So pflanzen Sie Knoblauch im Garten und auf dem Balkon

Knoblauch kann im Frühling oder Herbst gepflanzt werden. Wer im September oder Oktober Knoblauch setzt, kann mit einer früheren Ernte und grösseren Zwiebeln rechnen.

Knoblauch jetzt im Garten pflanzen
Da die würzige Knolle winterfest ist, lässt sie sich bereits im Herbst anpflanzen. Foto: iStock / Thinkstock
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Knoblauch (Allium sativum) gehört zur Gattung Lauch (Allium). Die Knolle wird als Gewürz- und Heilpflanze genutzt und angebaut. Sie können Knoblauch sehr einfach selber pflanzen und ziehen im Beet oder im Topf und haben so die würzigen Zehen immer auf Lager, um Gemüse und Saucen zu würzen.

Herbstzeit ist Pflanzzeit – auch für den Knoblauch

Damit im kommenden Sommer kräftige Knollen entstehen, wird der Knoblauch im Garten gerne schon im Herbst gepflanzt. Es ist auch möglich, den sogenannten Pflanzknoblauch (für den Anbau Im Garten speziell gezüchtet) im zeitigen Frühjahr zu setzen – die Knolle fällt aber meist kleiner aus und die Ernte verschiebt sich um einige Wochen nach hinten. Das Gemüse gibt es im Fachhandel als Bio-Saatgut in nicht nur einer Sorte. Dort erhalten Sie auch Samen. Allerdings ist der Anbau mit Samen durchaus aufwändiger. Warum, das lesen Sie weiter unten.

Der richtige Standort ist ein möglichst sonniger Standort.

Tipp: Die würzige Knolle können Sie auch im Topf anbauen. Dieser sollte dann aber nicht zu klein sein.

Knoblauch aus dem Detailhandel sollte regional sein

Nicht alle Knoblauchsorten aus dem Supermarkt vertragen den kalten Schweizer Winter. Das gilt besonders für importiere Sorten. Achten Sie darum darauf, dass Sie Knollen aus regionalem Anbau kaufen, um diese anzupflanzen. Auch sollten die Zehen von Pflanzen aus biologischem Anbau stammen, denn dann wurden Sie nicht mit chemischen Stoffen behandelt.

Um ganz sicher zu sein, dass der Knoblauch die Kälte übersteht, kaufen Sie lieber gezielt den Pflanzknoblauch. Diesen finden Sie im Gartencenter oder in der Gärtnerei.

So pflanzen Sie Knoblauchzehen im Beet – eine Anleitung

Tipp:Benutzen Sie nur frische, saftige Knoblauchzehen, die sich fest anfühlen. Lassen Sie die Knoblauchzehen nach dem Kauf nicht allzu lange liegen, damit sie nicht austrocknen. Lagern Sie sie vor dem Pflanzen kühl und trocken bis Sie in den Garten kommen.

Schritt 1: Suchen Sie sich einen sonnigen Platz im Beet aus.

Schritt 2: Lockern Sie den Boden und befreien sie ihn von Wildwuchs.

Schritt 3: Wenn Sie etwas Kompost parat haben – im Detailhandel erhältlich – arbeiten Sie diesen in die Erde ein. Die im Kompost enthaltenen Nährstoffe ermöglichen der Knolle einen guten Start. Zudem verbessert der Kompost lehmhaltige oder sandige Böden.

Knoblauch pflanzen im Abstand von rund 10 Zentimetern

Foto: © YuriyS/ iStock / Getty Images Plus

Schritt 4: Graben Sie Löcher für die Knoblauchzehen. Die Löcher sollten vier bis fünf Zentimeter tief sein. Der Abstand von Zehe zu Zehe sollte etwa 10 Zentimeter betragen. Der Reihenabstand sollte ebenfalls bei mindestens 10 Zentimetern liegen.

Schritt 5: Geben Sie die einzelnen Knoblauchzehen mit der Spitze nach oben in das Loch und bedecken Sie sie leicht mit Erde.

Schritt 6: Giessen Sie die Erde kräftig an.

Schritt 7: Wenn die Erde nicht sehr nährstoffreich ist, dann können Sie für besonders grosse Knollen alle paar Wochen mit einem Gemüsedünger flüssig düngen. Das sorgt für einen guten Ertrag.

Knoblauch-Anbau geht auch im Topf

Sie haben keinen Garten, aber Töpfe auf Balkonien oder auf der Terrasse? Topfgärtner müssen nicht auf den Anbau der tollen Knollen verzichten. Der normale Balkonkasten ist für die optimale Pflanztiefe und eine gute Wurzelbildung etwas knapp bemessen, doch ein grösserer Topf eignet sich ideal, um auf dem halbschattigen bis sonnigen Balkon die würzigen Knollen anzubauen.

