremes mit Urea, Glycerin oder Milchsäure hilfreich sein. Wichtig ist aber die individuelle Verträglichkeit: Was auf gesunder, trockener Haut gut funktioniert, kann auf entzündeter oder stark gereizter Haut brennen. Teste neue Produkte deshalb sparsam und lieber erst an einer kleinen Stelle.

Kurz und nicht zu heiss duschen bleibt eine der wichtigsten Massnahmen. Das hilft nicht nur der Haut, sondern schont auch Energie und Umwelt.

Ein Ölbad kann ergänzend angenehm sein, steht aber nicht im Zentrum einer guten Pflegeroutine. Entscheidend ist, was danach passiert: den Körper nur sanft abtupfen, nicht trockenreiben, und anschliessend eine rückfettende Creme oder Lotion auftragen.

Person cremt mit beiden Händen ihr rechtes Bein ein.
Pflege deine Haut nach dem Duschen mit einer reichhaltigen Lotion. © Ziga Plahutar / iStock / E+

Um deine Gesichtshaut nicht zusätzlich auszutrocknen, verzichtest du am besten auf alkoholhaltiges Gesichtswasser und stark schäumende Reiniger. Stattdessen eignet sich eine milde, pH-neutrale und parfumfreie Waschlotion oder eine sehr sanfte Reinigungsmilch. Auch beim Trocknen gilt: nicht reiben, sondern sanft abtupfen.

Tipp: Hier findest du eine Übersicht über unsere liebsten Label für Naturkosmetik aus der Schweiz.

Für Hände und Füsse gilt dieselbe Logik: häufige Reizung vermeiden, nach jedem Waschen pflegen und bei Bedarf abends dicker eincremen. Baumwollhandschuhe über Nacht können bei sehr trockenen Händen helfen, damit die Pflege länger auf der Haut bleibt.

Was bei sensibler oder brennender trockener Haut wichtig ist

Wenn trockene Haut nicht nur spannt, sondern brennt, sticht oder schon auf Wasser reagiert, ist meist besondere Zurückhaltung sinnvoll. Verwende dann möglichst wenige Produkte gleichzeitig und setze auf reizfreie, parfumfreie Pflege. Alles, was stark duftet, tingelt, exfoliert oder «sofort erneuert», ist in dieser Phase oft zu viel.

Auch bei Kindern und Jugendlichen ist eine ruhige Routine besonders wichtig. Eltern kennen das: Man möchte schnell helfen und probiert vieles aus. Bei empfindlicher Haut ist aber oft genau das Gegenteil hilfreich. Wenige, gut verträgliche Produkte und eine konsequente Anwendung sind meist sinnvoller als häufige Wechsel.

Wenn die Haut deutlich entzündet aussieht, nässt, starke Rötungen zeigt oder sich Krusten bilden, solltest du nicht lange selbst herumprobieren. Dann ist eine ärztliche Beurteilung wichtig, damit ein Ekzem, eine Kontaktallergie oder eine andere Hauterkrankung rechtzeitig erkannt wird.

Lifestyle

Wenn du dich regelmässig bewegst, unterstützt du die Durchblutung und damit auch die Hautgesundheit. Im Winter hilft es ausserdem, den Körper warmzuhalten und trockene Raumluft etwas auszugleichen. Dafür reichen oft schon bewusstes Lüften, mässig beheizte Räume und ein insgesamt angenehmes Raumklima. Zimmerpflanzen können die Wohnatmosphäre verbessern, sind aber kein Ersatz für konsequente Hautpflege.

Bei Kleidung lohnt es sich, hautreizende Stoffe nicht direkt auf der Haut zu tragen. Grobe Wolle, kratzige Nähte oder sehr enge Kleidung können trockene Haut zusätzlich reizen. Weiche, atmungsaktive Stoffe sind meist angenehmer.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung fördert generell die Gesundheit und damit auch ein gesundes Hautbild. Dazu gehört auch, genug zu trinken – also etwa 1.5 bis 2 Liter Wasser und ungesüssten Tee am Tag, sofern medizinisch nichts anderes gilt. Für Familien ist vor allem hilfreich, regelmässige Trinkgewohnheiten in den Alltag einzubauen, statt erst dann zu trinken, wenn schon Durst oder Müdigkeit spürbar sind.

Helfen Milchprodukte gegen trockene Haut?

Milch, Quark oder Joghurt werden immer wieder als Hausmittel empfohlen. Sie können sich kurzfristig kühlend oder angenehm anfühlen, ersetzen aber keine gut abgestimmte Basispflege. Wenn du solche Hausmittel ausprobierst, sollten sie eher als Ergänzung verstanden werden – nicht als eigentliche Behandlung trockener Haut.

Für eine pflegende Gesichtsmaske wird oft Quark mit Rosenwasser und etwas Öl oder Gemüsesaft gemischt. Solche Anwendungen können kurzfristig angenehm sein, sind aber bei empfindlicher, brennender oder allergischer Haut nicht immer gut verträglich. Wichtig ist deshalb: erst vorsichtig testen und die Haut anschliessend wieder mit einer passenden Creme pflegen.

Wann trockene Haut medizinisch abgeklärt werden sollte

Nicht jede trockene Haut braucht sofort eine Arztpraxis. Wenn die Beschwerden aber trotz konsequenter Pflege über mehrere Wochen bestehen bleiben oder sich verschlimmern, ist eine Abklärung sinnvoll.

Besonders wichtig ist ein Termin, wenn:

  • die Haut stark juckt oder brennt
  • schmerzhafte Risse entstehen
  • die Haut nässt, verkrustet oder sich entzündet
  • du wiederholt Ekzeme, Schuppen oder klar begrenzte gerötete Stellen bemerkst
  • du zusätzlich andere Beschwerden hast, etwa Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder starken Durst
  • ein Verdacht auf Neurodermitis, Schuppenflechte, Kontaktallergie oder eine innere Ursache besteht

Gerade bei Kindern, älteren Menschen und bei sehr empfindlicher Haut lohnt sich frühes Hinschauen. Denn trockene Haut ist zwar oft harmlos, manchmal aber auch ein Hinweis darauf, dass die Hautbarriere dauerhaft gestört ist oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt.

Zur Person

Profilbild von Bettina Schlagenhauff
© zVg

Dr. med. Bettina Schlagenhauff ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie und tätig im Dermacenter Küssnacht. Zudem ist sie Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie SGDV, welche sich für die Hautgesundheit der Schweizer Bevölkerung engagiert.

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