Auf Pirsch im Nationalpark Schweiz: Diese Tiere sind hier Zuhause

Der Schweizer Nationalpark ist nicht nur wegen seiner imposanten Landschaften einen Besuch wert. Auch seine reiche Artenvielfalt lädt zum Entdecken ein. Welche Tiere im Nationalpark Zuhause sind.

Schweizer Nationalpark: Welche Tiere Sie hier entdecken können
Foto: © WGXC / iStock / Thinkstock
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Was haben Rothirsch, Bartgeier, Luchs und Wolf gemeinsam? Sie alle waren einst in der Schweiz heimische Tiere und wurden bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet. Sie und andere Tierarten leben heute im Schweizer Nationalpark oder schauen zumindest ab und an vorbei.

Reiche Artenvielfalt: Grosse Tiere im Schweizer Nationalpark

Erst Anfang 2014 soll ein scheuer Wolf im Val Trupchun einen Rothirsch gerissen haben, wie der Kanton Graubünden im März diesen Jahres berichtete. Kommt der Wolf vermutlich aus Italien, so sind die meisten Rothirsche im Schweizer Nationalpark Sommergäste aus dem Engadin. Geschätzte 2'000 sind es an der Zahl. Das ist imposant, gemessen daran, dass vor 100 Jahren das grösste Schweizer Huftier als ausgestorben galt.

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Imposante Geweihe und flauschige Kälber: Rothirsche im Nationalpark Schweiz

Zu den Einwohnern des Nationalparks Schweiz gehört der Rothirsch, die grösste Huftierart des Parks. Hier lebt er geschützt vor menschlichen Eingriffen und findet zugleich ausreichend Futter. Um die schönen Tiere zu beobachten, sollte man sich am besten einen Aussichtspunkten an der Val Trupchun, Val Mingèr oder Murtersattel suchen. Da die Hirsche an die Gegenwart der Besucher gewöhnt sind, lassen sie sich oft sogar tagsüber und während der Brunftzeit blicken. 

Hirschkühle leben zusammen mit den Kälbern und Jungtieren in eigenen Rudeln, getrennt von den männlichen Rothirschen. Diese Banden nennt man Kahlwildrudel. Der männliche Nachwuchs trennt sich nach höchsten zwei Jahren von der Gruppe, um sich den erwachsenen Männchen anzuschliessen. Foto: © WGXC / iStock / Thinkstock
 

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Tierfreunde können mit etwas Glück bei einer Wanderung im Schweizer Nationalpark, etwa im Val Trupchun, diese beeindruckenden Geweihträger beobachten, was besonders in der Brunftzeit zwischen Mitte September und Anfang Oktober oft erfolgreich ist. Das Wanderparadies Nationalpark Schweiz bietet nicht nur zu diesem Anlass geführte Touren. Mehr Informationen zu dieser und anderen Wanderrouten im Schweizer Nationalpark finden Sie im Beitrag Eins mit Flora und Fauna: Wandern im Schweizer Nationalpark.

Der mit nahezu drei Metern Spannweite sehr grosse Bartgeier, Opfer durch gezielte Jagd aufgrund von zahlreichen Mythen, wurde in den 1990er Jahren in der Schweiz und auch im Schweizer Nationalpark erfolgreich wieder angesiedelt. Hierdurch gibt es heute wieder einige Brutpaare. Mit viel Glück kann man auch den vor dem Aussterben geretteten Steinadler im Nationalpark sehen.

Ein ebenfalls sehr scheuer und ausgerotteter Geselle ist der flinke Luchs. Von seiner Art wurde 2007 erstmals ein Exemplar im Naturpark gesichtet. Nach seiner Markierung stellte man allerdings fest, dass er wohl wieder in seine italienische Heimat zurückwanderte. Dennoch scheint der Luchs nach und nach wieder in der Schewiz heimisch zu werden. Mehr darüber lesen Sie in dem Beitrag Rückkehr des Pinselohrs: Der Luchs erobert sich die Schweiz zurück.

Nahezu überall im Schweizer Nationalpark lassen sich Gämse beobachten. Schwache Bestände waren einer der Gründe, warum der Park gegründet wurde. Doch trotz Schutzgebiet vermehren sie sich seit der Gründung nicht wie erwartet, was Forscher auf den Plan rief, um dies zu untersuchen. Bereits 1650 war der Steinbock in der Schweiz ausgerottet. Heute, vor allem dank seinem besonderen Schutz und Zuchtprogrammen, leben wieder etwa 300 Exemplare in dem geschützten Park.

Von Hühnern und Eichhörnchen: Kleine Tiere im Nationalpark Schweiz

Wer in die Baumwipfel des Schweizer Nationalparks schaut, sieht vielleicht eines der gar nicht so seltenen Eichhörnchen. Auch der clevere Tannenhäher, das Wappentier im Signet des Schweizer Nationalparks, ist oft in den Wäldern anzutreffen, ebenso wie viele einheimische Vogelarten. Der Tannenhäher knackt die Zapfen der Arven und legt aus unzähligen Samen Futterlager an, ähnlich wie das Eichhörnchen. Etwa 80 Prozent der Samen findet er sogar im Schnee, aus dem Rest werden neue Bäume.

Jenseits der Baumgrenze zu sehen ist das Alpenschneehuhn, das sich an kalten Wintertagen in Schneehöhlen ein wohliges Lager zaubert. Auch der Grasfrosch und die putzigen Murmeltiere sind hier heimisch. Diese und viele weitere Tiere finden im Nationalpark eine sichere Heimat und machen einen Besuch sehr erlebnisreich sowie zum einzigartigen Naturerlebnis.

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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