Mit Bookcrossing Bücher auf Reisen zu neuen Lesern schicken

Beim Bookcrossing kann man ausgelesene Bücher weitergeben und ihre spannende Reise verfolgen. Über neun Millionen Bücher wechselten so bereits den Besitzer.

Bookcrossing: Büchertausch mal ganz anders
Foto: © BartekSzewczyk / iStock / Thinkstock
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Bookcrossing ist ein spannender wie nachhaltiger Trend, bei dem man seine nicht mehr benötigten Bücher unbekannten Menschen weitergibt. So macht man nicht nur Platz im Bücherregal, sondern kann auch andere in den Genuss kommen lassen, die abgelegten Bücher zu lesen. Besonders spannend dabei ist, dass man die teilweise sehr ungewöhnliche Reise eines Buches über die Bookcrossing-Webseite verfolgen kann.

Erfunden hat diese Form des Büchertauschs der Amerikaner Ron Hornbaker, der 2001 ein Buch einfach irgendwo liegen liess. Und so ähnlich funktioniert auch das Bookcrossing. Man gibt ein Buch ab, das irgendwann den Weg eines neugierigen neuen Lesers kreuzt. Hat dieser es gelesen geht die Reise weiter zum nächsten. In Deutschland begeistern sich bereits über 60.000 registrierte User für den Büchertausch, in der Schweiz immerhin mehr als 6.000.

So geht ein Buch mit Bookcrossing auf Reise

Wer ein Buch im Rahmen des Bookcrossings weitergeben möchte – Bookcrosser nennen das «freilassen» oder Bücher aussetzen -, kann sich auf der gleichnamigen Internetseite anmelden und seinem Buch eine BCID, eine BookCrossing-Identitätsnummer, geben lassen. Diese wird auf einem Etikett aufgedruckt, welches runtergeladen, ausgedruckt und auf dem Buch angebracht wird. Danach kann man es «freilassen» zum Beispiel im Café, an der Bushaltestelle, im Zug oder an sonstigen Orten, wo es Vorbeigehende mitnehmen können. Eine persönliche Widmung im Buch anzubringen ist deshalb hilfreich, aber keine Bedingung für Bookcrossing.

Hat ein Finder das freigelassene Buch gefunden – Bookcrossing nennt das dann «einfangen» – kann er dies mit Hilfe des Etiketts wiederum auf der Webseite eintragen. Der oder die ehemaligen Besitzer können so die Reise ihres Buches verfolgen. Denn alle registrierten Vorbesitzer erhalten bei einem neuerlichen Eintrag eine E-Mail. Anschliessend können die unterschiedlichen Besitzer austauschen, denn Kommentare zu dem Buch sind beim Bookcrossing ausdrücklich erwünscht.

Bookcrossing ist noch mehr als kostenloser Lesespass

Neben kostenlosem Lesevergnügen liefert Bookcrossing auch interessante Statistiken, die durch den Eintrag des Freilassens und wieder Einfangens entstehen. So erfährt man nicht nur den Reiseweg seines eigenen Buches. Man erfährt auch, welche Buchtitel am häufigsten auf eine ungewisse Reise geschickt wurden und welches das meistgereiste Buch ist, also welches am häufigsten den Besitzer gewechselt hat. Und da haben die Bookcrosser bereits einiges geleistet. Das am häufigsten weitergegebene Buch ist derzeit nämlich Anetta Hoffnungs: Hoffnung's Constant Readers, ein Buch aus den 60’er Jahren, welches seit 2003 dank Bookcrossing bereits 601 Leser gefunden hat. (Stand: Mitte Juni 2016)

Dazu gibt es bei dem Büchertausch auch regelmässig organisierte regionale Treffen. Dort kann man sich darüber austauschen, wer ein Buch wie gefunden hat und wie er das Werk fand. So ein Bookcrosser-Treffen findet beispielsweise monatlich im Zürcher Gloria statt.

Öffentlicher Bücherschrank, Büchertausch online und Büchertauschbörsen

Neben dem Bookcrossing gibt es weitere verschiedene Möglichkeiten, alte Bücher anderen zukommen zu lassen. So entstehen vermehrt öffentliche Bücherschränke wie in Basel, Bern und Solothurn oder man macht einen Büchertausch online.

Quellen: Bookcrossers.ch, Wikipedia.org, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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