Falls eine andere Pflanze zuvor im Topf wuchs, sollten Sie die Erde austauschen oder mit Kompost verbessern. Um Staunässe zu vermeiden, braucht es eine gute Drainage im Topf. Legen Sie darum eine Tonscherbe über das Loch und geben Sie zusätzlich eine Schicht Kies oder Split als unterste Schicht in den Topf. Ansonsten gehen Sie vor wie der Beetgärtner.

Alternative für Geduldige: Brutknöllchen pflanzen

Lassen Sie eine oder mehrere Knollen blühen, dann bilden sich nach der Blüte Samen, sogenannte Brutknöllchen oder Bulbillen. Diese Samen oder Bulbillen können Sie, gleich wie die Knoblauchzehen, im September oder Oktober pflanzen. Sie bilden bis zum nächsten Sommer jedoch nur eine einzige, kleine, runde Zehe. Erst im Folgejahr können Knoblauchfans dann grosse Knollen ernten.

Jetzt wird geerntet: Der beste Zeitpunkt für die Ernte

Knoblauch ernten der beste Zeitpunkt und wie es gemacht wird

Foto: © Natalia Samorodskaia/ iStock / Getty Images Plus

Der beste Zeitpunkt an dem Sie die Knollen ernten ist, wenn die Blätter allmählich gelb werden. Als Faustregel sagt man, dass etwa das obere Drittel vom Blatt gelb sein sollte, dann können Sie die Pflanze ernten. Das sollte je nach Anbauzeitpunkt Ende Juni oder im Juli der Fall sein.

Ernten: So wirds gemacht

Geerntet wird gepflanzter Knoblauch mit einer Schaufel oder einer Grabegabel. Hierzu lockern Sie die Erde vorsichtig, um die Knollen mit ihren recht langen Wurzeln aus dem Boden zu lösen, um sie anschliessend einfach zu ernten. Nun gibt es zwei Methoden, wie der geerntete Knoblauch weiter behandelt wird. Möchten Sie frischen Knoblauch zeitnah verarbeiten? Dann entfernen Sie das Laub bis etwa 5 cm über der Zwiebel, reiben die Erde ab, meist lässt sich die oberste Hautschicht abstreifen. Zudem schneiden Sie die Wurzeln nach dem Ernten soweit es geht ab. Kurz mit Wasser Erdreste abspülen, trocknen lassen, fertig. So ist der frische Knoblauch sofort verzehrfertig. Jetzt schmeckt er übrigens noch etwas milder.

Wollen Sie die würzigen Knollen lagern, dann verbleibt das Laub nach der Ernte daran. Binden Sie mit Schnur ein Bündel aus frischem Knoblauch und hängen Sie dieses für 2, 3 Wochen an einen trockenen und warmen Ort. So kann das Laub gänzlich eintrocknen und wird  anschliessend direkt über dem Ansatz von der nun lagerfähigen Knolle entfernt.

Und nur wenige Wochen nach der Ernte beginnt der Kreislauf aufs Neue. Verwenden Sie nach der ersten Ernte am besten die grösseren Zehen, um im September oder Oktober die nächste Generation anzubauen. Idealerweise haben Sie so das ganze Jahr die feine Würze aus eigenem Anbau parat.

Knoblauch in der Mischkultur

In einer Mischkultur profitieren zwei Pflanzen voneinander. Nebeneinander gesetzt, fördern sich die Pflanzen gegenseitig: Sie beeinflussen ihren Wuchs und wehren Fressfeinde oder Schädlinge ab. In diesem Fall spricht man von «guten Nachbarn».

Für Knoblauch sind Erdbeeren ideale Nachbarn. Die Beeren profitieren in der Mischkultur, da der Geruch des Knoblauchs Schnecken fernhält. Zudem verhindert Knoblauch den Befall von Grauschimmel.

Weitere gute Partner des Knoblauchs sind Rüebli, Randen und Sellerie. Hier irritiert der Knoblauchduft Schädlinge wie die Rübenfliege. Auch Himbeeren, Gurken oder Tomaten teilen sich das Beet mit dem Knoblauch gerne.

Warum Knoblauch so gesund ist

Knoblauch enthält viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Die Knolle wirkt entzündungshemmend, fördert die Durchblutung, unterstützt die Verdauuung, wirkt leicht harntreibend stärkt das Immunsystem und soll freien Radikalen in unserem Körper das Leben schwer machen. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe ist Allicin. Allicin ist der Stoff, der uns leider nach Knoblauch riechen lässt und ihn scharf-aromatisch macht.

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